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Wussten Sie...?

... dass Bayern als erstes Bundesland einen zentralen Antisemitismusbeauftragten der Justiz hat? Das Amt wird derzeit wahrgenommen von Oberstaatsanwalt Andreas Franck. Seine Aufgabe ist es, sich dem Kampf gegen Antisemitismus und Judenhass zu widmen und entsprechende Verfahren gegebenenfalls landesweit an sich zu ziehen.

... dass Prof. Dr. Sabine Ullmann von der Katholischen Universität Eichstätt eine digitale Karte mit „Lost Jewish Places“ erstellt hat? Die Karte zeigt, wie jüdische Gemeinden das Leben in Bayern mitgeprägt haben und weist darauf hin, dass zwischen 1500 und 1820 ein Zusammenleben gelingen konnte. Weitere Informationen finden Sie unter www.ku.de/juedische-geschichte.

... dass die aus Kipfenberg stammende Neutestamentlerin Prof. Dr. Maria Neubrand MC (1955 – 2020) von Papst Franziskus zur Konsultorin der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum berufen war? Die Kommission wurde 1974 von Papst Paul VI. auf der Basis von "Nostra aetate" errichtet. Die internationalen Mitglieder treffen sich einmal jährlich zu Beratungen in der Vollversammlung.

... dass vor 75 Jahren die Nürnberger Prozesse endeten? Sie folgten dem Prinzip, dass es für einen Kernbestand von Verbrechen keine Immunität geben kann. Die Prozessunterlagen wurden nun aufgearbeitet und können online unter exhibits.stanford.edu abgerufen werden. Weitere Informationen finden sie hier.

... dass Bischof Neymeyr in der Herbstversammlung der Deutschen Bischofskonferenz dazu aufgerufen hat, das Gespräch mit Jüdinnen und Juden zu suchen? Bischof Neymeyr, Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, lädt dazu ein, die Lebendigkeit und Vielfalt des heutigen Judentums zu entdecken und sich aktiv jeder Form des Antisemitismus entgegenzustellen.

... dass Papst Franziskus eine Andacht mit der jüdischen Gemeinde Bratislavas gefeiert hat? Am Holocaust-Mahnmal über der zerstörten Synagoge verurteilte der Papst jede Form von Antisemitismus.

... dass Papst Franziskus bei seinem Kurzbesuch in Ungarn den in Europa schwelenden Antisemitismus beklagt hat? Bei einem Treffen mit jüdischen Gemeinden und Vertretungen anderer Kirchen sagte er: "Wir müssen uns gemeinsam um eine Erziehung zur Geschwisterlichkeit bemühen, damit der wieder aufkommende Hass, der die Geschwisterlichkeit zerstören will, nicht die Oberhand gewinnt. Ich denke dabei an die Bedrohung durch den Antisemitismus, der immer noch in Europa und anderswo schwelt." (Vatican News 12.09.2021)

... dass der Kurzfilm "Masel Tov Cocktail" von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch - neben vielen weiteren internationalen Auszeichnungen - in diesem Jahr u.a. den Deutschen Menschenrechtsfilmpreis und den Grimme-Preis erhalten hat. Der 32-minütige Kurzspielfilm über einen jungen Juden in Deutschland, Sohn russischer Einwanderer, der mit einer ganzen Bandbreite von Antisemitismus konfrontiert wird, sich aber mit der Opferrolle nicht abfinden will, kann (inklusive Arbeitsmaterial) in der Medienzentrale des Bistums Eichstätt kostenfrei ausgeliehen und über das Medienportal online angeschaut werden (kostenfreie Registrierung erforderlich). Informationen und Link zum Film.

... dass mit Speyer, Worms und Mainz erstmals jüdische Stätten in Deutschland in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen sind? So wird u.a. daran erinnert, dass in der Mitte des 11. Jahrhunderts der Thoragelehrte Raschi in Worms wirkte. Zugleich wird auf die jüdischen Friedhöfe mit ihrer Geschichte in Worms und Speyer hingewiesen. Weitere Informationen finden Sie unter: schumstaedte.de

... dass im Rahmen des Festjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" in einer Outdoor-Ausstellung in München über 1000 Jahre jüdisches Leben in Bayern und 800 Jahre jüdisches Leben in München vorgestellt werden? Die Ausstellung "Jüdische Geschichten aus München und Oberbayern" ist noch bis zum 8. Oktober 2021 zu erleben. Informationen dazu auf den Websites der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern www.ikg-m.de

... dass der Tourismusverband Franken eine umfangreiche Broschüre zur Vielfalt jüdischer Kultur in Franken in Geschichte und Gegenwart herausgegeben hat? Die Broschüre kann hier online angesehen und heruntergeladen werden. Auf der Seite www.frankentourismus.de/juedische_kultur können darüber hinaus interessante Entdeckungen gemacht werden; u.a. zu Synagogen, Museen, jüdischen Friedhöfen.

... dass die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Bayern im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 29,9 % zugenommen hat? Deshalb hat der Landtag im Mai 2021 eine Resolution verabschiedet, in der er sich im Kampf gegen den Antisemitismus stark macht und verspricht, das Engagement im Kampf gegen den Antisemitismus zu unterstützen.

... dass laut dem Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz die Zahl rechtsextremistischer und antisemitischer Straftaten in Bayern im letzten Jahr erneut gestiegen ist? Wie sagt dazu Charlotte Knobloch: "Wo Extremismus grassiert, da ist auch Judenhass nicht weit - und umgekehrt."

... dass der Verein für Aufklärung und Demokratie e.V. (VAD) und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) einen Bericht über antisemitische Vorfälle in Bayern für das Kalenderjahr 2020 veröffentlicht haben? Die Dokumentation, die vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales mitgetragen wird, kann heruntergeladen werden unter report-antisemitism.de

... dass Deutschland im Mai 2017 die Arbeitsdefinition für den Begriff "Antisemitismus" der internationalen Allianz für Holocaustgedenken übernommen hat? Die Arbeitsdefinition lautet: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen." Darüber hinaus hat die Bundesregierung folgende weitere Verschärfung angefügt: "Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein."

... dass der in den 1970er und 1980er Jahren beliebte Entertainer Hans Rosenthal (1925 – 1987) in einer jüdischen Familie aufgewachsen ist, als Kind die antisemitische Verfolgung durch die Nationalsozialisten hautnah erlebt hat und ab 1973 Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden war? 1971 - vor 50 Jahren - wurde die erste Sendung seiner beliebten Quiz-Show „Dalli Dalli“ ausgestrahlt. Am 15. Mai sendet das ZDF eine Jubiläumsshow. Ein Interview mit seinem Sohn können Sie in der „Jüdischen Allgemeine“ nachlesen.

... dass Erich Fried am 6. Mai seinen 100. Geburtstag hätte feiern können? Fried machte sich einen Namen als Humanist, Lyriker - und als Mann, der die heiklen Themen seiner Zeit aufgriff. In seinen Werken gelang es ihm, Moralität und Einfühlungsgabe miteinander zu verbinden.

... dass die ökumenische Kampagne "#beziehungsweise - jüdisch und christlich: näher als du denkst" dazu anregen möchte, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen und dazu für jeden Monat Texte und Plakate anbietet? Die Plakate eignen sich auch zum Aushang beispielsweise in Schaukästen der Pfarreien.

... dass der deutsch-schweizerische Judaist und Historiker Ernst Ludwig Ehrlich im März 100 Jahre alt geworden wäre? Ludwig war während des Zweiten Vatikanischen Konzils Gesprächspartner von Kardinal Augustin Bea und entscheidend an der Vorbereitung der Konzilserklärung „Nostra aetate“ (1965) beteiligt. Er hatte keinen Zweifel daran, dass die Erklärung zu einer positiven Wende im Dialog von katholischen Christen und Juden führen würde - allerdings nur, wenn sie kein toter Buchstabe bleibt.

... dass vor 200 Jahren der Kantor und Komponist Louis Lewandowski geboren wurde. Neben zahlreichen Werken der Synagogalmusik vertonte er auch 18 Psalmen mit deutschem Text.

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