Kollekte zum Afrikatag: Unterstützung für Ordensfrauen im Südsudan

Ordensfrauen im Südsudan leben oft selbst unter prekären Bedingungen und sind dennoch für andere da: in Flüchtlingslagern, Schulen und Krankenhäusern. Der Afrikatag 2026 macht ihr Engagement sichtbar und lädt dazu ein, ihre Arbeit solidarisch zu unterstützen.
Ordensfrau im Südsudan
Ordensfrauen in Juba (Südsudan) helfen Menschen in Not

Eichstätt. (pde) – Unter dem Leitwort „Damit sie das Leben haben“ aus dem Johannesevangelium bittet das Hilfswerk missio München am 6. Januar um Spenden für die Kirche in Afrika. Im Mittelpunkt des Afrikatags 2026 stehen Ordensfrauen im Südsudan, die sich trotz extremer Notlagen unermüdlich für die Menschen vor Ort einsetzen.

Die Projektpartnerinnen von missio München engagieren sich in vielfältiger Weise: Sie betreiben Schulen, arbeiten in Krankenhäusern und sind in Pfarreien tätig. Dort unterstützen sie Familien, die oft nicht einmal ausreichend Nahrung haben, und stehen Opfern häuslicher Gewalt zur Seite. „Ordensschwestern stehen den Menschen in ihrem täglichen Kampf ums Überleben bei“, teilt missio München mit.

Zu diesen Ordensfrauen gehören auch die Sacred Heart Sisters in Juba im Südsudan. Millionen Menschen sind dort auf der Flucht – auch die Schwestern selbst haben ihr Zuhause verloren. Sie leben derzeit in einem baufälligen Konvent, schlafen in Abstellkammern, kochen in einem alten Schuppen und teilen die Not der Menschen um sie herum. Trotz ihrer schwierigen eigenen Situation begleiten sie Frauen, Kinder und Familien, betreuen Geflüchtete in Lagern und organisieren Bildungsangebote. „Ihr Engagement steht stellvertretend für viele Ordensgemeinschaften in Afrika, die aus ihrem Glauben Kraft schöpfen, um an der Seite der Menschen zu stehen“, so missio München.

Nach Angaben des Päpstlichen Jahrbuchs 2024 sind rund 84.000 katholische Ordensfrauen in Afrika tätig. Ohne ihren Einsatz würden Bildungsarbeit, der Einsatz für Menschenrechte sowie die soziale und medizinische Versorgung von Menschen in Not, die Betreuung von Geflüchteten oder die Suchthilfe an vielen Orten zusammenbrechen. Als Lehrerinnen, Ärztinnen, Krankenschwestern, Sozialarbeiterinnen, Managerinnen im Sozialbereich oder Koordinatorinnen ehrenamtlicher Netzwerke eröffnen sie insbesondere jungen Menschen und sozial Ausgegrenzten neue Perspektiven. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Behinderungen, Witwen, Waisen oder Personen, die der angeblichen Hexerei beschuldigt werden. Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld ist der Einsatz für Menschen mit Albinismus, die aufgrund ihrer helleren Hautfarbe häufig diskriminiert werden und besonderen Schutz sowie Zukunftsperspektiven benötigen.

Der Afrikatag wurde 1891 von Papst Leo XIII. eingeführt und ist die älteste gesamtkirchliche Kollekte der Welt. Ursprünglich ins Leben gerufen zur Unterstützung des Kampfes gegen die Sklaverei, steht die Afrikakollekte heute für Hilfe zur Selbsthilfe. Die Spenden ermöglichen es, Frauen und Männer vor Ort auszubilden, die den Menschen als Ordensfrauen und Priester zur Seite stehen. Der Afrikatag wird traditionell rund um den 6. Januar, das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie), begangen. Mit der Wahl dieses Datums setzte die Kirche ein bewusstes Zeichen gegen Sklaverei und Menschenhandel. In vielen Ländern weltweit und auch in Bayern wird der Afrikatag bis heute als Epiphaniekollekte gehalten.

Weitere Informationen sowie Materialien und Bausteine für die Gottesdienstgestaltung finden sich unter www.missio.com/aktuelles/afrikatag.