Dekanat Roth-Schwabach

Meine Herzensangelegenheit

Foto: Josef Hernoga

Der Mensch, der sich in seinen Gefühlen und seinem Denken, in seinem Reden und Handeln „nach dem Herz“ orientiert, ist herzlich, barmherzig, einfühlsam, zärtlich, und lieb. 
Aber das menschliche Herz kann auch kalt, hart, wie ein Stein und böse werden. „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Neid, Verleumdung, Hochmut…“ (Mk 7,21), lehrte Jesus. 
So wird der Mensch herzlos, kaltherzig, rücksichtslos, egoistisch, lieblos und sogar grausam. 
Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht:
“Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen.  
Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. 
Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.” 
Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“  
Der alte Indianer schweigt eine Weile. Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“ 
Deshalb ist es von erstrangiger Bedeutung, wofür wir unser Herz öffnen, womit wir unser Herz füttern, was wir in unser Herz schreiben? Was ist meine Herzensangelegenheit?
Das, was in unserem Herzen ist, wird bald auf unseren Lippen, in unseren Händen, in unseren Beinen sein…

Msgr. Dr. Josef Hernoga, Schwabach, 11.06.26