Eichstätt – Unter dem Titel „Jesus der Christus: Neu entdeckt!“ fand am Freitag, 14. März, im Bischöflichen Seminar in Eichstätt eine ganztägige Fortbildung für staatliche und kirchliche Religionslehrkräfte an Gymnasien statt. Im Mittelpunkt standen ausgewählte Aspekte des Lernbereichs 10.3: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen“.
Der Vormittag führte die Teilnehmenden ins Collegium Orientale Eichstätt. Rektor Dr. Oleksandr Petrynko stellte die Einrichtung vor und vermittelte auf anschauliche Weise zentrale Inhalte zur Göttlichen Liturgie der byzantinischen Ostkirchen – auch im Vergleich zur römisch-katholischen Eucharistie – sowie zur Bedeutung der Ikonographie. Besonders eindrucksvoll war der Besuch des Kirchenraums der Heilig-Geist-Kapelle: Die Gruppe nutzte die Gelegenheit, etwa anhand der Ikonostase, über Funktion und theologischen Gehalt von Ikonen zu reflektieren. Für eine gelungene Überraschung sorgten einige Kollegiaten mit einem kurzen Gesangsbeitrag.
Am Nachmittag referierte Prof. Dr. Dr. Andreas Weckwerth, Inhaber des Lehrstuhls für Alte Kirchengeschichte und Patrologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Mit großer Fachkenntnis beleuchtete er zentrale Streitfragen der frühen Konzilien, darunter die arianischen Kontroversen im Vorfeld des Konzils von Nizäa, das sich 2025 zum 1700. Mal jährt. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Entstehung und theologische Bedeutung des nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses. Seine Ausführungen wurden durch ausgewählte Primärtexte ergänzt, die sowohl inhaltlich als auch unter didaktischen Gesichtspunkten analysiert wurden.
Im abschließenden Plenum wurde das Ziel der Fortbildung – die fachlich fundierte Auseinandersetzung mit theologischen Kernthemen, das Kennenlernen des Collegium Orientale als außerschulischer Lernort und die Entwicklung praxisnaher Unterrichtsideen – von den Teilnehmenden durchweg positiv bewertet.
Text: Dr. Eva-Maria Gärtner