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Die MHG-Studie – Zahlen der Diözese Eichstätt

„Die Ergebnisse der MHG-Studie zeigen das Ausmaß sexualisierter Gewalt, von der den deutschen Diözesen berichtet wurde. Wir, die Kirche von Eichstätt, sind uns schmerzlich bewusst, dass es noch weitere unaufgedeckte Fälle geben wird. Wir sind beschämt über die Vorkommnisse, weil sie mit unserer Botschaft, der Heilszusage von Jesus Christus an die Menschen, unvereinbar sind.

Unser großes Anliegen ist es deshalb, für die Zukunft solche Taten zu verhindern“ (Bischof Gregor Maria Hanke OSB)

Um zumindest das bekannte Ausmaß sichtbar werden zu lassen, hat sich die Diözese Eichstätt der von der Studie vorgeschriebenen Prüfung genau unterzogen. Gesichtet wurden die Personalakten aller Diözesanpriester, Diakone und männlicher Ordensangehöriger im Dienst der Diözese, die leben oder nach 2000 verstorben sind, sowie weiter zurückliegende Personalakten, wenn es Anhaltspunkte oder Verdachtsmomente für ein Vergehen gab. Insgesamt wurden 526 Akten ausgewertet.

Die Untersuchung erstreckte sich auf alle Akten aus den Archiven  
Die Akten wurden von zwei versierten Spezialisten in dieser Thematik gesichtet: für den weltlichen Bereich vom ehemaligen Leiter einer Strafverfolgungsbehörde (Ltd. Oberstaatsanwalt a. D.), für den kirchlichen Bereich von einem Professor für Kirchenrecht, damals noch Leiter der Stabsstelle Kirchenrecht im Generalvikariat. 
Alle Hinweise wurden dem Koordinierungsstab des Bistums Eichstätt vorgelegt. Der Koordinierungsstab besteht aus den externen Missbrauchsbeauftragten und den Präventionsbeauftragten, dem Generalvikar sowie einem kirchenrechtlichen Berater im Bistum. 

Als Täter können nur diejenigen bezeichnet werden, die einer kirchlichen oder staatlichen Strafmaßnahme unterliegen. Gemeldet werden sollten zudem die Fälle, in denen kirchliche Anerkennungsleistungen gemäß den Regelungen auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz ausbezahlt wurden.

Auf Grundlage der genannten Kriterien sind zehn Priester als Täter bekannt. Sechs der aufgelisteten Vorfälle sind zwischen 1957 und 1978 erfasst, zwei in den 80er und 90er Jahren und zwei nach dem Jahr 2000. Die Zahl der bekannt gewordenen Betroffenen (so spricht die Studie von den Opfern) dieser Täter beträgt 29, davon 16 männlich und 13 weiblich.

Sechs der bekannt gewordenen Täter sind verstorben, bei drei von ihnen wurden die Vergehen erst nach dem Tod bekannt. Gegen vier der bekannt gewordenen Täter wurden staatliche und gegen einen Täter kirchliche Strafmaßnahmen verfügt, zwei weitere staatliche Verfahren wurden eingestellt.

Soweit im Blick auf die teilweise weit zurückliegenden Vergehen möglich und von den Betroffenen gewünscht, hat es Gespräche und Begegnungen mit Vertretern der Diözese gegeben. Dabei wurde individuell und fallbezogen auf die Betroffenen eingegangen. 

In Anerkennung des Leids, das Betroffenen zugefügt wurde, wurden insgesamt 46.000 Euro an acht Betroffene gezahlt. Sie hatten den dazu nötigen Antrag gestellt. Die vielfältigen Hilfs- und Beratungsangebote der Diözese und des Caritasverbandes stehen jedem Hilfesuchenden offen. Zugleich ist die Diözese um individuelle Regelungen der Beratung und Hilfe in jedem Einzelfall bemüht.

Für Nachfragen steht das Präventionstelefon zur Verfügung: 08421 50500.
Weitere Informationen zum Präventionsangebot der Diözese Eichstätt unter „www.bistum-eichstaett.de/praevention“.
 

Thema Sexueller Missbrauch

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