Eichstätt/Gitega. (pde) – Beim Hochfest des heiligen Willibald am Dienstag, 7. Juli, hat der Erzbischof der burundischen Partnerdiözese Gitega, Bonaventure Nahimana, die Gläubigen im Eichstätter Dom dazu aufgerufen, das Erbe des Diözesanpatrons als „Hirte, Vater im Glauben und Missionar“ neu zu entdecken und in die Gegenwart zu übersetzen.
Zu Beginn seiner Predigt würdigte Nahimana die seit fünf Jahrzehnten bestehende Partnerschaft zwischen den Kirchen von Eichstätt und Gitega. Die Delegation aus Burundi, die anlässlich dieses Jubiläums im Bistum weilt, freue sich, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft und Solidarität“ am Willibaldsfest, dem Gedenktag des Heiligen, teilzunehmen. Zugleich dankte Nahimana Gott, „der uns auf seinen geheimnisvollen Wegen vor 50 Jahren auf denselben Weg geführt und es uns ermöglicht hat, Bande der Zusammenarbeit und missionarischen Kooperation zu knüpfen“. Mitgeprägt hat die Partnerschaft sein Vorgänger Erzbischof em. Simon Ntamwana, der den Gottesdienst mitzelebrierte.
Nahimana hob die Rolle Willibalds als „Hirte, Vater im Glauben und Missionar“ hervor. Gott selbst ergreife die Initiative, um orientierungslose, ausgegrenzte und belastete Menschen zu suchen, zu versammeln und zu versorgen. „In unserer Gesellschaft, hier wie bei uns oder anderswo, gibt es ausgegrenzte, kranke, manchmal unheilbar kranke Menschen, Migranten, erschöpfte und niedergeschlagene Menschen“, sagte der Erzbischof und fragte: „Welchen Blick haben wir auf diese Menschen – wir, die Jünger des Guten Hirten und Erben des heiligen Willibald? Werden wir von Mitleid ergriffen, bleiben wir gleichgültig, oder machen wir uns ihnen zum Nächsten?“ Christinnen und Christen seien aufgerufen, an die geografischen und existenziellen Ränder zu gehen. Willibald sei einst in ein damaliges Randgebiet Europas gesandt worden, um das Evangelium zu verkünden: „Er machte es zu einem Zentrum der Ausstrahlung des Glaubens.“
Als „Vater seiner Gemeinschaft“ habe Willibald es verstanden, „das Evangelium zu seiner Zeit in eurer Kultur zu verkünden und euch den Glauben weiterzugeben, den er selbst empfangen und durch Einsamkeit und Meditation des Wortes Gottes hatte reifen lassen“. Heute stelle sich die Frage, wie diese Botschaft vergegenwärtigt werden kann, damit sie weiterhin ein Licht für junge Menschen ist und sie sich für deren Verkündigung engagieren. „Das ist die Herausforderung, der sich die Kirche stellen muss: dort präsent zu sein, wo die Menschen von heute leben und kämpfen, und ihnen mit kreativen Zugängen das Wort Gottes anzubieten, das immer fähig ist, ihr Leben zu erhellen – auch im digitalen Zeitalter“, betonte der Erzbischof.