Der Friede sei mit euch
(Joh 20,21)
Der Friede sei mit euch. Drei Mal hören wir diesen Satz im Evangelium vom Sonntag. Ganz selbstverständlich benutzt Jesus die jüdische Grußformel, die den umfassenden Frieden als Voraussetzung für ein gelingendes Leben ansieht. Bis in unsere Zeit ist Friede eines der wichtigen Sehnsuchtswörter geblieben.
Aber wir, so scheint es, können ja nur abwarten. Friede – das ist die Sache der Mächtigen, der Politiker. Sie müssen sich einigen, Kompromisse finden und so Frieden herbeiführen.
Ist das wirklich so? Oder fängt der Friede nicht bei uns selbst an, oft ganz klein:
Der älteren Dame an der Kasse geduldig begegnen.
Dem gehetzt wirkenden Kollegen den Parkplatz überlassen.
Sich in ein Gespräch einmischen, um Wut zu dämpfen.
Aus einem kleinen Fehler keine große Sache machen.
Wir werden die Veränderung bemerken, bei uns und bei anderen. Das Händereichen, das gute Wort, die verzeihende Geste – sie stärken unseren Zusammenhalt und sind der Beginn des Friedens.