Eichstätter Minis schütteln Papst Leo XIV. die Hand

Besuch der Generalaudienz im Rahmen der diözesanen Romwallfahrt nimmt einen überraschenden Verlauf.
Ministranten beim Papst
Begegnung mit dem Papst (v. r.) Linus Wittmann, Antonia Hofmann, Georg Bergmeister, Kathrin Birk, David Jahn, Korbinian Kienast, Theresa Jürdens und Bianca Lang.

Rom/Eichstätt. (pde) – Sie bleiben unvergessen, die Bilder vergangener Romwallfahrten, bei denen Ministrantinnen und Ministranten aus dem Bistum Eichstätt mit Papst Franziskus im Papamobil den Petersplatz umrunden durften. Jetzt konnten einige Minis aus der Diözese auch den neuen Papst Leo XIV. aus nächster Nähe erleben und ihm die Hand schütteln. Ministrantenreferentin Kathrin Birk bekam Gelegenheit, dem Papst im Anschluss an die gestrige Generalaudienz auf Englisch zu berichten, „dass wir mit einer großen Gruppe von 300 Minis und Teamern die Woche in Rom verbringen“. Drei Tage zuvor waren die jungen Leute in sechs Bussen in Eichstätt aufgebrochen. „Eichstätt, ah ja“, habe der Papst erwidert, berichtet Birk, „und er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen“. 

Birks Amtsvorgängerin Sarah Hairbucher, jetzt Fachbereichsleiterin Jugend im Bistum, hatte im März mit dem Leiter der Präfektur des Päpstlichen Hauses, Monsignore Leonardo Sapienza, sprechen können und ihn dabei um „besondere Plätze" für die Eichstätter Minis bei der Generalaudienz gebeten – mit Erfolg: Die Jugendlichen bekamen einen reservierten Bereich mit guter Sicht, vier Personen sollten sogar in der „prima Fila“ Platz nehmen dürfen. Diese „erste Reihe“ ist bei einer Papstaudienz ein für besondere Gäste reservierter Bereich. Neben Birk, die bei der letzten Ministranten-Romwallfahrt vor zwei Jahren noch als ehrenamtliche Betreuerin dabei war, kamen drei junge Leute, die während der Wallfahrt Geburtstag feiern können, in den Genuss der begehrten Karten. Korbinian Kienast (14) aus Kipfenberg, Georg Bergmeister (16) aus Buxheim sowie Teamer David Jahn (18) aus Wettstetten erfuhren erst am Vorabend, welch außergewöhnliche Begegnung ihnen bevorstand. Tags darauf dann nochmals eine Überraschung: Als die vier aus Eichstätt gespannt und aufgeregt die prima Fila erklommen, „da kam ein Mitarbeiter auf uns zu und sagte, dass wir noch weitere vier Minis mitbringen dürfen“, berichtet Birk. Die kurzfristige Wahl fiel auf Theresa Jürdens (16) aus Nürnberg, Antonia Hofmann (13) aus Daßwang, Bianca Lang (13) aus Thalmässing und Linus Wittmann (13) aus Raitenbuch. „Aus jedem Bus war jemand dabei“, erläutert Birk. Fast vier Stunden verbrachten die acht auf dem international besetzten prima Fila-Areal, umgeben von Priestern, Brautpaaren oder jungen Familien mit Kindern. Welche Geduld, Gelassenheit, Vorfreude ihre Schützlinge in ihren langen Ministrantengewändern trotz römischer Frühsommerhitze dabei an den Tag legten, „darauf bin ich wahnsinnig stolz“, meint Birk. Teamer David Jahn plauderte während der Wartezeit auf den Papst mit Pilgern aus Peru, die Leo XIV. bereits als Bischof Prevost gekannt hatten. „Auch aus Chicago habe ich Leute getroffen“, erzählt David, „die haben ihn als Priester im Schulunterricht erlebt“. 

Die Eichstätter gehörten zu den letzten Gruppen, die vom Papst nach der Generalaudienz persönlich begrüßt wurden. „Trotzdem hat er sich Zeit genommen“, lobt Birk. „Anstrengend und aufregend“ sei das Erlebnis gewesen, findet Ministrant Korbinian, „und es kam sehr überraschend“. In Erinnerung behält er, dass der Papst sein Ministrantenkreuz, das er umhängen hatte, gesegnet hat. Antonia hatte während der Busfahrt nach Rom an eine Bekannte denken müssen, die schon einmal Passagierin bei Papst Franziskus im Papamobil war. „Das wäre natürlich sehr cool“, habe sie sich gedacht. Doch nun in der prima Fila zu sitzen und dem Papst die Hand zu schütteln, sei nicht weniger bedeutsam gewesen.

260 Ministrantinnen und Ministranten zwischen 13 und 17 Jahren aus allen Dekanaten des Bistums sind mit 45 ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern (Teamer) nach nächtlicher Anfahrt planmäßig am Montagmittag in Rom angekommen. Die Busleitungen übernehmen neben Kathrin Birk die Hauptamtlichen Carolin Streller, Miriam Schuster, Samuel Schrollinger, Markus Sturm sowie Dekanatsjugendseelsorger Michael Krämer. Untergebracht ist die Eichstätter Pilgergruppe in der Fraterna Domus vor den Toren Roms. Von dort aus unternimmt sie Streifzüge durch die Ewige Stadt. Gottesdienste feierten die Eichstätter bereits in einigen großen Basiliken, die Teilnahme an der Generalaudienz war einer der Höhepunkte der Reise. Am heutigen Donnerstag ist bereits Kofferpacken angesagt, am Freitagmorgen geht es zurück nach Eichstätt. Auf die Fahrt hatten sich die Minis bei drei Vortreffen in Pfünz und Neumarkt vorbereitet. Worum es bei den gemeinsamen Tagen im Kern geht, beschreibt Kathrin Birk im Vorwort des dicken Pilgerbüchleins: „Begegnungen, die dich ermutigen, für Jesus Christus Zeugnis zu geben sowie Gottesdienste, die dich berühren und in deinem Ministrantendienst zuhause stärken“.