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07.09.2022

Demokratiepreis für schulpastorales Projekt an Schwabacher Schule

Von Links: Schulseelsorger Armin Hückl, Schriftführer Florian Wischinski und „Finanzminister“ des „Schüler*innenparlaments“, Jannik Rößler, bei der Preisverleihung in Berlin. Foto: Demokratisch Handeln e.V.

Eichstätt/Schwabach – Das „Schüler*innenparlament“ der Johannes-Kern-Mittelschule in Schwabach wurde mit dem bundesweiten „Preis für Demokratisches Handeln“ ausgezeichnet. Anerkennung bekommt das von der Schulpastoral der Diözese Eichstätt initiierte Projekt auch vom Bayerischen Kultusministerium.

„Demokratie kann man nicht auf dem Papier lernen“, sagt Schulseelsorger Armin Hückl. „Demokratie muss man leben.“ So veranlasste er vor zwei Jahren die Gründung eines „Schüler*innenparlaments“ als legitimierte Vertretung der Kinder und Jugendliche an der Schwabacher Schule. Dadurch sollten demokratische Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen der Schulfamilie etabliert werden und die Schülerinnen und Schüler eine Stimme erhalten. Das Parlament wird jedes Jahr neu gewählt und repräsentiert die Schülerschaft nicht nur gegenüber Lehrkräften, sondern tritt auch an politische Entscheidungsträger heran. „Wir nehmen unsere Schülerinnen und Schüler sehr ernst“, bestätigt Schulleiter Martin Krämer. „Darum hat das Parlament an der Schule weitreichende Befugnisse und verfügt über eigene Gelder, die die Jugendlichen selbständig verwalten.“

Damit das Parlament nicht das einzige demokratische Gremium der Schule bleibt, führten die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier den wöchentlichen Klassenrat ein. „Im Klassenrat diskutieren die Schülerinnen und Schüler über selbstgewählte Themen und entscheiden, wie sie gemeinsam als Klasse lernen wollen“, erläutert Lehrer Uwe Baßler, der gemeinsam mit Schulseelsorger Armin Hückl, das „Schüler*innenparlament“ betreut. „Die Kinder und Jugendlichen üben sich darin, über ihre Bedürfnisse zu diskutieren und zu verhandeln. Zudem lernen sie, in einem strukturierten Gremium feste Rollen einzunehmen.“

Darüber hinaus wird das „Schüler*innenparlament“ in die Schulentwicklung einbezogen. So wurden von den Schülerinnen und Schülern selbst Ziele und Handlungsschritte für die kommenden Schuljahre formuliert, die zu einem gelingenden Miteinander beitragen und aus der Schule einen Ort zum Wohlfühlen machen sollen. „In diesem Jahr haben wir Willkommensschilder an allen Türen angebracht, damit sich jede und jeder an unserer Schule willkommen fühlt – unabhängig von Herkunft, Kultur, Sprache, Religion, Geschlecht oder Sexualität“, erläutert Schülersprecher Leon Meister. „Außerdem haben wir Musik- und Kletterpausen eingeführt und ein gesundes Frühstück initiiert, das nun vom Elternbeirat angeboten wird“, ergänzt Sarah Kraus, erste Schülersprecherin an der Johannes-Kern-Schule. „Wir sind wirklich sehr stolz, dass die Arbeit unseres Schüler*innenparlaments gewürdigt wird. Das motiviert uns Schülerinnen und Schüler natürlich, uns weiterhin demokratisch zu engagieren.“

Die herausragende Arbeit des „Schüler*innenparlaments“ der Johannes-Kern-Mittelschule wurde nun gleich mehrfach ausgezeichnet. So wurde das Projekt von der Fachjury des bundesweiten Schülerwettbewerbs „Demokratisch handeln“ prämiert. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programm werden seit 1990 Demokratieprojekte von jungen Menschen in ganz Deutschland auszeichnet. Schulseelsorger Armin Hückl, Schriftführer Florian Wischinski und „Finanzminister“ des „Schüler*innenparlaments“, Jannik Rößler, nahmen die Anerkennung beim dreitägigen „Junify-Demokratiefestival“ im Jugendkulturzentrum „Weiße Rose“ in Berlin entgegen. Neben einem bunten Rahmenprogramm mit Improtheater, Poetry Slam und einem Rapkonzert gab es verschiedene Workshops. Bei einer Ausstellung im Rathaus Schöneberg konnte sich das „Schüler*innenparlament“ präsentieren, sich über andere Projekte informieren und mit anderen jungen Demokratinnen und Demokraten vernetzen.

„Demokratisches Handeln zahlt sich wirklich aus“, freut sich Jannik Rößler: „Wir sind auch vom bayerischen Kultusminister Michael Piazolo als Vorzeigeprojekt zur Bewältigung der Corona-Beeinträchtigungen an Schulen ausgezeichnet worden. Dafür haben wir 1000 Euro bekommen. Das ist natürlich super!“ Schülersprecherin Mahtab Fathi ergänzt: „Außerdem wurden wir in den Schulversuch Schülerparlamente und Schulparlamente des Bayerischen Kultusministeriums aufgenommen. Wir hoffen, dass wir ein Vorbild für andere Schulen in Bayern sein können.“

Schulleiter Martin Krämer freut sich über die vielen Auszeichnungen und verbindet damit seinen Dank an die beiden großen Kirchen als wichtigste Kooperationspartnerinnen in der Schulentwicklung: „Schulpastoral und Schulseelsorge sind ein wirklicher Gewinn für unsere Schule. Schulseelsorger Armin Hückl und seine evangelische Kollegin Andrea Brehmeier-Strerath prägen seit vielen Jahren maßgeblich das Zusammenleben, die Werteerziehung und Integration an unserer Schule. Das ist ein echter Segen für uns.“ Auch Werner Reutter, Referent für Schulpastoral in der Diözese Eichstätt, zeigt sich begeistert: „Ein Ziel der Schulpastoral ist es, Schülerinnen und Schüler zur Übernahme von politischer und gesellschaftlicher Verantwortung zu motivieren und zu befähigen. Außerdem fördert ein solches Projekt Kommunikation, schafft wertvolle Beziehungen und stärkt das Zusammenleben in der Gemeinschaft – Werte, die für das spätere Leben unabdingbar sind.“

Morgenandachten und Raum der Stille

Seit vielen Jahren engagiert sich die Diözese Eichstätt im Rahmen von Schulpastoral an der Johannes-Kern-Mittelschule in Schwabach. Das Angebot reicht von Kennenlerntagen für die fünften Klassen über wöchentliche Morgenandachten, liturgische Feiern und einen Raum der Stille bis hin zu seelsorglichen Gesprächen, sozialen Projekten und speziellen Angeboten für Lehrkräfte. Einen Schwerpunkt setzen Hückl und Brehmeier-Strerath in der Schulentwicklung und Werteerziehung an der Schule. Ihr Leitwort „we are family“ ist inzwischen zum Motto der gesamten Schule geworden. „Unsere Schule ist wie eine große Familie, in der jede und jeder Einzelne besonders wertvoll und wichtig ist“, erklärt Armin Hückl. „Damit das Zusammenleben in einer solchen großen Familie gelingt, ist es notwendig, gemeinsame Werte zu haben“, ergänzt Andrea Brehmeier-Strerath. So erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Kern-Mittelschule zusammen mit ihren Lehrkräften und Eltern zehn sogenannte „goldWERTE“, die für das Zusammenleben und das Lernen besondere Bedeutung haben: Wertschätzung, Respekt, Liebe, Frieden, Gesundheit, Sicherheit, Gemeinschaft, Ehrlichkeit, Courage und Demokratie. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese und andere Werte immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und an der Schule spürbar und erfahrbar werden zu lassen.“, berichtet Brehmeier-Strerath. So haben die beiden Schulseelsorger einen Friedenspreis ins Leben gerufen, der jedes Jahr an einen Menschen der Schulfamilie verliehen wird, der sich für ein friedliches und gelingendes Zusammenleben an der Schule einsetzt. Darüber hinaus bekommen die einzelnen Klassen Impulse, sich mit den verschiedenen Werten und ihrer Bedeutung für das Leben in Schule und Welt auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zur Schulpastoral der Diözese Eichstätt gibt es unter www.bistum-eichstaett.de/schule. Der bundesweite Schülerwettbewerb „Demokratisch handeln“ ist erreichbar unter www.demokratisch-handeln.de.

Der Wettbewerb Demokratisch Handeln ist ein Förderprogramm für Jugend und Schule. Er will demokratische Haltung und demokratische Kultur im gelebten Alltag von Schule und Jugendarbeit stärken.

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