Ein Tag voller Begegnung, Musik und Gemeinschaft – Der Samstag in der Willibaldswoche

Am Samstag, 12. Juli, wird Eichstätt zum Zentrum lebendiger Gemeinschaft. Unter dem Motto „Zusammen pilgern – zusammen sein“ bietet dieser Tag in der Willibaldswoche ein vielfältiges Programm: Gospeltag, Jugend-Festival, Domtafel und eine Lichtshow im Dom.
Willibald meets Lights and Beats - Generalprobe im Dom mit Walter Bamberger (links) und Philipp Eckstein. Foto: Wolfgang Bertl

Eichstätt. (pde) – Am Samstag, 12. Juli, wird Eichstätt zum Zentrum lebendiger Gemeinschaft, mitreißender Musik und spiritueller Begegnung. Unter dem Motto „Zusammen pilgern – zusammen sein“ bietet dieser Tag in der Willibaldswoche ein vielfältiges Programm, das Menschen jeden Alters einlädt, sich auf unterschiedliche Weise zu verbinden, mitzuwirken und mitzufeiern. Gleich vier Attraktionen stehen im Blickpunkt, jede für sich zeigt, wie vielfältig und jung Kirche sein kann.

Bereits am frühen Nachmittag startet der Gospel-Begegnungstag, bei dem rund 200 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören zusammenkommen. Nach einem gemeinsamen Warm-up und intensiven Proben in der Schutzengelkirche erwartet die Teilnehmenden ein vielseitiges Workshopangebot – von Stadtführungen über Yoga bis hin zu Circle Singing. Nach der gemeinsam gestalteten Abendmesse im Dom um 19 Uhr, ist der Höhepunkt des Tages das große Abschlusskonzert auf der Domtafel am Domplatz.

Parallel zum Gospeltag beginnt ab 16.30 Uhr das Jugendfestival im Garten des Priesterseminars – ein buntes, offenes Angebot für junge Menschen. Workshops, Street-Food, Gespräche und Gebet schaffen eine lebendige Atmosphäre der Begegnung. Beim „Abendfunkeln“ um 19 Uhr sorgen die Jugendkantorei am Eichstätter Dom und der Jugendchor St. Remigius aus Düsseldorf für einen besonderen spirituellen Einstieg in den Abend.

Ein Fest für alle Sinne: Domtafel und Lichtshow

Ab 20 Uhr sind alle eingeladen zur Offenen Domtafel auf dem Domplatz. In stimmungsvoller Atmosphäre wird gemeinsam gegessen, gelacht und geteilt – jeder bringt seinen eigenen Picknickkorb mit Speisen und Getränken mit und teilt sie mit anderen.  Ein kleines Kontingent an Notfall-Körben aus dem Kloster Plankstetten und Getränke werden vor Ort bereitgestellt. Mitglieder der Bistumsleitung sind mit dabei und freuen sich auf persönliche Gespräche. Die musikalische Begleitung übernehmen die Gospelchöre, die ihre beim Begegnungstag einstudierten Songs präsentieren – ein Fest der Stimmen, Gemeinschaft und Freude.

Den krönenden Abschluss des Tages bildet um 22 Uhr das außergewöhnliche Klang- und Lichterlebnis „Willibald meets Lights and Beats“ im Eichstätter Dom nach dem Konzept einer Silent Disco mit Kopfhörern. Lichtinstallationen und moderne House-Musik verwandeln den historischen Kirchenraum in eine faszinierende Klanglandschaft, die zum Staunen, Lauschen und Innehalten einlädt. Der Lichtdesigner Walter Bamberger aus Pfünz. programmiert die optischen Effekte auf Musik des Sounddesigners Kevin Goodin aus Regensburg. Dieser hat ein Chorstück der Schola des Collegiums Orientale modern interpretiert und dekonstruiert. Die Lichtinstallation ist ab 22 Uhr öffentlich zugänglich und kann während der gesamten Veranstaltungsdauer bis 23.30 Uhr ohne feste Zeitslots besucht werden.

Alle Veranstaltungen sind offen für Interessierte – ob jung oder alt, ob als Teilnehmende oder einfach zum Zuschauen und Genießen. Weitere Informationen unter www.willibaldswoche.de.

Gedanken zur Komposition bei "Willibald meets Lights and Beats"

Die musikalische Idee zu diesem Werk entstand im intensiven Austausch mit Mykola Dobra vom Collegium Orientale. Besonders Motive aus dem Marienchoral ließen sich hervorragend sampeln und in eine moderne Klangästhetik überführen.

Um dem Collegium Orientale im Stück selbst einen besonderen Platz einzuräumen, wurde eine Originalaufnahme des Chors als sphärischer Mittelteil integriert. Die Klangfarben der Synthesizer sowie die Auswahl der Soundeffekte sind inspiriert vom Klang des Chors.

Das Stück beginnt mit einem lang gehaltenen Schlussakkord des Chors, über dem die erste Chorphrase wie eine Art Leitmotiv erscheint – als Vertonung von Anfang und Ende, von Alpha und Omega.

Diese mystische Klangwelt wird anschließend vom klaren Einsatz eines reduzierten Beats abgelöst – ein bewusst nüchterner Kontrast und Spiegel unserer modernen Lebenswirklichkeit. Eine zentrale Rolle spielt eine Dreiton-Sequenz, die sich durch das gesamte Werk zieht. Sie steht symbolisch für die drei theologischen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe (1 Kor 13,13). Ergänzt wird sie durch ein zweites Thema: ein rhythmisch freies, fast improvisiert wirkendes Motiv – sie soll auf die Perfektion in der Unvollkommenheit anspielen.

Im Werk sind viele Feinheiten versteckt: etwa der verfremdete Klang eines neugeborenen Kindes als wiederkehrendes Element, das Geräusch eines Glases auf einem Taufbecken – ein Sinnbild für das Aufeinandertreffen von Zerbrechlichem und Unzerbrechlichem – oder ein Beat, der an Herzschläge erinnert und im Hintergrund des Chorgesangs pulsiert.

Die Komposition lädt dazu ein, losgelöst von rein rationaler Analyse in die Klangwelt abzutauchen, den eigenen Empfindungen zu folgen und dem Stück Raum für persönliche Interpretation zu geben.

Kevin Goodin