Eichstätter Umweltfilmtage: Sechs Dokumentarfilme zur Schöpfungsverantwortung

Die Diözese Eichstätt lädt mit einem Bündnis aus Kooperationspartnern zu den Eichstätter Umweltfilmtagen ein. Das Programm reicht vom Lebensweg einer Umweltaktivistin über den Lithiumabbau in Bolivien bis zu Forschenden, die angesichts der Klimakrise zu Aktivisten werden.
Umweltaktivistin Vandana Shiva kämpft gegen Agrarkonzerne im Himalaya.

Eichstätt. (pde) – Zum achten Mal finden vom 10. bis 19. Oktober die Eichstätter Umweltfilmtage statt. Die Reihe ist Teil der Klimawoche der Bayerischen Klima-Allianz. Sechs Dokumentarfilme werden im Eichstätter Kino gezeigt. Sie behandeln die Zukunft der Landwirtschaft, globale Rohstoffkonflikte, die Rolle der Wissenschaft in der Klimakrise und die Vielfalt der Natur. Zu mehreren Vorführungen gibt es im Anschluss Gespräche mit Expertinnen und Experten.

Den Auftakt macht am Samstag, 10. Oktober, um 19 Uhr der Dokumentarfilm „Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde“. Der Film zeichnet den Lebensweg der indischen Umweltaktivistin nach, die mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Er zeigt, wie sie im Himalaya zur Gegenspielerin großer Agrarkonzerne und zu einer prägenden Stimme der Bewegung für Biodiversität und ökologische Landwirtschaft wurde. 

Im Anschluss folgt ein Gespräch über Nutzpflanzenvielfalt und samenfestes Saatgut, Ernährungssicherung durch nachhaltige Landwirtschaft sowie fairen Handel und transparente Lieferketten. Podiumsteilnehmende sind Anne Fröhlich (Kreisfachberaterin Gartenbau im Landratsamt Eichstätt), Karl Stephan (Erzeugergemeinschaft der Lammsbräu), Dr. Dagmar Kusche (Welt-Brücke Eichstätt) und Dr. Gerhard Rott (Referat Weltkirche der Diözese Eichstätt). Außerdem gibt es Informationstische zum fairen Handel sowie vom Verein „Arche Noah“ für den Erhalt und die Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt (Österreich) und von der Gemüserei am Mühlbach (Mühlhausen).

Am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr läuft „Materia Prima – New Energy. Old Powers?“. Der Film handelt vom Lithiumabbau im bolivianischen Hochland, wo die größten Vorkommen des für die Energiewende benötigten Metalls liegen. Er stellt die Interessen europäischer Industrie und Politik den Erwartungen der bolivianischen Bevölkerung gegenüber. Dabei begleitet er zivilgesellschaftliche Gruppen, die vor allem von Frauen getragen werden. Texte eines indigenen Chronisten aus dem 16. Jahrhundert stellen die Gegenwart in den Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte. Ergänzend wird der Kurzfilm „Wenn Gold Gewalt und Elend schafft“ über Menschenrechtsverletzungen beim Goldabbau im Kongo gezeigt. Anschließend spricht Margaret Buslay von der pax christi-Kommission Solidarität Eine Welt. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Irmgard Scheitler, Vorsitzende von pax christi im Bistum Eichstätt.

Über 800 Nächte im Wald

Die französische Dokumentation „Das Flüstern der Wälder“ ist am Mittwoch, 14. Oktober, um 19 Uhr zu sehen. Der Naturfotograf und Filmemacher Vincent Munier begleitet darin seinen Vater Michel bei dessen Streifzügen durch die Wälder der Vogesen. Über 800 Nächte hat Michel Munier dort in einem Versteck unter einer Tanne verbracht, um Füchse, Rehe, Hirsche, Luchse und den Auerhahn zu beobachten. Gemeinsam mit Vincents Sohn Simon sind drei Generationen der Familie in der Natur unterwegs.

Am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr folgt „Ode an den Mist“. Der deutsche Film porträtiert den Demeter-Landwirt Christoph Simpfendörfer. Sein Hof lag einst außerhalb von Möhringen und ist inzwischen von dem Stuttgarter Stadtbezirk umschlossen. Simpfendörfer erläutert die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise und die Herstellung der dabei verwendeten Präparate. Er vertritt die Auffassung, dass landwirtschaftliche Arbeit in der Stadt sichtbar sein sollte. Der Hof wird von Menschen aus der Umgebung im Sinne einer solidarischen Landwirtschaft finanziell und durch Mitarbeit getragen. Nach der Vorführung steht Regisseur Bertram Verhaag für ein Gespräch zur Verfügung. Die Moderation übernimmt Lisa Amon, Nachhaltigkeitsreferentin des Bistums Eichstätt.

Zum Abschluss wird am Montag, 19. Oktober, um 19 Uhr „Das Gewicht der Welt“ gezeigt. Regisseur Florian Heinzen-Ziob begleitet drei Naturwissenschaftler: einen Glaziologin, einen Physikochemiker und eine Molekularbiologin. Sie erleben, wie der Klimawandel ihre Forschungsgegenstände verändert. Weil sie mit ihren Erkenntnissen kaum Gehör finden, engagieren sie sich zunehmend auch als Aktivisten. Der Film fragt, was Verantwortung in Zeiten der Klimakrise bedeutet. Zu Gast ist die Protagonistin Dr. Nana-Maria Grüning, Molekularbiologin aus Berlin und Mitbegründerin des internationalen Netzwerks „Scientist Rebellion“. Moderiert wird das Gespräch von Lisa Amon.

„Helden im Verborgenen“

Parallel zu den Abendveranstaltungen läuft ab dem 11. Oktober im regulären Kinoprogramm „Insekten – Helden im Verborgenen“. Die Erzählung des Films beginnt vor rund 480 Millionen Jahren und zeigt, wie Insekten gemeinsam mit Pflanzen die Entwicklung von Blüten und Landschaften geprägt haben. Er erklärt außerdem, welche Rolle sie für Nährstoffkreisläufe und Nahrungsketten spielen. Erzählt wird er von der Schauspielerin, Regisseurin, Hörbuch-, Hörspiel- und Synchronsprecherin Katharina Thalbach.

Veranstalter der Umweltfilmtage sind die Stabsstelle Schöpfung, Klima- und Umweltschutz des Bistums Eichstätt, der Bereich Medien des Diözesanbildungswerks und das Eichstätter Filmstudio. Beteiligt sind außerdem rund 25 Kooperationspartner, darunter kirchliche Verbände, Naturschutzorganisationen, das Landratsamt Eichstätt und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Bücherei der Stadt Eichstätt und des St. Michaelsbundes bietet während der Filmtage einen Büchertisch zum Thema an. 

Alle Veranstaltungen finden im Filmstudio im Alten Stadttheater (Residenzplatz 17) statt. Die Eintrittspreise hängen von Filmlänge und Alter der Besucherinnen und Besucher ab. Spielzeiten und aktuelle Hinweise sind unter www.kino-eichstaett.de zu finden. Karten und Auskünfte gibt es beim Filmstudio unter Telefon (08421) 4473 oder per E-Mail an info@kino-eichstaett.de. Weitere Informationen zum Programm sowie Filmtrailer stehen unter www.umweltfilmtage-eichstaett.de.