Gottesdienst vom See Genezareth am 19. Oktober live im Ersten

Live vom See Genezareth: Am 19. Oktober überträgt Das Erste um 10 Uhr einen Gottesdienst aus Tabgha im Heiligen Land. Die Benediktinermönche feiern dort, wo Jesus die Brotvermehrung wirkte. Ein Zeichen der Solidarität und Hoffnung in bewegten Zeiten. Der Gottesdienst wird begleitet von Erwin Albrecht, Eichstätter Diözesanpriester und Beauftragter der Bayerischen Bischofskonferenz für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk.
Der Gottesdienst findet direkt am Ufer des biblischen Sees statt. Foto: Erwin Albrecht.

Eichstätt/Tabgha (pde). – Am Sonntag, 19. Oktober, überträgt Das Erste von 10 bis 11 Uhr live einen Gottesdienst aus Tabgha am See Genezareth. Die Feier findet direkt am Ufer des biblischen Sees statt – dort, wo der Überlieferung nach Jesus Christus die Brotvermehrung gewirkt hat.

Der Gottesdienst steht im Zeichen von Versöhnung, Solidarität und Hoffnung. Geleitet wird die Feier von Pater Matthias Karl OSB und den Mönchen des Benediktinerklosters Tabgha, die nach der Regel des heiligen Benedikt leben und seit Jahrzehnten am Ort der Brotvermehrung wirken. Die musikalische Gestaltung übernimmt ein ökumenischer Projektchor der Erlöserkantorei Jerusalem unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried, unterstützt von Amir Emtanes auf der traditionellen Oud, einem Zupfinstrument aus dem Vorderen Orient.

Ursprünglich war die Übertagung nur im Bayerischen Fernsehen vorgesehen. Aufgrund der jüngsten Geschehnisse haben die Programmverantwortlichen der ARD entschieden, den Gottesdienst im Ersten Programm zu übertragen. Erwin Albrecht, Eichstätter Diözesanpriester und Beauftragter der Bayerischen Bischofskonferenz für Hörfunk und Fernsehen beim Bayerischen Rundfunk, betont: „Ich bin sehr froh und dankbar, dass die ARD dieses Projekt mitträgt. Gerade in der aktuellen Situation wird diese Übertragung sicher als wichtiges Zeichen der Solidarität mit den Christen im Heiligen Land wahrgenommen werden.“

Tabgha: Ein Ort der Versöhnung

Das Kloster Tabgha war im Juni vor acht Jahren Ziel eines Brandanschlags geworden. Extremistische Jugendliche einer christenfeindlichen Siedlerbewegung hatten damals den Eingangsbereich der weltbekannten Brotvermehrungskirche in Flammen gesetzt. Die Tat löste weltweit Bestürzung aus und führte zu einem breiten Zeichen der Solidarität: Menschen verschiedenster Religionen und Konfessionen bekundeten ihre Verbundenheit mit den Benediktinern und ermutigten die Christen, im Heiligen Land präsent zu bleiben und die heiligen Stätten weiter zu pflegen.

Trotz der damaligen Zerstörung führen die Mönche ihren Dienst unbeirrt fort. Sie bieten Raum für Gebet, geistliche Einkehr und interreligiöse Begegnung und engagieren sich in der angegliederten Begegnungsstätte für israelische und arabische Jugendliche sowie behinderte Kinder. „Ihr Wirken gilt vielen als ein Zeichen gelebter Brückenbauarbeit – Grundlage für den Frieden, den das Heilige Land und die Welt so dringend brauchen“, so Erwin Albrecht. Mit der Live-Übertragung aus Tabgha möchte Das Erste eine Plattform für das gemeinsame Gebet mit den Christen im Heiligen Land schaffen.