Anlässlich des 100. Weihetages der Maria-Hilf Kapelle in Laffenau gedachte man mit einem Sonntag Vorabendgottesdienst dem einstigen Hauptsponsor Pfarrer Willibald Hackner. Die „Laffenauer Hulzfuchs´n“, die dieses Fest organisiert hatten, luden sich dazu auch prominente politische Vertreter ein. Dabei zeigten sich die Ehrengäste für die anstehende Renovierung von ihrer spendablen Seite.
Der ehemalige Heidecker Kirchenpfleger Ludwig Roith erstellte als Mitglied des Dorfvereins „Laffenauer Hulzfuchs´n“ eine Broschüre über die Kapelle Maria-Hilf am Ortsausgang in Richtung Wallesau. Unter dem Motto „100 Jahre Glaube – 100 Jahre Gemeinschaft“ gedachte man der Einweihung am 30. Mai 1926 mit einem Jubiläumsgottesdienst. Der 1872 in Forchheim geborene Pfarrer Willibald Hackner, der verwandtschaftliche Beziehungen nach Laffenau hatte, gelobte 1910 nach einem Unfall, in Laffenau eine Kapelle zu errichten. So wie vor 100 Jahren unter Stadtpfarrer Aloys Bengel, zog auch diesmal ein Festzug mit Stadtpfarrer Sebastian Lesch, den Ehrengästen und der Freiwilligen Feuerwehr Laffenau am Dorfweiher vorbei. Hier wurden sie vom Posaunenchor Wallesau-Laffenau unter Leitung von Katrin Betz musikalisch begrüßt, der auch anschließend den Gottesdienst begleitete. Vor dem geschmückten Eingang der Kapelle fand sich die gesamte Dorfbevölkerung und viele Gäste auf Bierbänken zum Gottesdienst ein. Vor dem Beginn begrüßte Ludwig Roith die Ehrengäste Ralph Edelhäuser (MdB), Volker Bauer (MdL), Landrat Ben Schwarz, Bürgermeister Ralf Beyer, dessen Stellvertreter Ulrich Winterhalter und die Stadtratsmitglieder Stephanie Lang, Johannes Emmerling und Klaus Götz. Last but not least, wurde Bernhard Nikitka, der für Laffenau zuständige Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Wallesau-Eckersmühlen, begrüßt. Besteht doch der Ort Laffenau etwa zur Hälfte jeweils aus katholischen und evangelischen Christen, die hier in ökumenischer Eintracht zusammenleben. Sodann segnete Stadtpfarrer Lesch das Marienbild des benachbarten Bildstocks unter der mächtigen Eiche. In seiner Predigt würdigte Lesch die gelebte Dorfgemeinschaft, die seit vielen Generationen besteht. Den Zusammenhalt der Bewohner brachte für ihn ein kleiner Junge zum Ausdruck, als der ihm sagte: „Wer in Laffenau wohnt, gehört zu den Hulzfuchs´n.“ Über Generationen habe man sich um die Kapelle gekümmert. Außer hohe Geldspenden für den Erhalt des kleinen Gotteshauses aufzubringen, wünschte sich der Geistliche auch, hier Gott seine eigene Zeit für Gebete zu opfern. „Wir alle tragen Verantwortung für diese Kapelle,“ sagte Lesch und fügte abschließend hinzu: „Dass man auch in 100 Jahren sagen kann: Die Kapelle steht noch und der Glaube lebt noch.“
Nach dem Gottesdienst dankte Christian Hertle als Vorsitzender der „Laffenauer Hulzfuchs´n“ den Ehrengästen und allen anderen für ihr Kommen und lud zum gemütlichen Beisammensein bei Speis und Trank ein. Landrat Ben Schwarz bekannte, „wenn man kein Zugehörigkeitsgefühl hat, fehlt etwas.“ Zur Dorfkultur gehört auch der Weiher, die Eiche und das Gasthaus, in dem zufälligerweise zeitgleich ein privates Fest mit Musikern stattfand. Landtagsabgeordneter Volker Bauer hatte zwar keinen finanziellen Baustein für die Renovierung der Kapelle wie sein Vorredner dabei, aber das freudige Versprechen eines fünfstelligen Betrags aus dem bayerischen Landtag, bzw. die Zusicherung von 90 Prozent der Renovierungskosten, wenn die Stadt Heideck die restlichen 10 übernimmt. Dieses Angebot nahm Bürgermeister Ralf Beyer natürlich dankend an und wünschte sich, der selbst in einem ökumenischen Elternhaus aufgewachsen war, dass diese geistliche Zusammenarbeit wieder mehr intensiviert wird. Bundestagsabgeordneter Ralph Edelhäuser, dessen Ehefrau aus Laffenau stammt, dankte den Organisatoren für dieses gelungene Fest. Pfarrer Bernhard Nikitka nahm den Buchtitel „Wie man Gott nach Hause holt“ zum Anlass, bei den Bestrebungen die kirchliche Trennung zu überwinden, wieder mehr ökumenisch zusammenzuarbeiten. „Wenn man Gott eine Kirche baut, holt man ihn in den Ort,“ ist Nikitka überzeugt. So bat er abschließend um den Segen für dieses Gotteshäuschen.