PV Heideck-Laibstadt-Liebenstadt-Thalmässing

Hubert Liebherr gibt Zeugnis von seinem Glauben

In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, als Katholik in der Öffentlichkeit über seinen Glauben zu sprechen. Der Medjugorje-Gebetskreis Heideck hat aber einen Mann gefunden, der sich vom kirchenfernen Bauingenieur zum Verehrer der Gottesmutter Maria gewandelt hat. Über seinen Weg zum Glauben informierte Hubert Liebherr seine Zuhörer im Haus St. Benedikt.

In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, als Katholik in der Öffentlichkeit über seinen Glauben zu sprechen. Der Medjugorje-Gebetskreis Heideck hat aber einen Mann gefunden, der sich vom kirchenfernen Bauingenieur zum Verehrer der Gottesmutter Maria gewandelt hat. Über seinen Weg zum Glauben informierte Hubert Liebherr seine Zuhörer im Haus St. Benedikt.

Gabi Höfner-Kukula freute sich bei ihrer Begrüßung, dass Hubert Liebherr den weiten Weg aus der Schweiz nach Heideck nicht gescheut hat, um über seine Glaubenserfahrung zu reden. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied, das sie an der Gitarre mit Elke Stengel am Klavier und ihrem Mann Helmut an der Mundharmonika anstimmte, erzählte der aus der bekannten Unternehmerfamilie Liebherr stammende Schwabe über sein Leben. Seine Eltern waren gläubige Katholiken. Der Vater schrieb seine Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg der Wunderbaren Medaille, die die Muttergottes zeigt, zu. Als fünftes und jüngstes Kind kommt Hubert 1950 zur Welt. Die Familie lebte damals, wie die meisten, in beengten Verhältnissen. Mit dem sprichwörtlichen Fleiß der Schwaben brachte sein Vater die Baumaschinenfirma zu Weltruhm und prägte auch dadurch seine Kinder. Mit 14 Jahren ging Hubert in ein Internat und verlor langsam seinen Bezug zur Kirche und zu seinem Glauben. Als Abiturient kannte er keinen Gott und kein Gebet mehr. „Ich maße mir heute nicht mehr an, anderen zu sagen, wie sie leben sollen. Anders als wir damaligen 68er,“ so Liebherr in seiner Rückschauf auf seine jungen Jahre. Nach seiner 18-monatigen Grundwehrdienstzeit studierte er in Karlsruhe Bauingenieur- und Vermessungswesen. Als frisch gebackener Ingenieur wurde er von seinem Vater als Bauleiter für ein Projekt in Nordafrika eingesetzt. In den folgenden acht Jahren lernte er die Sahara und die umliegenden Staaten kennen. Da er nachts immer im Freien schlief, bewunderte er den impossanten Sternenhimmel und fragte sich: „Wo kommen die Sterne her? Es muss doch einen Schöpfergott geben!“ Als er 1981 wieder nach Deutschland zurückkehrte, teilte sein Vater die Verantwortlichkeiten in der Firma unter den Kindern auf. „Mein Interesse an Baumaschinen ist heute noch genausso groß wie damals,“ bekennt Hubert Liebherr, der sich bei Überlandfahrten für jede ihm zunächst unbekannte Maschine interessiert und so lange nachfragt, für was sie genutzt wird, wie und warum sie funktionert.

Der Auslöser für seine Hinwendung zum religiösen Leben, war ein unverschuldeter Autounfall. Der an einem Stopp-Schild wartende Unfallverursacher fuhr plötzlich los, als Liebherr auf der vorfahrtsberechtigten Straße passierte. Der Verursacher gab an, ihn nicht gesehen zu haben. Zum Glück entstand nur Blechschaden. „Ich bin danach mehrmals an dieser Unfallstelle gewesen und habe mich umgeschaut. Irgendwann entdeckte ich eine Kapelle in Sichtweite, die mich anzog,“ erzählt Liebherr. Und weiter: „In der Kapelle stand eine Figur der Muttergottes von Fátima.“ Da er darüber nichts wusste, kaufte er sich darüber ein Buch und las es in zwei Tagen. Dabei prägten sich ihm die Worte der Gottesmutter ein, die sie den damaligen Seherkindern mitteilte, dass sie bei der Lösung eines Problems helfe und in der Todesstunde ihren Beistand gewähre, wenn man ihre Bedingungen erfüllt hat. Dazu zählen an den ersten Samstagen von fünf aufeinander folgenden Monaten, den Rosenkranz zu beten, zu beichten und die Hl. Kommunion zu empfangen. Da Liebherr ein Problem in der Firma zu lösen hatte, dachte er, dies sei das richtige Mittel dafür. „Ich hatte aber Schwierigkeiten, den Rosenkranz und ein Vaterunser zu beten, weil ich es vergessen hatte,“ bekennt Hubert Liebherr. „Auch wusste ich nicht, was ich bei meiner ersten freiwilligen Beichte beichten sollte,“ gibt er zu. Erfreut stellte er aber fest, dass in kürzester Zeit die Firmenprobleme gelöst waren.

Im Mai 1987 brach Hubert Liebherr in seinem Flugzeug mit Freunden zu einer Wallfahrt nach Fátima auf. Die Erscheinung der Muttergottes jährte sich dort nämlich zum 70. Mal. Auf dem großen Platz konnte er im Unterschied zu allen anderen Wallfahrern damals nicht glauben, dass die Gottesmutter während der Prozession auch geistig anwesend war. Er wünschte sich, ebenso glauben zu können. Hinterher schämte er sich sogar für seinen Zweifel. Auf dem Rückflug hörte er das erste Mal von Medjugorje. Dort erscheint die Jungfrau Maria seit 1981 jeden Monat Kindern und verkündet ihnen ihre Botschaft.

Einen Monat später besuchte er Medjugorje und war sehr enttäuscht, weil seine Erwartung eines kleinen Wunders zu groß war. Während er das Geschehen der vielen Nationalitäten um sich beobachtete, wurde es ihm furchtbar schlecht. „Und das soll ein Gnadenort sein,“ fragte sich Liebherr, dem es sonst nie schlecht wurde. Er wollte nur schnell weg von diesem Ort, an dem er es nicht mehr aushielt. Plötzlich kam ein Priester ums Eck, stellt einen Klappstuhl auf, setzt sich und stellt sein Schild „Deutsch“ auf. „Da sank ich auf die Knie und erkannte, wie sehr ich Gott bisher beleidigt habe,“ beichtete der Unternehmersohn unter Tränen dem Priester.

Noch im gleichen Jahr musste Liebher nach drei Monaten mit seinem Freund ein zweites Mal nach Medjugorje, weil er so etwas wie Heimweh verspürte. Auf dem Heimweg erkannten beide, dass zwar die Muttergottes alles für sie tat, sie aber im Grunde nichts für die Muttergottes. So beschlossen sie, Medjugorje bei den Menschen bekannter zu machen. Wallfahrten von Gruppen in Flugzeugen und in Etappen zu Fuß dorthin folgten.

Ein Ereignis in seiner Heimat führte schließlich zu seiner persönlichen Wende hin zum Glauben und auf das Vertrauen auf Gott. Sein Vater war bekanntlich gläubig, trennte aber streng zwischen seiner öffentlichen Stellung in der Firma und seinem Privatleben. So stellte ihn eine, in seiner Heimatstadt geplante Filmvorführung über Medjugorje, deren Moderation er vertretungsbedingt übernehmen sollte, vor die schwierige Entscheidung. Obwohl ihn sein Vater von dem öffentlichen Auftritt abbringen wollte, entschied er sich dafür. Danach betete er um ein himmlisches Zeichen, wie er sich zukünftig verhalten solle, wenn es um die Firma und seine Glaubensüberzeugung geht. Dieses Zeichen erfuhr er während einer Hl. Messe, wo er für sich die Herrlichkeit Gottes erlebt hat. Die Bibelstelle „Verlasse alles, was du bist und hast und folge mir nach!“ war dabei für Hubert Liebherr das Schlüsselerlebnis. In einem langen Gespräch mit seinem Vater erklärte er, dass er aus der Firma ausscheiden und auf seinen Erbteil verzichten will. Der Vater willigte ein, ließ ihn ziehen, gewährte aber ihm und seiner Ehefrau eine regelmäßige Zahlung.

„Dann hat für mich eine sehr harte Zeit begonnen,“ gesteht Liebherr. Seine Frau und seine Freunde versuchten ihn, von seiner Entscheidung abzubringen. „Jetzt spinnt er total,“ urteilten sie über ihn. Seine Frau suchte sogar das Gespräch bei einem Psychiater mit ihm. Obwohl dieser seine Frau beruhigen konnte, trennte sie sich später von ihm.

In seinem Glaubenseifer gründete Hubert Liebherr anschließend den Freundeskreis Medjugorje Deutschland und begleitete bis jetzt mehr als 25.000 Pilger auf dem Weg dorthin.