PV Buxheim-Eitensheim

40 Jahre im Dienst der Kirche: Prof. Bärsch feiert Priesterjubiläum in Tauberfeld

Mit einem festlichen Gottesdienst hat die Pfarrgemeinde am vergangenen Samstag in Tauberfeld des 40-jährigen Priesterjubiläums von Prof. Bärsch gedacht. Der Geistliche wurde 1986 im Bistum Essen in Gelsenkirchen durch Bischof Hengsbach zum Priester geweiht. Sein Primizspruch „Alles, was atmet, lobe den Herrn!“ begleitete ihn seither durch sein priesterliches Wirken.
Prof. Bärsch eröffnet den Gottesdienst

Seit 2004 lebt Bärsch in Buxheim und unterstützt dort das Seelsorgeteam des Pfarrverbands. Pfarrer Simon Heindl betonte in seiner Würdigung, dass ohne diese Unterstützung regelmäßige Gottesdienste in allen Gemeinden kaum möglich wären.

Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2025 war Prof. Bärsch Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Zahlreiche Priester des Bistums haben seine Vorlesungen besucht und daraus wichtige Impulse für ihren eigenen Dienst mitgenommen. Auch in Buxheim, Tauberfeld und Eitensheim ist sein Engagement weit über die Feier der Gottesdienste hinaus spürbar: Immer wieder brachte er sich mit Gedanken, Anregungen und theologischer Tiefe in Diskussionen, Veranstaltungen und Workshops ein.

Der Jubiläumsgottesdienst wurde musikalisch von der Musikgruppe Via Nova mit neuen geistlichen Liedern gestaltet. In seiner Predigt blickte Bärsch sowohl zurück als auch nach vorn. Er verglich die Situation der Gemeinden im Jahr 1986 mit der Gegenwart und zeichnete dabei ein Bild tiefgreifender Veränderungen. In seiner ersten Kaplansstelle habe es noch eine ausgesprochen lebendige Gemeindearbeit gegeben, erinnerte er sich. Allein zwei Pfadfinderstämme hätten damals rund 600 Kinder und Jugendliche umfasst. Dieser lebendige Geist in den Gemeinden sei für ihn ein entscheidender Ansporn gewesen, Priester zu werden.

Zugleich verschwieg der Jubilar die Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte nicht. Schon 1986 sei über die Gestalt des Priesteramtes und den Zölibat diskutiert worden, sagte er. Dennoch seien Priester damals stärker von den Gemeinden getragen worden. Heute seien die Kirchen leerer geworden, besonders junge Menschen fehlten vielerorts. Missbrauchsskandale und ein als zu langsam empfundener Reformprozess hätten das Ansehen des Priesterberufs zusätzlich belastet. Umso wichtiger sei es, Mut zu zeigen und den Glauben nicht in der Gesellschaft „verdampfen“ zu lassen, sagte Bärsch mit Blick auf das Motto des Katholikentags: „Hab Mut, steh auf!“

Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die Frage, ob die Kirche Priester heute überhaupt noch brauche. Bärsch beantwortete dies mit einem klaren Hinweis auf die Sakramente. Dort werde erfahrbar, dass Gott den Menschen nahe komme – etwa in der Taufe oder in der Eucharistie. Aufgabe des Priesters sei es, dieses Wesentliche wachzuhalten. Der Priester dürfe sich dabei nicht selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern müsse „gläsern“ sein für das Wirken des Herrn. Nicht der Priester feiere seinen eigenen Gottesdienst, sondern der Herr sei Grund und Mitte der Kirche. Gerade dort, wo dieses Verständnis in der Vergangenheit pervertiert worden sei, brauche es umso mehr eine Rückbesinnung auf den eigentlichen geistlichen Auftrag.

Mit Blick auf seine eigene Priesterweihe – sie fand am Freitag vor Pfingsten statt – erinnerte Bärsch an die Handauflegung durch Bischof Hengsbach und an die Gabe des Heiligen Geistes für sein Amt. Wie im Evangelium des Gottesdienstes die Jünger vom Geist erfüllt wurden, so brauche auch die Kirche heute diesen Geist, sagte er. Seine Zusammenfassung lautete: „Wir alle brauchen den Geist Gottes. Wir alle sind Geistliche.“

Zum Abschluss dankte die Gemeinde Prof. Bärsch für sein langjähriges Wirken im Pfarrverband Buxheim, Tauberfeld und Eitensheim. Vom Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung wurde ihm durch die Vorsitzende Dr. Speth ein kleiner Geschenkkorb überreicht. Auch Pfarrer Simon Heindl sprach dem Jubilar seinen Dank aus und erinnerte dabei mit einem Schmunzeln an die gemeinsame akademische Vergangenheit: Da er unter anderem bei Prof. Bärsch die mündliche Prüfung bestanden habe, könne er nun als Priester wirken, sagte Heindl augenzwinkernd.

Auch Buxheims Bürgermeister Benedikt Bauer würdigte den Jubilar und zeichnete in seinem Grußwort Stationen aus dessen akademischem und persönlichem Lebensweg nach. Zum Abschluss kündigte Bärsch mit Humor an, sein 50-jähriges Priesterjubiläum dann in größerem Rahmen feiern zu wollen. Das 40-jährige Jubiläum sei eher ein kleiner Anlass für jene Priester, die fürchten müssten, ein solches weiteres Jubiläum nicht mehr zu erleben. Bei seiner eigenen Fitness, so ließ er durchblicken, sehe er dafür jedoch keinen Grund.

Eine Woche später wurde nachträglich dem Jubiläum in Buxheim gedacht: Die Mesnerin und die Ministranten übergaben Prof. Bärsch einen Korb mit kleinen Präsenten.

Fotos: Marcus Windeler