„Wer nicht wirbt, der stirbt“, lautet ein alter Marketing-Spruch. Nach diesem Motto trommelt auch die Katholische Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Eichstätt bereits in diesen Tagen für die „Aktion Minibrot“ am Erntedanksonntag Anfang Oktober. Sie will mit dem Erlös ihr Widderprojekt im Senegal unterstützen und möchte dazu möglichst viele Pfarreien mit ins Boot holen. Derzeit beteiligen sich etwa 30 in der Diözese. Mit der „Aktion Minibrot“ möchten Landjugend und Landvolkbewegung in Bayern seit Langem darauf aufmerksam machen, dass viele Menschen auf der Welt nicht ausreichend „tägliches Brot“ zur Verfügung haben. Im Erntedankgottesdienst werden die Minibrote gesegnet und danach gegen eine Spende abgegeben. Vielerorts werden Backwaren von ortsansässigen Betrieben unentgeltlich oder zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt. Mit den Einnahmen werden weltweit Projekte der ländlichen Entwicklung unterstützt.
Punktgenaue Unterstützung
Die KLB Eichstätt etwa pflegt seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit der Diözese Tambacounda im Senegal. Ein Aktiver der ersten Stunde ist KLB-Vorstandsmitglied Michael Graml aus Deining, der zwischen 1999 und 2019 mehr als ein halbes Dutzend Mal in das westafrikanische Land gereist ist. Angefangen habe die Projektarbeit mit einer Alphabetisierungsaktion, die dank Förderung durch das Entwicklungshilfeministerium weite Kreise ziehen konnte, erinnert sich der 72-Jährige. Heute sei es „sehr, sehr schwierig“ geworden, staatliche Zuschüsse an Land zu ziehen. Zwar stellten viele Organisationen Förderanträge, doch würden „nur noch ganz wenige, große Projekte unterstützt“. Deshalb konzentriert man sich in Eichstätt auf kleine, überschaubare Vorhaben wie das „Widderprojekt“. Es kommt einem Dorf zugute, „das bereits bei derAlphabetisierungsaktion dabei war“, berichtet Graml. Dank der seinerzeit erworbenen Kenntnisse seien die Einheimischen in der Lage gewesen, in einem detaillierten Förderantrag zu schildern, was ihnen konkret helfen würde: Startkapital für Ankauf und Aufzucht junger Widder. Hintergrund: Der Senegal ist ein überwiegend muslimisch geprägtes Land. Eines der höchsten Feste ist das Opferfest, das Tabaski- Fest. Dafür wird traditionell von jeder Familie ein Widder, ein männliches Schaf, geschlachtet und verzehrt. Es besteht also ein großer Bedarf für solche Tiere, mit deren Verkauf sich Familien ein kleines Nebeneinkommen sichern können. „Letztes Jahr haben wir 40 Tiere für insgesamt 12.000 Euro finanziert“, berichtet Maria Kaiser von der KLB-Diözesanstelle, „etwa 7.000 Euro stammten aus der Minibrot-Aktion“. Ermutigt von diesem Erfolg, möchte man heuer die Anschaffung von 50 Tieren zahlen.