Zusammen pilgern - zusammen sein

Samstag, 11. Juli

Blick auf den vollen Domplatz mit Bühne

Fest der Begegnung: Mutige Minis, Partnerschaft mit Burundi und Begegnung an der Domtafel

Man sieht vier Ministrantinnen und Ministranten, die in den Eichstätter Dom eilen. Sie sind unscharf, da sie in Bewegung sind.

Ein Tag voller Höhepunkte: die ganze Stadt voller Ministrantinnen und Ministranten, ein gemeinsamer Gottesdienst, bei dem auch das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum mit der Erzdiözese Gitega in Burundi im Mittelpunkt stand, ein Sommerabend mit der Domtafel mitten in Eichstätt und ein spiritueller Abschluss mit Lichtern und Musik im Dom. Der Tag der Begegnung am Samstag, 11. Juli, war ein Fest.

Den krönenden Abschluss ihres Besuchs im Bistum Eichstätt bildete für die Delegation aus der Partnerdiözese Gitega in Burundi der vorletzte Tag der Willibaldswoche. An dem hochsommerlich heißen Samstag fiel der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Bistumspartnerschaft mit dem Tag der Ministrantinnen und Ministranten zusammen. Rund 450 Buben und Mädchen im Alter von acht bis 16 Jahren und ihre Begleitpersonen waren aus allen Teilen des Bistums in die Domstadt gekommen, um gemeinsam Gottesdienste, Workshops und gesellige Aktivitäten zu erleben. Eine festliche Eucharistiefeier in der Kathedrale vereinte am späten Nachmittag die afrikanischen Gäste und die Minis.

Im Zentrum des Minitags stand eine groß angelegte Stadtrallye auf den Spuren des heiligen Willibald, die so gar nichts mehr von einem lässigen Stationenlauf früherer Schnitzeljagden hatte. Unter großem technischem Aufwand hatten die einzelnen Gruppen innerhalb von dreieinhalb Stunden 14 Stationen anzulaufen und 20 Fotoaufgaben zu lösen, die sofort per Handy zu übermitteln waren und in der Zentrale im Priesterseminar registriert und bewertet wurden. Bei Begegnungen mit Wunibald, Willibald und Hugeburc wurden kleine Holzherzen erspielt, die für die spätere Wertung wichtig waren. Der erste Preis in der Gesamtwertung ging an die Minis aus Etting. Auf den zweiten und dritten Platz folgten Hilpoltstein und Wolframs-Eschenbach. Die Referentin für Ministrantenpastoral, Kathrin Birk, zeigte sich mit dem störungs- und unfallfreien Verlauf der Großveranstaltung zufrieden und war voll des Lobes für die Minis des Bistums. Veranstaltungen wie der Minitag oder die diözesane Romwallfahrt der Minis im vergangenen Mai zeigten, wie lebendig diese große Gemeinschaft sei und wie wichtig sie für das gemeindliche Leben in der Diözese sei, so Birk. Im Bistum Eichstätt gibt es laut aktueller Statistik insgesamt 4.484 Ministrantinnen und Ministranten; Mädchen stellen etwas mehr als die Hälfte davon.

Am späten Nachmittag dann hatten die jungen Altardienerinnen und Altardiener ihres Amtes zu walten. Trotz der hohen Temperaturen in ihre Gewänder gehüllt, zogen sie in Prozession vom Priesterseminar zum Dom, wo sie von Trommlern aus Burundi empfangen wurden. Angeführt von einem eigens zusammengestellten Projektchor, Mitgliedern des Domkapitels und vielen Geistlichen aus den Gemeinden des Bistums zog man in die Kathedrale ein. Der Alterzbischof von Gitega, Simon Ntamwana, begrüßte die Festgemeinde. Mit ihm am Altar standen sein Nachfolger, der amtierende Erzbischof des afrikanischen Bistums, Bonaventure Nahimana, und Eichstätts Diözesanadministrator Alfred Rottler. Vom ersten Moment des Gottesdienstes an, der live übertragen wurde, herrschte Kirchentagsstimmung. Bei fast jedem Lied des Chores wurde mitgeklatscht, immer wieder wurde applaudiert.

Diözesanjugendseelsorger Sebastian Braun stellte in seiner Predigt Vergleiche zwischen der Welt des Fußballs und dem Dienst der Ministranten her. Minis stünden nicht für irgendeinen Verein, sondern für das „Team Jesu“. Braun wörtlich: „Wir gehören zur Siegermannschaft. Nicht weil wir so super wären, sondern weil Jesus Christus für uns den entscheidenden Sieg schon errungen hat.“

In einem ausführlichen Schlusswort erinnerte Erzbischof Nahimana an die Geschichte der Bistumspartnerschaft, die mit dem ersten Besuch dreier Eichstätter Priester 1975/76 ihren Anfang nahm. Er ließ die entscheidenden Schritte Revue passieren, lobte die vielen Früchte der pastoralen Zusammenarbeit und hob die Erfolge beim Aufbau sozialer und kirchlicher Strukturen hervor. Besonders erinnerte er an das immer noch weiter wachsende Leuchtturmprojekt Bugendana und bekräftigte die Grundaussagen des gemeinsamen Memorandums, das im vergangenen Jahr formuliert und in Kraft gesetzt wurde. Den Ministrantinnen und Ministranten sprach er seinen besonderen Dank aus: „Euer Engagement ist ein Geschenk des Herrn. Ihr seid der Stolz der ganzen Kirche. Hört auf Gottes Stimme, er wird immer an eurer Seite sein.“

Wenig später: Die Sonne taucht den Domplatz in warmes Abendlicht, an einer langen Tafel wird gegessen, gelacht und angestoßen. Fremde kommen miteinander ins Gespräch, Bekannte rücken zusammen. Zwischen dem Eichstätter Dom und den gedeckten Tischen entsteht eine Atmosphäre, die viele Besucherinnen und Besucher an diesem Samstagabend genießen: unkompliziert, offen und voller Begegnungen. Die Domtafel der Willibaldswoche hat bei ihrer zweiten Auflage gezeigt, wie Gemeinschaft gelingen kann.

„Das passt einfach: das Wetter, die Musik und die entspannte Atmosphäre“, sagt Anton Risch aus Dollnstein. Für Karina Gelner aus Schernfeld ist vor allem der Ort etwas Besonderes: „Der Domplatz ist einfach ein super Platz. So kann man Kirche einmal ganz anders erleben.“ Diese ungezwungene Form des Miteinanders macht für sie den Reiz des Abends aus.

Für den musikalischen Höhepunkt sorgen Auszüge aus der Rockoper Jesus Christ Superstar. Domkantorin Deborah Faul hat dafür eigens einen Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus dem gesamten Bistum zusammengestellt. Begleitet wird der Chor von einer vierköpfigen Band unter der Leitung von Benedikt Streicher am Piano. Die mitreißenden Melodien und kraftvollen Chorsätze finden großen Anklang beim Publikum. Claudia Forster aus Eichstätt ist begeistert: „Ich mag die Rockoper Jesus Christ Superstar.“ Das Kurzkonzert macht zugleich Lust auf mehr: Die vollständige konzertante Aufführung der Rockoper ist für den 21. und 22. Februar 2027 in Eichstätt geplant.

Den Abschluss des Tages bildet der liturgische Tagesausklang im Dom. Verschiedene Mitmach-Stationen laden dazu ein, Mutbriefe zu schreiben, Gebetsanliegen zu formulieren oder einen Ort der Stille aufzusuchen. Die Musikgruppe „De Lumina“ aus Monheim gestaltet die Komplet, das Nachtgebet der Kirche. Im Schein vieler Kerzen kehrt nach dem lebendigen Treiben auf dem Domplatz Ruhe ein. Gemeinsam legen die Mitfeiernden den Tag in Gottes Hände – ein stimmungsvoller Schlusspunkt unter einen gelungenen Abend.