Hoffnungsvoll österlich leben: Osterpredigt von Diözesanadministrator Alfred Rottler

„Möge uns in diesen Tagen inmitten unserer zerrissenen Welt die Überzeugung geschenkt werden: Es gibt eine Hoffnung gegen alle Kriege, gegen alles Leid, gegen alle Polarisierungen, eine Hoffnung über den Tod hinaus“. Diesen Wunsch formulierte Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler in seiner Predigt am Ostersonntag im Eichstätter Dom.
Diözesanadministrator predigt beim Gottesdienst zum Osterfest im Eichstätter Dom.

Eichstätt. (pde) – „Nachrichten kann ich kaum noch schauen, das macht mich fertig“. Diesen Satz, den er kürzlich gelesen habe, stellte Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler an den Beginn seiner Predigt am Ostersonntag im Eichstätter Dom. Vielen Menschen mache die unsichere Weltlage Angst. Die Osterbotschaft aber könne Zuversicht verleihen, in ihr „steckt eine ungemein große und tiefe Hoffnung“. Quelle dieser Hoffnung sei Jesus, der Auferstandene, „er kennt immer noch Perspektiven, wo unsere Möglichkeiten schon längst am Ende sind“.

So ähnlich wie den Menschen, die heute mit bangen Blicken in die Zukunft schauen, „mag es den Jüngern Jesu und den Frauen nach dem Karfreitag ergangen sein“, sagte Rottler. Sie seien „total am Boden“ gewesen, hätten sie doch ihre ganze Hoffnung auf Jesus gesetzt. „Und da hinein trifft die Botschaft der Auferstehung“. Diese sei zu neuartig, zu ungeheuerlich, zu unbegreiflich gewesen, als dass sie die Frauen und die Jünger sofort hätten glauben können. Doch schließlich seien die Zweifel gewichen und hätten Überzeugung und Mut Platz gemacht.

„Vielleicht haben Sie auch schon Erfahrungen gesammelt, wo sie erleben durften, dass Gott Unmögliches ermöglichen kann“, meinte Rottler und erzählte von einer Ordensfrau, der die Ärzte nach einem Verkehrsunfall keine Chance mehr gaben. Aber an Ostern sei sie ins Leben zurückgekehrt, „sie hat gewissermaßen Auferstehung am eigenen Leib erfahren“.

Ein Seelsorger, der im vergangenen Jahrhundert mehrere Jahre in den USA tätig war, habe den Begriff „easter people“ geprägt, berichtete der Diözesanadministrator. Darunter verstehe man Menschen, die österlich leben, „die trotz allem die Hoffnung nicht verlieren, die durch das Dunkel hindurch dem Gott des Lebens trauen, die außer den dunklen Seiten des Lebens auch die lichten wahrnehmen, die das Licht am Ende des Tunnels sehen und vertrauen, dass unser Herr Jesus Christus unsere Wege mitgeht, wie er es bei den Emmaus-Jüngern getan hat.“