Willibaldsfest - Mut verbreitet sich

Dienstag, 7. Juli

Kinder beim Gestalten und Beschriften von Kieselsteinen an einer Station

Willibaldsfest - Mut verbreitet sich

Bemalte und beschriftete Kieselsteine

Höhepunkt der Woche zum Hochfest des heiligen Willibald: Die Ernennung von Dr. Dr. Christian Würtz zum Bischof von Eichstätt. Die Neuigkeit wurde am Dienstag, 7. Juli, um 12 Uhr im Dom bekannt gegeben.

Alles zur Ernennung des neuen Bischofs

Erzbischof Nahimana würdigt Willibalds Erbe und Eichstätter Partnerschaft mit Gitega

Am Abend des Hochfests des heiligen Willibald am Dienstag, 7. Juli, hat der Erzbischof der burundischen Partnerdiözese Gitega, Bonaventure Nahimana, die Gläubigen im Eichstätter Dom dazu aufgerufen, das Erbe des Diözesanpatrons als „Hirte, Vater im Glauben und Missionar“ neu zu entdecken und in die Gegenwart zu übersetzen. 

Zu Beginn seiner Predigt würdigte Nahimana die seit fünf Jahrzehnten bestehende Partnerschaft zwischen den Kirchen von Eichstätt und Gitega. Die Delegation aus Burundi, die anlässlich dieses Jubiläums im Bistum weilt, freue sich, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft und Solidarität“ am Willibaldsfest, dem Gedenktag des Heiligen, teilzunehmen. Zugleich dankte Nahimana Gott, „der uns auf seinen geheimnisvollen Wegen vor 50 Jahren auf denselben Weg geführt und es uns ermöglicht hat, Bande der Zusammenarbeit und missionarischen Kooperation zu knüpfen.“ Mitgeprägt hat die Partnerschaft sein Vorgänger Erzbischof em. Simon Ntamwana, der den Gottesdienst mitzelebrierte.

Nahimana hob die Rolle Willibalds als „Hirte, Vater im Glauben und Missionar“ hervor. Gott selbst ergreife die Initiative, um orientierungslose, ausgegrenzte und belastete Menschen zu suchen, zu versammeln und zu versorgen. „In unserer Gesellschaft, hier wie bei uns oder anderswo, gibt es ausgegrenzte, kranke, manchmal unheilbar kranke Menschen, Migranten, erschöpfte und niedergeschlagene Menschen“, sagte der Erzbischof und fragte: „Welchen Blick haben wir auf diese Menschen – wir, die Jünger des Guten Hirten und Erben des heiligen Willibald? Werden wir von Mitleid ergriffen, bleiben wir gleichgültig, oder machen wir uns ihnen zum Nächsten?“ Christinnen und Christen seien aufgerufen, an die geografischen und existenziellen Ränder zu gehen. Willibald sei einst in ein damaliges Randgebiet Europas gesandt worden, um das Evangelium zu verkünden: „Er machte es zu einem Zentrum der Ausstrahlung des Glaubens.“

Als „Vater seiner Gemeinschaft“ habe Willibald es verstanden, „das Evangelium zu seiner Zeit in eurer Kultur zu verkünden und euch den Glauben weiterzugeben, den er selbst empfangen und durch Einsamkeit und Meditation des Wortes Gottes hatte reifen lassen“. Heute stelle sich die Frage, wie diese Botschaft vergegenwärtigt werden kann, damit sie weiterhin ein Licht für junge Menschen ist und sie sich für deren Verkündigung engagieren. „Das ist die Herausforderung, der sich die Kirche stellen muss: dort präsent zu sein, wo die Menschen von heute leben und kämpfen, und ihnen mit kreativen Zugängen das Wort Gottes anzubieten, das immer fähig ist, ihr Leben zu erhellen – auch im digitalen Zeitalter“, betonte der Erzbischof.

Weltkirchliche Solidarität

Nahimana nannte Willibald auch einen vorbildlichen Missionar. Die „Kühnheit des Missionars“ bestehe darin, aufzubrechen und Gott den Vorrang zu geben, „alles zu verlassen und sich ganz dem Herrn anzuvertrauen“. Diese bedingungslose Liebe habe Willibald bewegt, seine Heimat und seine Familie zu verlassen, „dieses Land zu evangelisieren und die Kirche von Eichstätt zu gründen“. Zugleich unterstrich er die Bedeutung der weltkirchlichen Solidarität. „Durch Ihre tätige Solidarität ist der heilige Willibald auch nach Gitega gelangt, besonders nach Bugendana, wo zu seinem Gedenken eine prächtige Kirche errichtet wurde, in der er gemeinsam mit seiner Schwester, der heiligen Walburga, angerufen wird. Auch dort wurde heute das Hochfest des heiligen Willibald gefeiert“, sagte Nahimana den Mitfeiernden im Eichstätter Dom. Da die Kirche ihrem Wesen nach missionarisch sei, hoffe er, dass die Flamme der Mission „in unseren Gemeinschaften lebendig bleibe – durch den Austausch menschlicher, materieller und geistlicher Güter.“

Der Festgottesdienst im Rahmen der Willibaldswoche wurde in Latein und Deutsch gefeiert. Seine Predigt hielt Nahimana auf Französisch; der Regens des Priesterseminars in Kiryama, Abbé Giscard Hakizimana, übersetzte sie ins Deutsche. Die „sprachliche Färbung“ der Liturgie und die Vielfalt der Teilnehmenden seien ein sichtbares Zeichen dafür, „dass wir in der universellen Kirche einen einzigen Leib bilden, in dem jedes Glied das andere braucht“, sagte der Erzbischof. Zum Abschluss seiner Predigt richtete Nahimana einen eindringlichen Appell an die Gläubigen: „Engagieren wir uns gemeinsam auf den Spuren des heiligen Willibald weiterhin für eine tiefgreifende Evangelisierung, damit unsere Kirchen stets im Dienst des Menschen stehen – für sein Heil und seine Würde.“

Im Anschluss an den Festgottesdienst folgte im Eichstätter Dom ein Abend der Stille mit eucharistischer Anbetung, spirituellen Impulsen und Gesängen. Weitere Gottesdienste zum Willibaldsfest im Bistum fanden unter anderem in Woffenbach, Weißenburg und Georgensgmünd statt.