Aufarbeiten

Verantwortung übernehmen, Prozesse gestalten

Die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Umfeld bedeutet mehr als das Anerkennen des individuellen Leids – sie beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit den Strukturen, die sexualisierte Gewalt begünstigt oder gar verschwiegen haben. Nur durch die Aufdeckung dieser Strukturen und die Analyse institutionellen und persönlichen Fehlverhaltens kann das Bistum Eichstätt seiner Pflicht zur Verantwortung nachkommen und künftige Vorfälle versuchen zu verhindern.

Aufarbeitung im Bistum Eichstätt

Um eine unabhängige, objektive und transparente Aufarbeitung sicherzustellen, hat sich der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke verpflichtet, sexualisierte Gewalt durch eine Unabhängige Aufarbeitungskommission (UAK) untersuchen zu lassen. Daher wurde im Jahr 2021 die Unabhängige Aufarbeitungskommission der Diözese Eichstätt (UAK Eichstätt) als unabhängiges Gremium konstituiert. 

Die Grundlage für die Arbeit der UAK bildet die Gemeinsame Erklärung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs und der Deutschen Bischofskonferenz, die die Standards und Prinzipien für die Aufarbeitung festlegt.

Mit Aufarbeitung erkennen wir geschehenes Unrecht an Betroffenen an, lassen ihnen Gehör, Gerechtigkeit und Unterstützung zukommen und verbessern mit den Erkenntnissen dauerhaft die Fehler in kirchlichen Strukturen. Dazu braucht es den unabhängigen gemeinsamen Blick von außen und den von Betroffenen.
Peter Grimm, Vorsitzender der UAK Eichstätt

Die explorative Studie der UAK Eichstätt

Die UAK Eichstätt plant als ihr Aufarbeitungsprojekt für Anfang 2027 die Veröffentlichung einer explorativen Studie. Explorativ bedeutet: erforschend, ohne vorab eine zu prüfende Hypothese aufzustellen; zunächst werden Informationen zu Gegenstand und Umfeld gesammelt. Ziel ist die Aufarbeitung in der Diözese, um den Teufelskreis des Missbrauchs nachhaltig zu unterbrechen und eine belastbare Grundlage für Folgeentscheidungen und Maßnahmenempfehlungen zu schaffen. 

Besonderes Anliegen ist eine verständliche Sprache – für die breite Öffentlichkeit und insbesondere Betroffene/Opfer. Inhaltliche Grundlagen sind der Fall FD-04 aus dem ersten Zwischenbericht der UAK Eichstätt, ein ausführliches kirchenrechtliches Gutachten dazu sowie Compliance-Fragestellungen. Die Studie soll aufklären. Sie sensibilisiert, stärkt Prävention, beleuchtet vernachlässigte Bereiche, schafft Strukturtransparenz und ordnet Fehlerquellen ein.

Die UAK Eichstätt und ihre Aufgaben

Mitglieder der UAK Eichstätt

Die Aufarbeitungskommission besteht aus mindestens sieben Mitgliedern, die über die erforderliche persönliche und fachliche Kompetenz verfügen:

a) Maximal drei Mitglieder, inklusive Sprecher des Betroffenenbeirats, sind aus dem Kreis der Betroffenen. 
b) Vier Mitglieder sind Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Wissenschaft, Fachpraxis, Justiz und öffentlichen Verwaltung. 
c) Ein oder zwei Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter der Diözese Eichstätt. 

Im Einvernehmen mit der Staatsregierung hat Bischof Gregor Maria Hanke folgende Mitglieder berufen:

Vorsitz:

  • Peter Grimm, ehemaliger Polizeibeamter und Mitglied des Diözesanrates
  • Doris Templer, Diplom-Sozialpädagogin (FH) und ehemalige stellvertretende Leiterin des Amts für Jugend und Familie Ingolstadt

Aus dem Kreis der Betroffenen: 

  • Udo Holy 
  • Alexander Probst 

Weitere Mitglieder:

  • Prof. Dr. André Habisch, Professor für Christliche Sozialethik an der KU Eichstätt-Ingolstadt
  • Dr. Robert Steinhauser, Leiter der Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung am Hessischen Innenministerium
  • Dr. Helmut Walter, ehemaliger Leitender Oberstaatsanwalt
  • Domkapitular Regens Michael Wohner

 

Aufgaben der UAK Eichstätt

Die Aufarbeitungskommission hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • die quantitative Erhebung des sexuellen Missbrauchs in der Diözese Eichstätt,
  • die Untersuchung des administrativen Umgangs mit Tätern und Betroffenen und
  • die Identifikation von Strukturen, die sexuellen Missbrauch ermöglicht oder erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben.

Weiterführende Informationen und bisher veröffentlichte Berichte finden Sie auf der Homepage der Unabhängigen Aufarbeitungskommission.

Webseite UAK Eichstätt

Der Betroffenenbeirat bei der UAK Eichstätt

Aufgaben und Möglichkeiten

Der Betroffenenbeirat hat insbesondere folgende Aufgaben und Möglichkeiten:

  • Vertretung der Interessen von Betroffenen im Rahmen der Aufarbeitung
  • Möglichkeit der Abgabe von Stellungnahmen gegenüber des Bistums Eichstätt zu Fragen, die die Interessen und Rechte der Betroffenen betreffen
  • Möglichkeit mit Informationen, Hinweisen, Erwartungen und konkreten Änderungsvorschlägen an die UAK Eichstätt heranzutreten

Zusammensetzung des Betroffenenbeirats

Der Betroffenenbeirat strebt an, aus mindestens fünf Personen zu bestehen, die über die erforderliche persönliche und fachliche Kompetenz verfügen und engagiert und konstruktiv [...] mitarbeiten. 

Ihre Ansprechpersonen


	Bild von 
	Danuta Waldau
Danuta Waldau Abteilungsleiterin Kitas / Tagungshäuser, Leiterin Stabsstelle Intervention und Aufarbeitung 08421 50156 kindertageseinrichtungen@bistum-eichstaett.de Luitpoldstraße 2, 85072 Eichstätt

	Bild von 
	Nadine Bauer
Nadine Bauer Stellv. Leiterin der Stabsstelle Intervention und Aufarbeitung und Interventionsbeauftragte 08421 50832 intervention@bistum-eichstaett.de Luitpoldstraße 2, 85072 Eichstätt
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