Zugleich baten die Gläubigen um Gottes Segen, den die Priester spendeten. Die Monstranz wurde dabei in feierlicher Prozession durch Straßen und Flure getragen und machte sichtbar, dass Christus die Menschen auch auf ihren alltäglichen Wegen begleitet.
Flurprozessionen, auch Bittprozessionen genannt, haben in der Kirche eine lange Tradition. Ihre Wurzeln reichen bis in die frühen Jahrhunderte des Christentums zurück; besonders die Tage vor Christi Himmelfahrt wurden vielerorts als Bitttage begangen. Ursprünglich standen die Bitte um eine gute Ernte, um günstige Witterung und um Bewahrung vor Unwetter und Not im Mittelpunkt. Bis heute haben diese Prozessionen nichts von ihrer Bedeutung verloren: Sie verbinden das Gebet für die Früchte der Erde mit der Bitte um Segen für das menschliche Schaffen insgesamt. So erinnern Flurprozessionen daran, dass der Mensch von Gottes Gaben lebt und seine Verantwortung für Schöpfung, Arbeit und das Miteinander stets neu wahrnehmen soll.
Fotos:
Barbara Sterner (Buxheim)
Marcus Windeler (Tauberfeld)