Wie moderne Verkündigung geht, durften die Gottesdienstbesucher in der Eitensheimer Pfarrkirche St. Andreas erleben. Statt einer Predigt erlebten sie das Interview, das die Reporterin des "Eitensheimer Rundumschlags", die Ministrantin Karla Elflein, mit Pfarrer Anton Schatz führte. In den Antworten des Pfarrers wurde schnell deutlich, was sein Leben und Wirken als Priester bestimmt hat: Zuwendung zu den Menschen, Zuhören, Zusammenhalt stärken. Ob als Gemeinde-, Klinik- Kinder- oder Priesterseelsorger: Für Anton Schatz zählt die Pastoral, nicht die Verwaltung.
Mit einem zwinkernden Auge - Sinnbild für den bekannten Humor des Pfarrers - ging es von Frage zu Frage und man erfuhr so einiges über die Berufung, alternative Berufsvorstellungen und Schwerpunkte des Jubilars. Genau dieses Wort Jubilar, so Schatz in den einleitenden Worten, erinnere ihn zu sehr an Denkmäler und Einbalsamierung.
Bei der Übergabe einer Kerze mit seinem Primizspruch durch Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ingrid Sangl wurde im Gegensatz dazu deutlich, dass die Zukunft von Pfarrer Schatz in der Seelsorge liegt. "Meine ursprüngliche Primizkerze ist schon abgebrannt, die neue Kerze zeigt, es beginnt von Neuem und geht weiter", so Schatz.
Bürgermeister Manfred Diepold sprach den Dank der Kommune für die die gute Zusammenarbeit aus. In Eitensheim stehen Rathaus und Kirche unweit beieinander, so der Bürgermeister; Pfarrer Schatz habe die Herzen der Eitensheimer bewegt und den Verbund gestärkt.
Die Ministranten überreichten eine Sammlung von "Schatzkarten", die sie selbst ganz individuell gestaltet hatten. Kaplan Miroslav Házy, der bei dem Gottesdienst konzelebrierte, nahm das bevorstehende Fest Peter und Paul zum Anlass, Vergelt's Gott für den Dienst von Anton Schatz zu sagen.
Und wie sieht nun konkret die Zukunft aus? Die jugendliche Reporterin Karla Elflein hatte den Pfarrer nach dem Karriereweg gefragt und meinte, in Eichstätt sei doch auf höherer Ebene eine Stelle vakant. Schlagfertig antwortete Pfarrer Schatz, dass er nicht Bischof von Eichstätt werden wolle, wenn schon eine höhere Stufe, dann doch gleich Papst. Nachdem das Lachen in der Kirche verklungen war, konnte man bei der Antwort auf die Abschlussfrage, was er denn dann als erstes machen würde, den Charakter von Pfarrer Schatz gut erkennen. Dann, so Schatz, würde ich Dietrich Bonhoeffer heiligsprechen; vorausgesetzt, die Evangelische Kirche hätte nichts dagegen. Beim anschließenden Sektempfang auf dem Kirchenvorplatz gab es viele Gespräche, Glückwünsche, kleine Geschenke; ein rundum entspanntes Zusammensein bei hohen Temparaturen im Schatten der Linde. Gemeinschaft eben, Kirche also.
Text: E. Kommer
Fotos: I. Sangl