„Laudato Si“ mit allen Sinnen: Diözesaner Schöpfungstag im Kloster Plankstetten

Der Schöpfungstag im Bistum Eichstätt stellte zehn Jahre nach Erscheinen der Enzyklika „Laudato Si“ deren ungebrochene Aktualität in den Mittelpunkt. In der Abtei Plankstetten verbanden sich Gottesdienst, Musik und thematische Angebote mit dem traditionellen Erntedankmarkt und luden dazu ein, Schöpfungsverantwortung bewusst in den Blick zu nehmen.
Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst.
Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst mit (v. l.) Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler, Dekanin Dr. Nina Lubomierski, Archimandrit Georgios Siomos und Abt Dr. Beda Maria Sonnenberg. Foto: Gabi Gess/pde

Plankstetten/Eichstätt. (pde) – Die Themen der Enzyklika „Laudato si“ sind seit ihrem Erscheinen vor zehn Jahren noch drängender geworden. Dies war die zentrale Botschaft des diesjährigen Schöpfungstages im Bistum Eichstätt. Zum dritten Mal seit seiner Einführung im Jahr 2011 fand er in der Abtei Plankstetten statt und war eingebettet in den traditionellen Erntedankmarkt des Klosters. Höhepunkt war ein Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst mit Vertreterinnen und Vertretern von vier Konfessionen, darunter Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler.

Während die Stände im Innenhof und vor der Klosterschenke bei ruhigem Herbstwetter einen wahren Besucheransturm erlebten, bot die Klosterkirche eine Oase der Ruhe, als die Nachhaltigkeitsreferentin der Diözese Eichstätt, Lisa Amon, dort den Nachmittag im Zeichen des Jubiläums „zehn Jahre Laudato si“ eröffnete. Der Schöpfungstag wolle Inhalte und Zitate der Enzyklika nicht in einer nüchternen Podiumsdiskussion aufgreifen, sondern alle Sinne ansprechen, kündigte Amon eine Klangcollage, einen ökumenischen Gottesdienst und zwei kleine Wanderungen an. Sie verwies auch auf die Info-Stände, die das Umweltreferat, die landwirtschaftliche Familienberatung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), der BDKJ und die Büchereiarbeit im Bistum auf dem Erntedankmarkt rund um das Thema „Laudato si“ aufgebaut hatten. Unter den Interessierten in der Kirche begrüßte Amon auch einen Kollegen aus dem Bistum Speyer, den dortigen Umweltbeauftragten Steffen Glombitza, der mit einem Arbeitskreis gerade zu Gast in Plankstetten war.

Harmonische, aber auch bewusst schräge, grelle, an Flug- und Baulärm erinnernde Gitarrenklänge erfüllten anschließend den Kirchenraum. Unter dem Motto „Schöpfung.Wort.Widerhall“ setzten die Journalistin Claudia Bauer vom Kreisbildungswerk Freising und der ebenfalls aus Freising stammende Musiker Norbert Bürger die Botschaft  von „Laudato Si“ als Klangcollage um. Immer mehr Gäste des Erntemarkts fanden unterdessen den Weg in die Kirche, wo inzwischen die Musikgruppe Contact aus Dietfurt ihre Instrumente aufgebaut hatte, um den ökumenischen Gottesdienst zu begleiten. Mit Diözesanadministrator Alfred Rottler zogen Dekanin Dr. Nina Lubomierski (Evangelisch-Lutherisches Dekanat Landshut) Archimandrit Georgios Siomos, Pfarrer der Griechisch-Orthodoxen Allerheiligenkirche München und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Bayern Pastor Lutz Heidebrecht (Evangelische Freikirche Mennonitengemeinde Ingolstadt e.V.) sowie der Plankstettener Abt Dr. Beda Maria Sonnenberg in die Klosterkirche ein.

„Die Schreie der Armen und des Planeten sind so laut wie nie zuvor, allein, sie wollen nicht gehört werden“, stellte Rottler eingangs fest. „Wir wollen mit diesem Gottesdienst die Schönheit der Schöpfung feiern – unsere Dankbarkeit für das Geschenk der Schöpfung ausdrücken – aber auch inne halten und unsere Schuld an dem Zustand unseres Planeten bedenken.“

Dekanin Lubomierski stellte an den Beginn ihrer Predigt die vielen Themen, die sich gerade in den Vordergrund drängten: von Kriegen und Krisen in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit bis zur Sorge um den Arbeitsplatz, die Rente, die Kirchengemeinde: „Und bei diesem ganzen Geschrei in uns und um uns herum sollen wir auch noch die Schöpfung hören?“ Eine Schöpfung, von der sie fest glaube, dass Gott sie „nicht preisgeben wird, sondern immer und immer wieder erneuert und erhält“, zeigte sich Lubomierski hoffnungsvoll. Die Verantwortung dafür seien wir aber beileibe nicht los, könnten uns nicht „weiter wie die Axt im Wald benehmen, weil es Gott schon richten wird“. Entscheidend sei, aus dem Glauben heraus Kraft und Mut zu schöpfen und sich nicht von der Angst lähmen zu lassen nach dem Motto „Stimmt doch alles nicht“ oder sich in scheinbare Gleichgültigkeit zu flüchten nach der Devise: „Ist ja eh alles egal“.  

Erstmals gestaltete Pfarrer Anton Schatz, Seelsorger im Bereich Kinderpastoral der Diözese Eichstätt, den Schöpfungstag mit. Er begleitete eine Reihe junger Familien mit Kindern auf eine einstündige Schöpfungswanderung rund um die Abtei. Erwachsene konnten sich unterdessen einer Achtsamkeitswanderung mit jahreszeitlichen Impulsen anschließen. Geleitet wurde sie von der Natur- und Achtsamkeitstrainerin Elisabeth Höflmeier, von der auch die Texte für den abschließenden Schöpfungssegen in der Klosterkirche stammten.