„Hier erreichen wir einfach ganz viele Menschen“ – Das Bistum Eichstätt beim Katholikentag in Würzburg

Vom 13. bis 17. Mai findet in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ statt. Dabei wirken auch Gruppierungen aus dem Bistum Eichstätt mit.
Vier Menschen halten das Plakat
Die Mitglieder der AG Katholikentag begutachten die Plakatwand für den Stand der Diözese Eichstätt.

Eichstätt/Würzburg. (pde) – Zusammen beten, diskutieren, feiern: Am Mittwoch, 13. Mai, wird der Katholikentag eröffnet. Würzburg ist diesmal Gastgeber für die alle zwei Jahre stattfindende Großveranstaltung, zu der eine Reihe von Pfarreien und Gruppen aus dem Bistum Eichstätt Tagesfahrten anbieten. Auch im Programm des Katholikentags sind Mitwirkende aus dem Bereich der Diözese aufgelistet. Vor allem aber ist auf der traditionellen „Kirchenmeile“ der Stand des Bistums zu finden. Analog zum diesjährigen Katholikentagsmotto geht es ums Mut machen. Kirchliche „Mutmacher“, insbesondere die verschiedenen Beratungsangebote, werden vorgestellt. 

Bis 2022 hatte sich der Eichstätter Diözesanrat in Eigenregie um Konzeption und Besetzung des Bistumsstands gekümmert, seit 2024 liegt die Verantwortung bei der Stabsstelle Kommunikation in enger Zusammenarbeit mit dem Diözesanrat. Dazu hat man sich zur „AG Katholikentag“ zusammengeschlossen. Zu dieser Ideensammler-Gruppe gehört Stabsstellen-Redakteurin Anika Taiber-Groh, die vorab beschreibt, welche Mutmacherinnen und Mutmacher am Stand vorgestellt werden: „Da ist zum Beispiel jemand von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung oder die geistlichen Begleiterinnen und Begleiter oder die Schwangerenberatung vom Sozialdienst Katholischer Frauen“. Ein besonderer Hingucker am Stand wird eine analoge, alte gelbe Telefonzelle mit digital-interaktivem Innenleben sein. Wer sie betritt, kann sich auf einem Display durch die Beratungs-Angebote des Bistums klicken. 

Außerdem kündigt Taiber-Groh an, „gibt es bei uns auch die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen“. Für Kinder stehe eine Button-Prägemaschine bereit und „wir haben eine Menge bunter Tischtennisbälle dabei“. Damit können die Gäste ausdrücken, wo ihnen im kirchlichen Bereich schon jemand Mut gemacht habe, „etwa im Bereich Spiritualität oder im Bereich Gemeinschaft. Und das kann ich zeigen, indem ich einen Ball in eine transparente Säule werfe. Ich denke, da entstehen viele Gespräche und da freuen wir uns drauf.“

Wichtiges Thema: Nachhaltigkeit

Ähnlich geht es der Nachhaltigkeitsreferentin der Diözese Eichstätt, Lisa Amon. Beim Katholikentag, sagt sie, „erreichen wir einfach ganz viele Menschen für unsere Themen. „Wir“, das ist in Amons Fall die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der deutschen (Erz-)Diözesen, die mit zwei Veranstaltungsformaten vertreten ist. Naheliegend sei es gewesen, das Thema Wasser zu thematisieren, berichtet Amon – sei Unterfranken doch die trockenste Region im Freistaat. Wie schon 2024 beim Schöpfungstag des Bistums Eichstätt, wird auch in Würzburg der Journalist Uwe Ritzer zu Gast sein, Diskussionsgrundlage ist sein Buch „Zwischen Dürre und Flut“.

Die zweite von Amon mitbetreute Werkstatt „ist für uns Umweltbeauftragte eigentlich das Kernanliegen“, meint sie. Die Veranstaltung ist überschrieben mit „Schöpfungsverantwortung konkret. Wie geht das in Gemeinden?“
 

"Hoffentlich gehen die Menschen dann auch mit neuen Inspirationen raus, wie sie Klima- und Umweltschutz in ihrer Pfarrei vor Ort umsetzen können.“ 
Lisa Amon, Nachhaltigkeitsreferentin


Über die Fachebene hinaus sei ihr der Katholikentag auch persönlich wichtig „als Selbstvergewisserung für meinen Glauben“, unterstreicht Amon und schwärmt von der Mischung aus ganz unterschiedlichen Programmelementen, Kunstaktionen, Konzerten, gemeinsamem Essen und Begegnung. 

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsreferentin ist eine Mitmachaktion, die missio München und die Freisinger Domberg-Akademie zum zehnjährigen Jubiläum der Enzyklika „Laudato Si“ planten und deren Ergebnis nun auf dem Katholikentag zu sehen sein wird: Das „gemeinsame Haus“, erbaut aus kreativ gestalteten Wimpelketten. Wer vor Ort ist und genau hinschaut, kann vielleicht auch „Bausteine“ aus dem Bistum Eichstätt entdecken. „Schicke deine Wünsche in die Welt!“, hatte die Vorgabe zur Gestaltung der rechteckigen Wimpel gelautet, die an die Tradition von Gebetsfahnen angelehnt sind. Amon hatte bei jeder Gelegenheit auf das Projekt aufmerksam gemacht. Neben einem Kindergarten oder einer Kommuniongruppe hatte sich auch die Eichstätter Frauenberg-Mesnerin Maria Schneider aktiv beteiligt, indem sie eine der 20-teiligen Wimpelketten in der Kapelle auslegte und Gäste darauf hinwies. Offene Ohren rannte sie bei Dr. Maria Eyrich-Stur ein. Mit ihrer Deutschklasse an der Mittelschule Eichstätt-Schottenau „beschäftigten wir uns im Bereich Ethik gerade mit dem Thema Fleischkonsum und den Folgen für die Umwelt“ erzählt die Pädagogin, die in der Freizeit oft in der Frauenberg-Kapelle einkehrt. Spontan nahm sie eine zweite Wimpelkette mit in die Schule, wo sie die 13- bis 16-Jährigen beschrifteten und sogar liebevoll mit Stoff- und Wollapplikationen versahen. Frauenberg-Mesnerin Schneider versprach ihnen: „Ich schicke Euch ein Foto, wenn ich am Katholikentag bin.“

Programm lädt zum Stöbern ein

Marille Neufanger aus Pleinfeld ist in Würzburg mehr als „nur“ Besucherin. Die Religionslehrerin im Kirchendienst wirkt im Zentrum Bibel und Spiritualität/Meditation mit. Ihr Beitrag ist im Programm beschrieben mit: „Stille. Atmen. Beten: Hinführung zum Beten mit dem Namen Jesu“. Hinter dem Angebot steht das Haus Gries in Oberfranken, ein von einem Jesuiten gegründetes Zentrum für kontemplative Exerzitien. Neufanger hat dort einst nach ihrem Studium ein freiwilliges Jahr absolviert. 

Zwischen Seite 1 und Seite 321 des Katholikentags-Programms tauchen immer wieder Mitwirkende aus dem Bistum Eichstätt auf: Die Schola des Collegium Orientale etwa, die ein Abendgebet im byzantinischen Ritus gestaltet. Oder Alexandra Hoff-Ressel vom Zentralinstitut für Ehe und Familie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, deren Thema lautet: „Mit Kindern über den Krieg reden“. Und der in Wendelstein lebende Georg Langenhorst, Professor für Religionspädagogik in Augsburg, gestaltet im Zentrum „Bibel und Spiritualität“ eine Werkstatt zum Thema Kinderbibeln in Familie, Gemeinde und Schule. Auch auf der Kirchenmeile, bei der sich verschiedene Gruppierungen und Verbände präsentieren, sind vereinzelt Mitarbeitende der Diözese Eichstätt anzutreffen, so z.B. der Fachbereichsleiter Armin Hückl beim Stand der Schulpastoral Bayern. Stöbern lohnt sich. Das Programm steht zum Download auf der Homepage des Katholikentags bereit.

Aufruf der deutschen Bischöfe zur Katholikentagskollekte

Auch die deutschen Bischöfe rufen anlässlich des Katholikentags in Würzburg zur Teilnahme und Unterstützung auf. Das Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ erinnere daran, sich als Christinnen und Christen mutig für ein gerechtes Miteinander einzusetzen – gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen. Zugleich laden die Bischöfe zu einer Sonderkollekte in den Gottesdiensten am 9. und 10. Mai ein. Auch wer nicht vor Ort teilnehmen kann, könne den Katholikentag durch Gebet und Spenden unterstützen.