Fragen zur Krankensalbung

Alles Wichtige verständlich erklärt

Die drei Großbuchstaben F A Q werden von kleinen Männchen gehalten. Symbolbild für häufig gestellte Fragen.

Häufige Fragen zur Krankensalbung

Wer spendet die Krankensalbung?

Die Krankensalbung wird durch den Priester vollzogen. Er handelt an der Stelle Christi und für die ganze  Kirche, deren Zuwendung er dem Kranken hier sakramental vermittelt. Die Vollmacht des Priesters ist auch für die sündenvergebende Wirkung der Krankensalbung notwendig. Zuständig ist zunächst der jeweilige Ortspfarrer, da so der Bezug zur jeweiligen Gemeinde am Besten hergestellt wird. Allerdings sollen und dürfen vor allem im Notfall alle Priester die Krankensalbung spenden. In der

Wann wird das Sakrament der Krankensalbung gespendet?

Der angemessene Augenblick zum Empfang der Krankensalbung ist gegeben, wenn der Gläubige beginnt, wegen Krankheit oder Altersschwäche in Lebensgefahr zu geraten. Es muss also keine unmittelbare oder direkte Lebensgefahr bestehen. Im Krankheitsverlauf kann das Sakrament wiederholt werden, wenn sich der Zustand des Kranken verschlimmert. Ebenso kann das Sakrament vor einer Operation im Rahmen einer schwerwiegenden Krankheit gespendet werden oder (unter Umständen nach Genesung) bei einer neuen Krankheit. Die Krankensalbung kann auch bei psychischen Krankheiten gespendet werden.

Es besteht kein Grund, die Krankensalbung immer weiter aufzuschieben, etwa bis in die Todesstunde (obwohl sie auch dann gespendet werden kann), denn sie ist im Kern ein Sakrament der Kranken, nicht der Sterbenden. Daher ist ihre Spendung grundsätzlich auch weder für den Kranken, noch für Angehörige oder Außenstehende ein Anzeichen des baldigen Todes und somit auch kein Grund zur dahingehenden Beunruhigung.

Wo wird das Sakrament der Krankensalbung gespendet?

Meist wird die Krankensalbung in einem Zimmer des Kranken, dort wo er sich gerade befindet gespendet, das kann zu Hause oder im Kramnkenhaus sein. Wenn es die gesundheitliche Situation zulässt, kann die Krankensalbung auch in einer Kirche oder Kapelle empfangen werden. Ein besonderes Zeochen ist es, wenn die Krankensalbung - beispielsweise vor der Einweisung ins Krankenhaus für eine schwere Operation - im (sonntäglichen) Gemeindegottesdienst gespendet wird. Häufig gibt es auch gemeinschaftliche Feier, bei der mehrere Kranke die Krankensalbung empfangen, beispielsweise in der Kapelle eines Krankenhauses oder Altenheimes.

Wie geht die Anmeldung zur Krankensalbung?

Wer die Krankensalbung selbst empfangen oder für einen erkrankten Angehörigen oder Freund – dessen Wunsch gemäß - erbitten will, wendet sich an den Ortspfarrer, den Krankenhausseelsorger oder einen anderen Priester des Vertrauens. Kann der Kranke sich nicht mehr äußern, sollten die Angehörigen seinem vermutlichen Wunsch gemäß um das Sakrament für ihn bitten.

Stationsschwestern und Ärzten ist es aufgrund ihrer Schweigepflicht ohne ausdrückliche Erlaubnis nicht erlaubt,  selber den Priester zu rufen. Deshalb ist es wichtig ist, dass der Kranke oder seine Angehörigen die Erlaubnis dazu geben. Das kann auch durch einen entsprechenden schriftlichen Vermerk am Ausweis oder einem anderen Ort erfolgen

Es kann daher nützlich sein, einen schriftlichen Hinweis bei sich zu tragen, der den Satz „Bei Todesgefahr bitte einen katholischen Priester rufen“ oder eine ähnliche Formulierung enthält. Das katholische Internetportal “katholisch.de” hat eine Notfallkarte veröffentlicht, die sie herunterladen können. Drucken Sie diese in Originalgröße aus, dann hat sie die Maße einer Scheckkarte und passt gut in Ihre Geldbörse. Tragen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse in die dafür vorgesehenen Felder ein und kreuzen Sie an. Auf der Rückseite ist Platz für Notizen oder ein persönliches Gebet. Hier können Sie auch Kontaktdaten von Personen notieren, die im Notfall benachrichtigt werden sollen. Wenn Sie ein Laminiergerät haben, laminieren Sie Ihre Notfallkarte. So ist sie besser vor Abrieb geschützt. Sprechen Sie auch mit Ihnen nahestehenden Menschen über Ihren Wunsch, damit sie darüber informiert sind.

  • Notfallkarte (PDF) Laden Sie die Karte herunter, füllen Sie diese aus und tragen Sie diese beispielsweise in der Geldbörse mit sich. © Katholisch.de
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Einen festen Termin für die Spendung des Sakramentes gibt es nicht, weil sie auf den Wunsch des Patienten erfolgt. In vielen Kliniken oder Heimen werden aber regelmäßige Gottesdienste angeboten, in denen die Krankensalbung von denen empfangen werden kann, bei denen die Voraussetzung zur Spendung des Sakramentes vorliegen und der Gesundheitszustand das zuläßt.

Welche Vorbereitungen sind zur Krankensalbung nötig?

Wenn es möglich ist, sollte das Krankenzimmer zur Feier der Krankensalbung etwas hergerichtet werden, was aber von den Umständen abhängt. So können auf einem Tisch ein Kreuz, eine oder mehrere Kerzen, Weihwasser und etwas Watte bereit gestellt werden. Es ist schön, wenn Angehörige, Freunde oder Nachbarn der Salbung beiwohnen. Das ist aber alles keine Voraussetzung. Die Krankensalbung kann unabhängig von der äußeren Voraussetzung immer und überall gespendet werden, beispielswiese auch an einem Unfallort.

Welche Voraussetzungen für den Empfang der Krankensalbung gibt es?

Der Kranke, der die Krankensalbung empfangen will, muss über den Vernunftgebrauch verfügen (also das Geschehen grundsätzlich verstehen können), was insbesondere in der Frage der Spendung des Sakramentes an Kinder von Bedeutung ist. Ist die Lage zweifelhaft, wird das Sakrament gespendet. Bewusstlosen kann das Sakrament gespendet werden, wenn aus ihrem Leben als gläubige Christen geschlossen werden kann, dass sie das Sakrament erbitten würden. 

Verstorbenen darf die Krankensalbung nicht gespendet werden. Ist die Lage bezüglich des Eintritts des Todes jedoch nicht eindeutig, wird das Sakrament gespendet. Ist der Kranke schon tot, spricht man die „Gebete nach dem Verscheiden“. Es gibt die Auffassung, dass der klinische Tod nicht direkt mit dem „moralischen“ Tod (der Ablösung der Seele aus dem Körper) einhergeht, die Krankensalbung also auch noch kurz nach dem klinischen Tod bedingungsweise gespendet werden kann.

Was ist die "Wegzehrung"?

Die „Wegzehrung“ hat mit der Krankensalbung ztunächst unmittelbar nichts zu tun. „Wegzehrung“ bezeichnet seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil das eigentliche und einzige Sterbesakrament, in dessen Feier der Sterbende das vermutlich letzte Mal die heilige Kommunion empfängt. Alle Gläubigen sollen die Wegzehrung empfangen, wenn sie in Todesgefahr geraten, wenn möglich, solange sie bei vollem Bewusstsein sind. Dies kann innerhalb oder außerhalb einer Messfeier geschehen.

Was ist ein Versehgang?

In akuter Todesgefahr kann ein Priester zu einem so genannten „Versehgang“ gerufen werden, in dessen Verlauf er die Krankensalbung sowie das Sakrament der Buße und die Eucharistie (und unter Umständen sogar die Firmung) spendet.
Zunächst wird die Buße gefeiert (ggf. dann die Firmung), darauf die Krankensalbung, dann die Wegzehrung. Unter Umständen kann dem Kranken die Krankensalbung mit einer einzigen Salbung erteilt und dann sofort die Wegzehrung gereicht werden, bei unmittelbar bevorstehendem Tod wird der Kranke direkt mit der Wegzehrung versehen. Der Ablauf des Versehgangs ist dem Ablauf der Feier der Krankensalbung mit Krankenkommunion ähnlich.

Was ist die "letzte Ölung"?

Der Begriff "Letzte Ölung" stammt zwar ursprünglich aus der kirchlichen Tradition, wird jedoch heute aus gutem Grund nicht mehr verwendet, teilweise sogar vehement zurückgewiesen. Er entstammt aus einer Zeit, als das Sakrament der Krankensalbung erst unmittelbar vor dem Tod gespendet wurde und somit als die "letzte" sakramentale Handlung vor dem Tod galt. Das hat dazu geführt, dass im Volksmund das Sakrament der Krankensalbung mit einem Todesurteil gleich gesetzt wurde, weshalb man dieses so weit wie möglich hinauszögerte.

Spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Sinn der Krankensalbung weiter gefasst: Es geht nicht mehr nur um die Vorbereitung auf den Tod, sondern um Beistand und Stärkung in jeder ernsten Krankheit. Das Sakrament der Krankensalbung ist eine Stärkung der Lebenden und kann durchaus öfter im Leben empfangen werden.

 

 

Mit was werden die Kranken gesalbt?

Die Kranken werden bei der Krankensalbung mit geweihtem Krankenöl (Oleum infirmorum) gesalbt, das überwiegend aus reinem Olivenöl besteht. Manchmal wird dem Öl auch Rosenöl oder andere wohlriechende Zusätze beigemischt. Das Krankenöl wird (zusammen mit dem heiligen Chrisam und dem Katechumenenöl) jährlich vom Bischof in der sogenannten „Chrisammesse“ gesegnet und anschließend an die Pfarreien verteilt.