Die Taufe ist das Sakrament der Aufnahme in die Kirche. "Sakrament" bedeutet dabei: Gott handelt! Gott nimmt den Menschen auf in seine Gemeinschaft, die Kirche!
Im Pfarrbüro an Ihrem Wohnort. Die Mitarbeiter dort stellen den Kontakt zum Pfarrer, Kaplan, Diakon oder zu den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern her, die die Taufvorbereitung durchführen. Alle weiteren Fragen zum Ablauf der Taufe oder zum zeitlichen Rahmen der Vorbereitung können dann mit diesen geklärt werden.
Im Normalfall spendet die Taufe ein Priester oder Diakon. Ihr Ansprechpartner ist zunächst der zuständige Ortspfarrer oder ein weiterer Geistlicher in Ihrer Pfarrei oder Ihrem Pfarrverband, etwa ein Kaplan, Pfarrvikar oder Diakon.
Sie haben aber die Möglichkeit, Ihr Kind oder sich selbst von einem Priester Ihres besonderen Vertrauens taufen zu lassen. Sprechen Sie das mit Ihrem Ortspfarrer bitte rechtzeitig ab.
Im Notfall, etwa bei unmittelbarer Lebensgefahr des zu Taufenden, kann aber jeder Christ, ja jeder Mensch, also auch ein Ungetaufter, die Taufe gültig spenden, wenn er dies in der Form und gemäß der Absicht der Kirche tut.
In der Regel wird Sie der Spender zu einem Taufgespräch bitten. Häufig kommt der Geistliche dabei zu Ihnen ins Haus, das Gespräch kann aber auch an einem anderen Ort stattfinden. Im Taufgespräch wird über die Bedeutung der Taufe, die Aufgaben der Eltern und Paten und die Gestaltung der Tauffeier gesprochen. Der Tauftermin wird festgelegt. Es wird geklärt, ob mehrere Kinder miteinander getauft werden und welche Gebete und Lieder bei der Tauffeier besonders gewünscht werden. Im Taufgespräch ist deshalb Platz für grundsätzliche Glaubensfragen, aber auch für ganz praktische Dinge rund um die Tauffeier.
Der normale Taufort ist die Pfarrkirche Ihrer Pfarrei. Eine Taufe außerhalb der Kirche, etwa an einem meditativen Ort in der Natur, einer Kapelle oder zu Hause ist nur in Ausnahmefällen möglich. Der Grund liegt in der Bedeutung der Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche. Die Kirche ist aber der zentrale Versammlungsort der Pfarrgemeinde schlechthin. Deshalb finden Taufen auch häufig in der Osternacht oder zumindest einem Pfarrgottesdienst der Gemeinde an einem Sonntag statt.
Die Wahl der Paten ist eine ernste und verantwortungsvolle Aufgabe. Dabei ist zu bedenken, dass das Patenamt nur von einem gläubigen katholischen Christen wahrgenommen werden kann, der auch bereit ist, Mitverantwortung für die gesamte Erziehung seines Patenkindes, bzw. bei einer Erwachsenentaufe für den weiteren Glaubensweg zu übernehmen. Die Patin oder der Pate muss das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben. Außerdem muss er neben der Taufe auch die Firmung empfangen haben. Wenn er oder sie selbst nicht katholisch ist, ist die Zulassung zum Patenamt normalerweise nur als Taufzeuge zusammen mit einem katholischen Paten möglich.
Im Bistum Eichstätt gibt es aber eine zusätzliche Regelung. Wenn es aus einem wichtigen Grund nicht möglich ist, für das Kind oder den Jugendlichen einen katholischen Tauf- bzw. Firmpaten zu bestimmen, kann der zuständige Pfarrer den Bischof um eine Sondererlaubnis bitten. Eine Ausnahmegenehmigung ist also möglich.
Es kann bis zu zwei Paten mit dem Patendienst beauftragt werden. Darüber hinaus kann es mehrere Taufzeugen geben.
Nichts!
Die Taufe ist kostenlos! Es kann jedoch sein, dass mit der Taufe Nebenkosten entstehen, die von der Tauffamilie übernommen werden sollen oder müssen. Dazu gehört etwa die Anschaffung der Taufkerze. Auch wenn die Familie externe Musiker engagieren oder beispielsweise speziellen Blumenschmuck anbringen möchte, so ist das selbst zu beauftragen und zu bezahlen. Dies ist in aller Regel jedoch nicht nötig. Sprechen Sie das bitte mit dem Taufspender ab. Geeignet ist hierfür das Taufgespräch.
Das Wasser ist das wichtigste Zeichen der Taufe. Wenn ein Mensch drei Mal mit Wasser übergossen oder kurz ins Wasser eingetaucht wird, zeigt das: Das alte Leben, das von Fehlern und Schuld geprägt ist, soll hinter ihm liegen. Er beginnt ein neues Leben, das sich an Jesus Christus orientiert. Der Getaufte soll in enger Verbindung mit Gott leben.
Das Kreuzzeichen
Zu Beginn der Feier wird dem Täufling ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Das Kreuz erinnert an den Tod Jesu am Kreuz und daran, dass Christinnen und Christen glauben: Durch Jesus hat Gott den Menschen seine Liebe und Vergebung geschenkt.
Alle weiteren Zeichen und Handlungen machen die Bedeutung der Taufe deutlicher:
Die Taufkerze
Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet. Die Osterkerze steht in der katholischen Tradition für Jesus Christus, der als „Licht der Welt“ verstanden wird. Wenn die Taufkerze an ihr angezündet wird, bedeutet das: Christus soll das Leben des Getauften erhellen und ihm Orientierung geben.
Das weiße Kleid
Das weiße Kleid ist eine sehr alte Tradition. Sie geht auf einen Satz des Apostels Paulus zurück: Wer getauft ist, „hat Christus wie ein Gewand angezogen“. Gemeint ist: Der Getaufte beginnt ein neues, von Gott erneuertes Leben. Weiß steht dabei für Reinheit, Neubeginn und Auferstehung.
Die Salbung mit Chrisam
Chrisam ist ein wohlriechendes, geweihtes Öl. Wenn der Priester oder Diakon dem Getauften dieses geweihte Öl auf die Stirn streicht, drückt das aus: Gott schenkt ihm seinen Heiligen Geist – also seine Kraft und Nähe. Zugleich zeigt die Salbung: Der Getaufte gehört nun ganz zur Gemeinschaft der Kirche. In der katholischen Sicht hat jeder Getaufte Anteil an Aufgaben, die in der Bibel mit Priester, Prophet und König beschrieben werden:
Die Verkündigung des Wortes Gottes
In der Tauffeier werden Texte aus der Bibel vorgelesen. Sie sollen in Erinnerung rufen, woran Christinnen und Christen glauben und warum die Taufe gefeiert wird. Aus katholischer Sicht ist der Glaube an Gott und an Jesus Christus die Grundlage der Taufe – er gehört untrennbar dazu und kommt in den gelesenen Texten zum Ausdruck.
Eine Nottaufe ist eine Taufe, die in einer Situation akuter Lebensgefahr gespendet wird und von jedem Menschen vorgenommen werden darf, sofern die richtige Absicht, Wasser und die Taufformel verwendet werden. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Ungetaufte – meist ein Kind – in unmittelbarer Lebensgefahr schweben und keine Möglichkeit besteht, rechtzeitig einen Geistlichen zu holen. Sie kann von jedem Menschen mit rechter Absicht durchgeführt werden, also nicht nur von Christen. Auch muss es kein Geistlicher sein. Auch Laien, (z.B. Hebammen oder Angehörige) können die Nottaufe spenden. Sie müssen nicht einmal selbst getauft sein.
Bei der Nottaufe wird Wasser über den Kopf des Täuflings gegossen. Gleichzeitig wird die Formel gesprochen: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Eine Nottaufe gilt in der Kirche als vollwertige Taufe. Die Pfarrei vor Ort wird darüber informiert, damit sie im offiziellen Taufbuch eingetragen werden kann. Wenn die getaufte Person wieder gesund ist, können in einem Gottesdienst die äußeren Zeichen der Taufe nachgeholt werden – zum Beispiel das Anzünden der Taufkerze, die Salbung mit dem Öl und der sogenannte „Effata-Ritus“, bei dem Ohren und Mund mit einer kurzen Gebetsgeste berührt werden.
Ein Taufschein ist ein offizielles Dokument, das die Taufe einer Person bestätigt und ihre Aufnahme in die Kirche nachweist. Der Taufschein enthält Angaben zur Person des Täuflings, den Eltern und Taufpaten sowie das Datum und den Ort der Taufe. Er ist ein Auszug aus dem Taufbuch, das von der Pfarrei geführt wird, in der die Taufe stattfand. Im Taufbuch werden weitere Sakramente eingetragen, etwa die Firmung und die Eheschliessung.
Ein Taufschein wird für wichtige Anlässe benötigt, zum Beispiel:
Den Taufschein erhält man beim Pfarramt der Gemeinde, in der die Taufe stattgefunden hat. In größeren Städten wird hierfür häufig ein zentrales “Matrikelamt” eingerichtet.