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Finanzbericht 2020

In ihrem vierten Jahresabschluss nach Handelsgesetzbuch (HGB) weist die Diözese Eichstätt ein negatives Jahresergebnis von 3,8 Millionen Euro aus. „Das hatten wir bereits im Haushalt für 2020 in ähnlicher Form prognostiziert, so dass wir nicht deutlich stärker als geplant auf unsere Rücklagen zurückgreifen müssen. Die im vergangenen Frühjahr vorausschauend getroffenen Maßnahmen zur Haushaltssicherung angesichts der Corona-Pandemie wie beispielsweise die Einschränkung des Bau-Etats haben ein größeres Minus verhindert“, erläutert Amtschef Thomas Schäfers.

Insgesamt weist das Bistum Eichstätt in seinem Jahresabschluss für das Jahr 2020 eine Bilanzsumme von 589,6 Millionen Euro und eine Eigenkapitalquote von 60,7 Prozent aus. Einnahmen kann die Diözese in Höhe von 184,8 Millionen Euro und damit um 4,4 Millionen Euro weniger als im Vorjahr vorweisen. Knapp zwei Drittel der Einnahmen machen Kirchensteuermittel mit 117,7 Millionen Euro aus. Diese sinken damit um etwa 8,4 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2019. Dieser Rückgang ist zum einen durch den wirtschaftlichen Einbruch durch die Corona-Krise und die Auswirkungen von beispielsweise Kurzarbeit oder erhöhter Arbeitslosigkeit auf das Steueraufkommen zurückzuführen. Zum anderen trug aber auch der Rückgang der Kirchenmitglieder dazu bei.

Aufwendungen verzeichnet die Diözese in Höhe von 189,7 Millionen Euro. Im Vergleich zum vergangen Jahr zeigt sich ein deutlicher Rückgang von rund 47 Millionen Euro. Dieser resultiert aus dem einmaligen Effekt, dass 2019 Mehrerträge durch stille Reserven aus Wertpapieren gehoben werden konnten. Diese flossen 2019 in Zuschüsse an die Emeritenanstalt. Insgesamt gewährte die Diözese 2020 deshalb mit 58,3 Millionen Euro auch geringere Zuschüsse als im Vorjahr. Mit einem Personalaufwand von 89,8 Millionen Euro stellt dieser Posten den größten Betrag im Aufwandssektor dar.

Für das Jahr 2020 verzeichnet die Diözese ein negatives Ergebnis in seiner Bilanz. Diese Entwicklung wird sich mit Blick auf die rückläufigen Kirchensteuereinnahmen voraussichtlich weiter verstärken. Die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen tragen auch einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei. Für das Jahr 2021 plant das Bistum bereits mit einem Minus von 18,7 Millionen Euro. Auch aufgrund dieser schwierigen finanziellen Perspektive für die kommenden Jahre hat die Diözese einen Strategieprozess initiiert. 2021 fanden bereits drei digitale Workshops mit einem Lenkungskreis dazu statt. Mit dieser Vorarbeit sollen gemeinsam mit den diözesanen Gremien Handlungspakete geschnürt werden, die pastorale Schwerpunkte setzen. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Aspekte „Wachstum“, „Nachhaltigkeit/Solidarischer Lebensstil“ und „Digitalisierung“. „Insgesamt wird es auf dem weiteren Weg darum gehen, Jesu Botschaft auf bewährten aber auch auf neuen Wegen zu verkünden. Dabei müssen wir gemeinsam Wege in die Zukunft aufzeigen, notwendige – zum Teil wohl auch schmerzhafte – Veränderungen erkennen, und in Verantwortung für kommende Generationen die besten Lösungen finden“, sagt Amtschef Thomas Schäfers, der den Strategieprozess leitet. Mit den so entstehenden Schwerpunkten, die jährlich mit dem andauernden Strategieprozess überprüft werden, will das Bistum Eichstätt weiterhin als Kirche nachhaltig Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen.

Zur Verwendung der Einnahmen in der Diözese Eichstätt 2020

Zur Verwendung der Rücklagen in der Diözese Eichstätt 2020

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