Eichstätt. (pde) – Rund 330 Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre 70 Begleitpersonen aus der gesamten Diözese Eichstätt haben am Dienstag, 30. Dezember, die offizielle Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen 2026 für das Bistum gefeiert. Nach der Aussendung im Eichstätter Dom zogen sie durch die Innenstadt zum Sternsingerfest im Priesterseminar. Im Mittelpunkt des Tages stand das Aktionsmotto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“.
In seiner Predigt beim Gottesdienst im Dom stellte Diözesanjugendpfarrer Sebastian Braun das Sternsingen in einen großen historischen, biblischen und persönlichen Zusammenhang. Ausgangspunkt war eine alte, mit Sternsingersegen beschriebene Kellertür in seinem Wohnhaus, die für ihn ein sichtbares Zeichen der über Jahrhunderte gewachsenen Tradition des Sternsingens ist. Diese Tür sei ein „historisches Dokument der Sternsinger, das über 130 Jahre zurückreicht“, und stehe sinnbildlich für den Glauben, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Vor genau 70 Jahren habe das Dreikönigssingen erstmalig mit einer bistumsweiten Aussendungsfeier begonnen. Heute sei es die größte Aktion, bei der Kinder für Kinder sammeln.
Braun betonte, dass Sternsingerinnen und Sternsinger nicht einfach Spenden sammelten, sondern gesandt seien: „Ihr seid nicht im Auftrag von Menschen unterwegs, sondern im Namen eines Größeren gesandt.“ Diese Sendung gehe auf Jesus selbst zurück, „der so groß ist, dass er sich ganz klein machen kann als Kind im Stall von Bethlehem“. Anhand des Evangeliums hob Braun hervor, dass die Sternsingerinnen und Sternsinger sich an den drei Weisen aus dem Morgenland orientieren sollen – nicht an König Herodes oder den Schriftgelehrten. Entscheidend sei nicht Wissen oder Macht, sondern die innere Haltung: „Es zählt nur, dass sie Sehnsucht nach Gott haben und aufbrechen.“ Daraus folgerte er: „Entscheidend ist nicht, wie groß jemand ist im Glauben, sondern ob er seinen Glauben in die Tat umsetzt.“
Diese Haltung erkennt Braun auch bei den Sternsingerinnen und Sternsingern selbst wieder. Trotz Ferien seien sie nicht zu Hause geblieben, sondern hätten sich auf den Weg gemacht. In den kommenden Tagen würden sie die Botschaft der Krippe weitertragen und dabei selbst verändert werden. Wie die Weisen kehrten auch sie „auf einem anderen Weg“ zurück – innerlich verwandelt. „Ihr werdet von Kindern und Jugendlichen zu Missionaren Jesu: Ihr tragt eine Botschaft mit euch, die der Welt Freude schenkt.“ Braun beschrieb den Auftrag der Sternsingerinnen und Sternsinger mit den Worten: „Ihr leiht Jesus eure Beine und geht von Haus zu Haus; ihr leiht Jesus eure Hände und sammelt für Kinder in Not; ihr leiht Jesus euren Mund und verkündet den Menschen seine frohe Botschaft.“
Zum Abschluss griff Braun erneut das Bild der alten Holztür auf. Die Sternsinger stünden in einer langen Glaubenstradition und führten sie fort: „Ihr ergänzt nicht nur eine Zeile mit Kreide. Ihr schreibt die Glaubensgeschichte weiter.“ Wie die drei Weisen aus dem Morgenland verkündeten sie den Menschen eine zentrale Botschaft: „Gott hat Sehnsucht nach dir!“ – damals wie heute und auch im neuen Jahr 2026.