Dank Online-Möglichkeit: Hohe Beteiligung bei Pfarrgemeinderatswahl

Am 1. März wurde ausgezählt: In den sieben bayerischen Diözesen fanden Pfarrgemeinderatswahlen statt. In Eichstätt lag die Wahlbeteiligung höher als bei der letzten Wahl. Vor allem die Option zur Online-Wahl trug dazu bei.
Ein Mann bei der Auslehrung einer Wahlurne.
Stimmauszählung am Wahltag, hier in der Pfarrei Roth.

Eichstätt. (pde) – Die Pfarreien im Bistum Eichstätt haben neue Pfarrgemeinderäte beziehungsweise Kirchortsräte gewählt. Zur Freude der Verantwortlichen war die Wahlbeteiligung mit etwa 25 Prozent deutlich höher als bei der letzten Wahl vor vier Jahren, als die Zahl bei 17,4 Prozent lag. „Die Gewählten erhalten dadurch ein deutliches Signal, dass ihr ehrenamtliches Engagement vor Ort auch gesehen und geschätzt wird“, meint die für die Organisation der Wahl zuständige Mitarbeiterin im Bischöflichen Ordinariat Stephanie Bernreuther. Richard Ulrich von der Stabsstelle Räte und Gremien ist überzeugt, dass „die Kirche und die Gesellschaft Menschen braucht, die sich einbringen – mit ihren Talenten, ihrer Zeit, ihren Fragen und ihrem Glauben. Da kann die Wahl und die hohe Wahlbeteiligung Mut machen für die Zukunft.“

Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung ist bei den kleinen Pfarreien Ensfeld im Dekanat Eichstätt mit 67 Prozent. Bei den etwas größeren Pfarreien ist es die Pfarrei Meckenhausen bei Hilpoltstein mit knapp 56 Prozent. Bei den Dekanaten lag Eichstätt mit einer Wahlbeteiligung von rund 35 Prozent an der Spitze, gefolgt von Neumarkt mit 33,49 Prozent und Habsberg mit rund 31 Prozent. Im städtischen Raum lag die Beteiligung deutlich niedriger, das Dekanat Ingolstadt erreichte 16,51 Prozent, im Dekanat Nürnberg-Süd machten rund 12 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Katholikinnen und Katholiken ab 14 Jahren waren aufgerufen, ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Dauer von vier Jahren zu bestimmen. Sie konnten dies am vergangenen Wochenende auf klassische Weise im Wahllokal tun, aber auch bereits vorab online ab Anfang Februar ihre Kreuzchen machen. Dies fand großen Zuspruch: als das Online-Wahlportal nach drei Wochen, am 26. Februar, schloss, lag die Wahlbeteiligung bereits bei 19 Prozent. Online riss die Wahlbeteiligung mancherorts sogar die 50-Prozent-Marke.

Gewählt wurden insgesamt 240 Gremien, für die etwa 2000 Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung standen. Gab es in einer Pfarrei weniger Kandidierende auf den Stimmzettel als notwendig, konnten die Wahlberechtigten zusätzliche Personen nennen. Die Auswertung zeigt, dass in vielen frisch gewählten Gremien das gesamte Altersspektrum vertreten ist, von 16 bis jenseits der 65. In Böhmfeld etwa gehören gleich fünf Gewählte der Altersgruppe 16 bis 25 Jahre an. Insgesamt sind knapp unter 40 Prozent der Rätinnen und Räte bis 45 Jahre alt, fast die Hälfte zählt zwischen 45 und 65 Jahre, rund zehn Prozent sind älter.   

Wie bereits bei der vorherigen Wahl, zeigt sich auch diesmal, dass Kirche an der Basis ein weibliches Gesicht hat. Der Frauenanteil stieg nochmals leicht an, von 67 Prozent (2022) auf jetzt über 69 Prozent. Frauenlose Gremien sind praktisch Fehlanzeige, es gibt jedoch mehr als ein Dutzend, in denen kein einziger Mann vertreten ist, reine Frauen-Teams gibt es beispielsweise in Aurach oder Emsing. 

Alle Ergebnisse sind detailliert auf der Homepage des Bistums Eichstätt zu finden unter www.pgr-wahl.bistum-eichstaett.de/wahlergebnisse. Die einzelnen Pfarreien werden in den Schaukästen und Pfarrbriefen über die jeweiligen Ergebnisse informieren.

In den nächsten Wochen werden sich die gewählten Räte konstituieren und ihre Arbeit aufnehmen.