Eichstätt – Menschen mit und ohne Behinderung feierten am 5. Fastensonntag, dem 6. April, gemeinsam einen inklusiven Gottesdienst in der Kirche St. Johannes der Täufer in Rebdorf.
Ein inklusiver Gottesdienst bedeutet, dass er so gestaltet wird, dass möglichst alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten – aktiv mitfeiern können. Dabei geht es nicht darum bauliche Barrieren wie Treppenstufen zu vermeiden, sondern auch um sprachliche Hürden zu umgehen und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle willkommen fühlen. Ziel ist es, Teilhabe zu ermöglichen und Gemeinschaft erlebbar zu machen. Wenn Gottesdienste von vielfältigen Menschen mitgestaltet werden, sprechen sie auch ein breiteres Publikum an – und ermutigen gerade jene, die sich bisher vielleicht nicht getraut haben, selbst aktiv zu werden. Verantwortlich für die inklusiven Gottesdienste in der Diözese Eichstätt ist Pfarrer Alfred Grimm.
Der Gottesdienst in Rebdorf wurde musikalisch vom Chor Via Nova unter der Leitung von Ferdinand Winhard sowie vom Chor Hoffnungsstrahl begleitet. Letzterer steht unter der Leitung von Stephanie Kuppe, Referentin für die Hörbehindertenseelsorge in der Diözese Eichstätt. Der Chor Hoffnungsstrahl sang in Gebärdensprache – ein berührender Ausdruck gelebter Inklusion.
In Zusammenarbeit mit Wolfgang Nefzger, Seelsorger bei Regens Wagner Zell, organisierte Kuppe die Teilnahme gehörloser Menschen aus Zell und dem Gehörlosenverein Ingolstadt. Sie reisten mit Kleinbussen an und zeigten sich tief beeindruckt von der Gestaltung des Gottesdienstes. Monika Hellwig übersetzte den gesamten Gottesdienst simultan in Gebärdensprache, sodass auch gehörlose Teilnehmende jederzeit folgen konnten.
„Durch die Kombination aus Laut- und Gebärdensprache wurde der Gottesdienst zu einem gemeinsamen Erlebnis für alle. Es war ein besonderer Tag, der den Teilnehmenden das Gefühl gab, wirklich dazuzugehören – ein Tag, der sicher in guter Erinnerung bleiben wird“, sagt Pfarrer Alfred Grimm.