Die Augustsonne brennt unbarmherzig auf den Platz vor der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Thalmässing am Rand des fränkischen Seenlands. Aber am Rand der angrenzenden, von hohen Sträuchern gesäumten Rasenfläche ist wohltuender Schatten. Hölzerne Tische und Bänke laden zur Mittagsrast ein, darüber spannt sich ein großes, stabiles Sonnensegel, das bei einem Wetterumschwung auch einem Regenschauer standhalten würde. „So etwas würden wir uns auch oft wünschen“, sagen Hans und Marina Seidl, auf deren Initiative vor drei Jahren die Radwegkirche Thalmässing entstanden ist.
Die beiden, die als Pastoralreferentin und -referent im Dienst der Diözese Eichstätt standen und nun im Ruhestand sind, unternehmen seit Jahren mit Freunden mehrtägige Radtouren. „Da fährt man manchmal stundenlang und es kommt kein Schatten. Oder man findet eine schöne Bank, die aber in der prallen Sonne steht.“ Die Seidls haben viele Routen kennengelernt, seit sie ihre erste Fahrradreise von Passau nach Wien antraten. Sie radelten von Wien nach Budapest, von Prag nach Dresden oder auch auf dem Murradweg in der Steiermark. Wenn sie sich nicht gerade daheim ehrenamtlich in der Pfarrei Thalmässing und in deren Kulturzentrum „Bunker“ engagieren.