PV Neumarkt-West

Familiengottesdienst in St. Martin

Kinder lesen von belastenden Situationen des Alltags und ein Kind in der Mitte bindet für jede Belastung einen Knoten in das Seil.
Familiengottesdienst in St. Martin - Foto: Andrea Mederer

In der Pfarrkirche St. Martin wurde am Sonntag ein Familiengottesdienst mit Pater Krzysztof Labak, CSsR zu Ehren der heiligen Maria gefeiert. Besonders die Kinder gestalteten den Gottesdienst mit ihren Beiträgen und den Fürbitten aktiv mit.

Mehrere Kinder stellten sich mit einem Seil vor den Altar und erzählen von belastenden Situationen ihres Alltags. Jede Geschichte steht für einen „Knoten“ im Leben – symbolisiert durch einen Knoten im Seil.

  • Tom berichtet, dass es ihm äußerlich gut geht und seine Familie wohlhabend ist. Trotzdem fühlt er sich einsam, weil seine Eltern kaum Zeit für ihn haben. 
    Einsamkeit als Knoten.
  • Olena erzählt von ihrer Angst vor dem Krieg in der Ukraine, von Verletzungen, Tod und ständiger Bedrohung. 
    Krieg und Verletzungen als Knoten.
  • Mia schildert ihre Angst vor der Schule, weil sie gemobbt und verspottet wird und sich auf dem Schulweg unsicher fühlt. 
    Angst als Knoten.

Nach diesen persönlichen Beispielen wurden die Gottesdienstbesucher eingeladen, ein Stück Schnur zu nehmen, in Stille über eigene Situationen nachzudenken und ebenfalls einen Knoten zu knüpfen. 

Nach dieser Stille richten die Kinder den Blick auf ein Marienbild, das vor dem Altar aufgestellt wurde:
“Schaut euch nun mal das Marienbild hier vorn am Altar genau an oder die kleinen Bilder, die wir in den Bänken verteilt haben. Maria hält ein langes Band und darin sind ganz viele Knoten. Ihre Hände sind sanft. Sie schaut so, als würde sie sich wirklich kümmern. Und im Hintergrund – könnt ihr ihn sehen? Da ist Jesus.”

Maria sieht die Knoten und bemerkt, wenn etwas nicht stimmt.

  • Maria ist auch heute noch so. Sie sieht, wenn jemand einen Knoten im Leben hat. Sie sieht eine Mutter, die nachts vor Sorgen nicht schlafen kann. Sie sieht Menschen, die nicht mehr weiterwissen.
  • Schaut auf Marias Hände. Sie reißt nicht einfach an den Knoten, sie zerrt nicht dran. Sie hält das Band ganz vorsichtig. Maria lässt die Menschen nicht allein. Sie geht zu Jesus und bittet ihn um Hilfe.
  • Knoten können sich lösen. Ein Streit mit dem besten Freund, klärt sich plötzlich. Eine schwierige Aufgabe klappt auf einmal. Ein trauriges Gefühl löst sich, weil jemand da ist.
  • Maria lädt uns alle ein, unsere Knoten nicht alleine ganz fest zu halten. Bringt sie zu ihr. Sie kennt den Weg zu Jesus.
  • “Wir sammeln jetzt Eure Knoten ein und bringen Sie dann mit unseren Fürbitten zu Maria als Fürsprecherin bei Gott.”
  • In den Fürbitten wenden sich die Kinder gemeinsam mit Maria an Jesus. Sie bringen ihm die Sorgen und Nöte vieler Menschen: Mütter und Großmütter, die müde, krank oder einsam sind; Familien, die überfordert sind oder unter Streit leiden; Eltern, die Angst um ihre Kinder haben; und Familien, die keine Kinder bekommen können oder ein Kind verloren haben. Auch die persönlichen „Knoten“ der Gottesdienstbesucher werden eingeschlossen. Die Gemeinde bittet um Kraft, Trost, Frieden und Hoffnung. 

Beim „Vaterunser“ lud Pater Labak die Kinder ein, sich um den Altar zu versammeln und das Gebet gemeinsam zu sprechen.

Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Kinderchor unter der Leitung von Barbara Lautenschlager mitgestaltet.