Die Feier der Kindertaufe

Einfach und klar erklärt

Eine junge Frau trägt einen Säugling. Der Taufspender gießt das Taufwasser über den Kopf des Kindes.

In vielen Teilen Europas ist es üblich, Babys taufen zu lassen. Bei der Taufe wird das Kind offiziell in die Kirche aufgenommen. Diese Tradition gibt es schon sehr lange, seit dem 2. Jahrhundert nach Christus. Schon damals sind auch die Kinder zusammen mit ihren Familien getauft worden.
Bei der Kindertaufe spielen vor allem die Eltern und die Paten eine wichtige Rolle. Sie vertreten den Glauben der Kirche, zu dem das Kind gehören soll. Deshalb ist es ihre Aufgabe, dem Kind den Glauben näherzubringen. Das machen sie beispielsweise, indem sie Geschichten über Jesus erzählen, aus der Kinderbibel vorlesen, mit den Kindern Advent, Weihnachten und Ostern feiern und mit ihnen gemeinsam in die Kirche gehen.

Ein Baby auf dem Arm der Mutter oder Taufpatin wird mit Taufwasser übergossen.

Checkliste zur Taufe

  • Pfarrei finden
    Wenden Sie sich zuerst an das katholische Pfarramt Ihres Wohnortes und melden Sie dort die Taufe Ihres Kindes an. Über unseren Pfarreienfinder finden Sie schnell die richtige Anlaufstelle.
  • Taufgespräch 
    Vereinbaren Sie im Pfarramt einen Termin für ein Taufgespräch. Dort werden alle Schritte erklärt und offene Fragen geklärt.
  • Unterlagen
    Bringen Sie – wenn vorhanden – die Geburtsbescheinigung für religiöse Zwecke (erhältlich beim Standesamt des Geburtsorts) sowie das Familien- oder Stammbuch mit.
  • Taufpatin oder Taufpate
    Das Kind braucht einen oder zwei Taufpaten bzw. eine oder zwei Taufpatinnen. Sie begleiten Ihr Kind im Glauben und unterstützen Sie als Eltern auf diesem Weg.
  • Taufkerze 
    Zur Taufe selbst benötigen Sie eine Taufkerze und das Taufkleid.  Sie können sie kaufen oder selbst gestalten – oft wird sie zu einem persönlichen Erinnerungsstück, das Ihr Kind durchs Leben begleitet.
  • Taufkleid
    Ein Taufkleid müssen Sie nicht unbedingt anschaffen. In vielen Familien werden Taufkleider weitergegeben, und in vielen Pfarreien können Sie auch eines ausleihen.

 

Ablauf der Kindertaufe

Der Tauffeier liegt – wie allen besonderen Gottesdiensten in der katholischen Kirche – ein fester Ablauf zugrunde. Im folgenden Abschnitt wird Schritt für Schritt beschrieben, wie die Taufe von Kindern gefeiert wird. Dabei sind auch die wichtigsten Sätze und Gebete wiedergegeben, die Eltern, Paten und die versammelte Gemeinde gemeinsam sprechen.

Eröffnung und Begrüßung

Gespräch mit den Eltern

Taufspender (T): Welchen Namen haben Sie Ihrem Kind gegeben?
Eltern (E): Name des Kindes
T. Was erbitten Sie von der Kirche Gottes für (Namen)?
E: Die Taufe
T: Liebe Eltern! Sie haben für Ihr Kind die Taufe erbeten: Damit erklären Sie sich bereit, es im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den Nächsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat. Sind Sie sich dieser Aufgabe bewusst?
E: Ich bin bereit.

Wort an die Paten/Patinnen

T: Liebe Paten, die Eltern dieses Kindes haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Sie sollen Ihr Patenkind auf dem Lebensweg begleiten, es im Glauben mittragen und es hinführen zu einem Leben in der Gemeinschaft der Kirche. Sind Sie bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und damit die Eltern zu unterstützen?
P: Ich bin bereit.

Gebet

Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen

Das Kreuzzeichen, mit dem der Täufling zu Beginn der Feier bezeichnet wird, drückt die Erlösungsgnade aus, die uns Christus durch sein Kreuz erworben hat.

T: (Name), mit großer Freude empfängt dich die Gemeinschaft der Glaubenden. Im Namen der Kirche bezeichne ich dich mit dem Zeichen des Kreuzes.

Wortgottesdienst

Lesung/Lesungen
Predigt/Ansprache
Anrufung der Heiligen 
Fürbitten
Gebet um Schutz vor dem Bösen
Salbung mit Katechumenenöl oder Handauflegung

Fürbitten während der Taufe

In den Fürbitten trägt die versammelte Gemeinde ihre Bitten vor Gott. Am schönsten sind sie, wenn sie selbst formuliert sind und der konkreten eigenen Situation oder der aktuellen kirchlichen und politischen Situation entsprechen. 

Einige Beispiele: Beten Sie für 

  • die hier versammelte Gemeinde (die Neugetauften, Eltern, Paten, Familie, Freunde)
  • die Pfarrgemeinde (Kranke, Sterbende, Einsame Menschen
  • die Welt und Weltkirche (Regierende, Menschen in Kriegsgebieten, Flüchtlinge)
  • Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden; die nicht glauben können; die sich von der Kirche abgewendet haben; Eltern, die keine Kinder haben können oder ihre verloren haben; Kinder, die im Krieg aufwachsen oder die auf der Straße leben

Insgesamt sind etwa 4-6 Fürbitten üblich.

Wie laufen die Fürbitten ab?

Der Leiter der Feier, also meistens der Priester oder Diakon, leitet die Fürbitten ein.

Ein Sprecher aus der Gemeinde liest die Anliegen vor. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, Verwandte des Taufkindes, beispielsweise ältere Geschwister, in die Tauffeier einzubeziehen.

Die Antwort kann aus einem Antwortruf oder einem (kurzen) passenden Antwortgesang bestehen.

Üblich sind

  • "Wir bitten dich erhören uns" oder
  • "Christus, höre uns" oder
  • "Lasset zum Herrn uns beten" (Gotteslob Nr. 181)

Tauffeier

Die Taufgemeinde begibt sich zum Platz der Taufspendung, gewöhnlich zum Taufbrunnen.

Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Wasser

Absage und Glaubensbekenntnis:

T: Widersagt ihr dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben?
E und P: Ich widersage.
T: Widersagt ihr den Verlockungen des Bösen, damit die Sünde nicht Macht über euch gewinnt?
E und P: Ich widersage.
T: Widersagt ihr dem Satan, dem Urheber des Bösen?
E und P: Ich widersage.

T: Glaubt ihr an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde?
E und P: Ich glaube.
T: Glaubt ihr an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist von der Jungfrau Maria, der gelitten hat, gestorben ist und begraben wurde, von den Toten auferstand und zur Rechten des Vaters sitzt?
E und P: Ich glaube.
T: Glaubt ihr an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
E und P: Ich glaube.

Taufe

Der Zelebrant gießt Wasser über den Kopf des Täuflings und sagt dabei:

(Name), ich taufe dich
im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Übergießen mit Wasser bzw. Eintauchen ins Wasser

Durch das dreimalige Eintauchen bzw. Übergießen des Täuflings mit Wasser kommt zum Ausdruck, dass der Täufling der Sünde stirbt und er Christus gleich gestaltet wird. Der Getaufte ist zum Leben mit Gott berufen.
Ausdeutende Riten

Salbung mit Chrisam

Die Salbung ist ein Zeichen dafür, dass dem Neugetauften der Hl. Geist geschenkt wird. Sie betont die Eingliederung in den Leib Christi, in dem jeder Getaufte zum allgemeinen Priestertum, Propheten- und Königtum gesalbt ist.

Salbung mit Chrisam:

T: Der allmächtige Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat euch von der Schuld Adams befreit und euch aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt. Aufgenommen in das Volk Gottes werdet ihr nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit ihr für immer Glieder Christi bleibt, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.A: Amen.

Das weiße Kleid

Diese urkirchliche Tradition geht auf das Wort des Hl. Paulus zurück, „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt“ (Gal 3,27). Es bedeutet, dass jeder Getaufte mit und in Christus auferstanden ist.

Bekleidung mit dem weißen Taufgewand:

T: (Name), in der Taufe bist du eine neue Schöpfung geworden und hast – wie die Schrift sagt – Christus angezogen. Das weiße Gewand sei dir ein Zeichen für diese Würde. Bewahre sie für das ewige Leben.

Die Taufkerze

Diese wird an der Osterkerze, einem Zeichen für Christus selbst, entzündet. Somit wird die Taufkerze zum Symbol dafür, dass Christus den Neugetauften erleuchtet hat.

Übergabe der brennenden Taufkerze:

Empfange (Empfangt) das Licht Christi.

Liebe Eltern und Paten! Ihnen wird dieses Licht anvertraut. Christus, das Licht der Welt, hat Ihr Kind erleuchtet. Es soll als Kind des Lichtes leben, sich im Glauben bewähren und dem Herrn und allen Heiligen entgegengehen, wenn er kommt in Herrlichkeit.

Effata-Ritus:

Der Zelebrant kann mit dem Ruf: Effata (öffne dich) dem Neugetauften Ohren und Mund öffnen, damit dieser das Wort Gottes vernehme und den Glauben bekenne.

Gebet des Herrn:

Vater unser im Himmel
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme, Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen

Segen und Entlassung

Die Taufkerze

Während der Taufliturgie, unmittelbar nach der eigentlichen Taufe wird die Taufkerze an der Osterkerze entzündet. Dazu spricht der Priester: “Empfangt das Licht Christi”. Die Taufkerze ist somit ein wichtiges Symbol, die einiges zum Ausdruck bringt, was der tiefere Sinn der Taufe ist: Das Licht, das die Dunkelheit erleuchtet, ist ein Symbol für den christlichen Glauben an die Auferstehung von den Toten. Wer zum Glauben gekommen ist, ist "erleuchtet" und begreift Christus - den Auferstandenen - als "Licht der Welt". Und: Die Getauften sollen selbst als "Kinder des Lichtes" leben und sich im Glauben bewähren.

Deshalb wird heute auch betont, dass die Taufkerze den Täufling sein Leben lang begleiten kann. Es ist ein schönes Zeichen, wenn diese Kerze zur Erstkommunion als Kommunionkerze wiederverwendet wird. Auch bei einer kirchlichen Trauung oder bei weiteren Anlässen kann sie einbezogen werden. Und schließlich kann die Taufkerze als Sterbekerze den Sterbenden begleiten.

Taufkerzen gibt es im einschlägigen Fachhandel fertig zu kaufen. Gute Bezugsquellen sind auch Klosterläden, wie etwa in Plankstetten oder Eichstätt St. Walburg. Aber eine Taufkerze wird noch viel individueller, wenn Sie von den Eltern, den Paten oder etwa älteren Geschwistern selbst verziert wird. Anleitungen hierfür gibt es schriftlich oder per Video-Tutorials über die einschlägigen Suchmaschinen im Internet zu hauf.


	Bild von 
	Markus Wittmann
Markus Wittmann Fachbereichsleiter Glaube und Liturgie 08421 50610 glaube-liturgie@bistum-eichstaett.de Walburgiberg 2, 85072 Eichstätt