Sakrament der Buße – Versöhnt mit Gott
Das Sakrament der Versöhnung wird auch Beichte oder Bußsakrament genannt. Alle Begriffe beschreiben dasselbe, nur mit unterschiedlichem Fokus:
Durch dieses Sakrament wird der Mensch wieder mit Gott, den Mitmenschen, der Kirche und der ganzen Schöpfung versöhnt.
Wer während der ausgeschriebenen Beichtzeiten beichten möchte, muss sich nicht anmelden. Man besucht einfach den angegebenen Beichtort – meist eine Kirche – und wartet, bis man an der Reihe ist. Beichtstühle sind in der Regel gekennzeichnet, oft durch ein Licht, und leicht zu finden.
Alternativ kann man auch einen persönlichen Termin mit einem Priester vereinbaren.
Eine kurze Vorbereitung ist hilfreich: Wer das Bußsakrament empfangen möchte, um seine Beziehung zu Christus zu erneuern, sollte sich vorher überlegen, in welchen Bereichen diese Erneuerung besonders wichtig ist.
Die Beichte zu hören und an Stelle Christi die Vergebung zu spenden, ist Aufgabe des Priesters. Der Priester steht unter dem Gebot des Beichtgeheimnisses, das heißt der Verschwiegenheit gegenüber dritten.
Es ist möglich beim eigenen Pfarrer zu beichten, die Beichte kann aber auch jeder andere katholische Priester hören. Es ist nicht unbedingt notwendig, kann aber sinnvoll sein, einen festen Beichtvater zu haben.
Das Sakrament ist eigentlich an keinen bestimmten Ort gebunden, wird in der Regel aber in einer Kirche empfangen. In jeder katholischen Kirche gibt es dazu reservierte Orte, wie die Beichtstühle oder auch ein Beichtzimmer. Beichtzimmer dienen oft als Ort für Beichtgespräche.
Im folgenden findet sich ein kurz kommentierter Ablauf der Spendung des Bußsakramentes.
Die Beichte beginnt damit, dass der Beichtende (B) sich bekreuzigt und spricht:
B: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Priester (P) antwortet etwa folgendermaßen: Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit
B: Amen.
Der Priester kann nun, wenn es Zeit und Umstände erlauben, ein Schriftwort lesen oder sprechen, was in der Praxis aber eher ungewöhnlich ist; von Seite des Sakraments her ist es aber angeraten, weil Gottes Güte und zuvorkommende Versöhnung in der Schrift vorgelegt wird. Es folgt das Bekenntnis des Beichtenden. Es soll ehrlich und persönlich sein. Eine Hilfe dazu ist es, wenn der Beichtende von seiner Situation und seiner Schuld erzählt. So werden für den Beichtenden und für den Priester auch Hintergründe und Ursachen für die Sünden und Fehler eher offenbar. Der Priester kann beim Bekenntnis helfen, wenn es nötig ist. Es ist üblich, das Bekenntnis mit einem kurzen Reuegebet abzuschließen (etwa: Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe. Erbarme dich meiner, o Herr.).
Nun folgt das Beichtgespräch. Am Ende des Beichtgespräches steht die Übernahme eines Bußwerkes, das häufig aus Gebeten besteht. In diesem Teil der Beichte gibt es kaum liturgische Strukturierung, sie ist dem persönlichen Gegenüber zwischen Beichtendem und dem Priester, der in der Beichte Christus selbst vertritt, gewidmet. Ist das Beichtgespräch beendet, erteilt der Priester die Lossprechung (Absolution) von den Sünden, wenn die Voraussetzungen dafür auf der Seite des Beichtenden vorliegen. Bei diesen Voraussetzungen handelt es sich um:
- Reue über die begangenen Sünden. Reue muss nicht unbedingt mit einem tiefen „Gefühl" der Zerknirschung einhergehen, sie kann auch aus Einsicht entstehen.
- Ehrliches Aussprechen der Schuld im Bekenntnis. Es kommt dabei nicht auf die Benennung von allem und jedem an, sondern auf die Darlegung des Kerns des Problems und die Aufrichtigkeit.
- Vorsatz, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wieder gutzumachen. Hier geht es um eine ernste Absicht und wirkliches Bemühen, auch wenn die Frage des Gelingens der Besserung noch fraglich erscheint.
Die Worte der Lossprechung sind:
P: Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
B: Amen.
Es folgt nun der Dank und die Entlassung:
Nach der Entlassung durch den Priester soll der Beichtende noch eine Danksagung für die erfahrene Vergebung halten, außerdem kann eine etwa auferlegte Gebetsbuße nun verrichtet werden.
Der Ablauf des Bußsakramentes findet sich im Gotteslob, dem katholischen Gebet- und Gesangbuch, unter der Nr. 60. Das Gotteslob liegt für gewöhnlich in katholischen Kirchen und Kapellen am Eingang oder in den Bänken zur Benutzung vor Ort aus.
Neben der traditionellen Form der Ohrenbeichte im Beichtstuhl wird oft auch das Beichtgespräch angeboten, das den Beratungsaspekt für die Lebensführung stärker in den Vordergrund rückt.