Heidenheim – In einem festlichen Rahmen wurde am Sonntag im Kloster Heidenheim der neu geschaffene Walburgaweg eingeweiht. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Kultur sowie viele Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zur Eröffnung dieses besonderen Kunst- und Kulturprojekts. Der Weg widmet sich dem Leben und Wirken der heiligen Walburga und verbindet auf zwölf Stationen eindrucksvoll Kunst, Geschichte und Spiritualität.
In seiner Begrüßung betonte der Geschäftsführer des Klosters Heidenheim und Projektverantwortliche Reinhold Seefried die herausragende historische Bedeutung Walburgas. Gemeinsam mit ihrem Bruder Wunibald gründete sie im 8. Jahrhundert das Benediktinerkloster in Heidenheim und leitete später als erste Frau ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen. „Wir schreiben heute ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Ortes – eines, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet“, so Seefried. Ziel des Weges sei es, Walburga an den Ursprung ihres Wirkens zurückzuführen und ihre Bedeutung für die Region neu erlebbar zu machen.
Unter dem Leitwort „Ihr Geist soll nicht in Vergessenheit bleiben – ihr Geist soll lebendige Gegenwart sein“ entstand der Walburgaweg als gemeinschaftliches Projekt. Renommierte Künstlerinnen und Künstler gestalteten die frei zugänglichen Stationen, die rund um die Uhr besucht werden können. Der Weg versteht sich zugleich als Kunstinstallation, Wissensquelle, spiritueller Pfad und attraktives Ausflugsziel.
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem ökumenischen Miteinander, das das Projekt von Beginn an prägte. Der Walburgaweg steht beispielhaft für ein gemeinsames Erinnern über Konfessionsgrenzen hinweg. Die Anwesenheit von Schwestern aus dem Kloster St. Walburg in Eichstätt sowie von Vertreterinnen und Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche unterstrich die enge Verbundenheit der traditionsreichen Orte.
Im Verlauf der Feier wurden einzelne Stationen besonders hervorgehoben. So thematisiert die zweite Station „Wurzeln“ die Bedeutung von Familie, Glaube und Heimat, während die dritte Station „Aufbrechen“ an Walburgas Mut erinnert, ihre Heimat zu verlassen und neue Wege zu gehen. Reinhold Seefried dankte in diesem Zusammenhang allen Mitwirkenden, die das Projekt von der Idee bis zur Umsetzung getragen haben – darunter Pfarrerin Christiane Rabus Schuler als Ideengeberin des Weges, der Freundeskreis Kloster Heidenheim, der Lions Club Gunzenhausen, die Hirschmann-Stiftung sowie das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken (ALE), die eine Station als Abschlussprojekt der Dorferneuerung ermöglichte.
Den feierlichen Höhepunkt bildete die Segnung an der vierten Station, dem historischen „Heidenbrünnlein“, der stärksten Quelle des Hahnenkamms. Der ehemalige evangelische Dekan Klaus Kuhn und der katholische Pfarrer Peter Wyzgol nahmen die Weihe dieses besonderen Ortes vor, der der Überlieferung zufolge bereits als Taufstätte gedient haben soll.