Der Gottesdienst markierte zugleich den Beginn des Marienmonats Mai und stand unter dem Motto „Arbeit hat Würde – der Mensch mehr als seine Leistung“. In einer Zeit großer Veränderungen in der Arbeitswelt bot die Feier Raum für Besinnung und kritische Auseinandersetzung mit den Bedingungen, unter denen Menschen heute arbeiten.
In seiner Predigt beleuchtete Pfarrer Heindl die Bedeutung von Arbeit aus christlicher Sicht. Arbeit sei Teil der Berufung des Menschen und trage zur Gestaltung der Welt bei. Sie verleihe Würde – doch diese dürfe nicht an Produktivität, Effizienz oder messbare Leistung gebunden sein. Angesichts steigender Anforderungen stellte er die Frage: Was braucht es, damit Arbeit dem Menschen dient – und nicht umgekehrt?
Dieser Gedanke wurde besonders in der Gabenbereitung sichtbar. Neben Brot und Wein brachten Mitwirkende Symbole aus der Arbeitswelt zum Altar: Ein schwerer Rucksack stand für die Belastungen vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ein Notebook für technischen Fortschritt ebenso wie für ständige Erreichbarkeit und Überforderung, eine Waage für ungleiche Lohnverhältnisse und Fragen sozialer Gerechtigkeit. Auch ein Netz, dass für Solidarität und Gemeinschaft steht, ein Schutzhelm, der den Arbeitsschutz symbolisiert und eine Kerze, die für die Würde des Menschen steht, wurden zum Altar getragen. Die Zeichen machten deutlich, wie ambivalent Arbeit erlebt wird, und stellten diese Erfahrungen bewusst unter Gottes Segen.
Damit griff der Gottesdienst das zentrale Anliegen der KAB auf. Als christliche Arbeitnehmerbewegung setzt sie sich für eine menschenwürdige Arbeitswelt ein, in der der Mensch mit all seinen Bedürfnissen und Grenzen im Mittelpunkt steht – nicht allein seine Leistung. Glaube zeigt sich hier auch im Einsatz für gesellschaftliche Verantwortung und Gerechtigkeit.
Eingebettet in die Feier war zudem die Verabschiedung ausscheidender Mitglieder des Pfarrgemeinderats sowie die Vorstellung des neu gewählten Gremiums. Dabei wurde deutlich: Arbeit geschieht nicht nur im Beruf. Auch das ehrenamtliche Engagement ist wertvolle Arbeit. Im Pfarrgemeinderat leisten Frauen und Männer mit Zeit, Kraft und Verantwortung einen wichtigen Beitrag für eine lebendige Gemeinde.
Im Anschluss lud die KAB zu einem Frühschoppen im Pfarrheim ein. Bei Weißwurst und Getränken wurden die Themen Arbeit, Ehrenamt und die Aufgaben des neuen Pfarrgemeinderats weiter vertieft. Der offene Austausch zeigte, wie sehr diese Fragen in der aktuellen Zeit und in der aktuellen wirtschaftlichen Situation viele Menschen bewegen.
Musikalisch begleitet wurden Gottesdienst und Frühschoppen von der Musikgruppe Schlenkerweil, die zu einer festlichen und verbindenden Atmosphäre beitrug.
Der Arbeitnehmergottesdienst setzte damit ein deutliches Zeichen: Arbeit hat Würde – im Beruf wie im Ehrenamt – und der Mensch steht im Mittelpunkt.
Fotos: Marcus Windeler