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04.06.2016

Herrieden, Stiftsbasilika St. Vitus und Deocar

Für das Jahr 1071 ist in Herrieden die Weihe einer St. Vitus-Kirche durch Bischof Gundekar II. belegt. 1490 wird die Kirche bei einem Stadtbrand zum Raub der Flamen. 1533 wird der Neubau der Kirche geweiht. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Gotteshaus, das wertvolle Kunstschätze beherbergt, mehrfach renoviert.

Herrieden, Stiftsbasilika St. Vitus und Deocar

Papst Benedikt XVI. hat die Stiftskirche St. Vitus und St. Deocar Herrieden im Jahr 2010 zur päpstlichen Basilika erhoben. Sie trägt damit den Namen "Stiftsbasilika St. Vitus und St. Deocar".  Der vom Heiligen Stuhl für besondere Kirchen gewährte Titel einer "Basilica Minore" dient dazu, "diese Kirche mehr mit dem Apostolischen Stuhl und dem Heiligen Vater zu verbinden und sie zu einem besonderen Zentrum liturgischer und pastoraler Dienste zu machen, so dass diese Kirche eine Beispielfunktion für die ganze Diözese übernimmt", heißt es dazu in dem entsprechenden Schreiben aus Rom.

Die Erhebung zu einer Basilika sei eine besondere und seltene Ehre für eine Kirche, so Stadtpfarrer Peter Wenzel, Herrieden. Der Titel "Päpstliche Basilika" bedeute für alle, die sich mit dieser Kirche verbunden wissen, vor allem, das "Evangelium Jesu Christi mit Leidenschaft und Freude zu leben und zu verkündigen".

Einen wichtigen Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums leistet auch das auf die beiden Türme verteilte Geläute der Stiftsbasilika, das unter anderem zwei wertvolle Barockglocken enthält.

Sanierung der Glockenanlage

Februar 2007
Die Glockenanlage der Stiftskirche St. Vitus und St. Deocar wird durch den Glockensachverständigen der Diözese Eichstätt inspiziert. Der technische Zustand der gesamten Anlage erweist sich als höchst bedenklich: Der stählerne Glockenstuhl auf dem Südturm ist durch Korrosion im Bereich der Fuß- und Knotenpunkte derart stark geschädigt, dass er beim Läuten zusammenzubrechen droht. Es besteht zudem die Gefahr, dass wegen unverhältnismäßig hoher Läutewinkel und der dadurch entstehenden Lagerkräfte die frisch sanierten Türme mittelfristig erneut geschädigt werden. In Absprache mit der Kirchenverwaltung und dem Staatlichen Bauamt Ansbach wird daraufhin ein Sanierungskonzept erarbeitet, das als Grundlage für entsprechende Angebote dienen soll.

März 2007
Die Kirchenverwaltung der Stiftskirche entschließt sich zu einer umfassenden Sanierung der Anlage und vergibt den Auftrag dazu an die Fa. Bachert in Karlsruhe.

Juni 2007
Die Glockenanlage wird saniert. Beide Teilgeläute erhalten neue Glockenstühle aus Eichenholz. Die Glocken selbst werden mit neuen Holzjochen und Klöppeln ausgestattet. Ergänzend dazu werden neue Schalläden eingebaut.

Juli 2007
Zum Abschluß der mehrjährigen Sanierung der Stiftskirche geht die Glockenanlage wieder in Betrieb.

Evangelistenglocke

Auch wenn auf dieser Glocke als Gießer explizit nur Alexander Arnoldt ausgewiesen ist, kann doch davon ausgegegangen werden, dass auch diese Glocke - analog zu ihrer Schwester - vom Brüderpaar Nikolaus und Alexander Arnoldt gegossen worden ist.
1980 wurde die Innenharmonie dieser wertvollen Barockglocke durch Ausschleifen korrigiert.

Schlagton: es'

Material: Bronze

Gießer: Nikolaus und Alexander Arnoldt, Dinkelsbühl
Gußjahr: 1728

Durchmesser: 1.280 mm
Gewicht: ca. 1.200 kg

Inschrift:
auf der Schulter:
+ SANCTE MATHAEVS (Kreuzblume, Engelsköpfchen) SANCTE MARCVS (Kreuzblume, Engelsköpfchen) SANCTE LVCAS (Kreuzblume, Engelsköpfchen) SANCTE IOANNES (Kreuzblume, Engelsköpfchen)
(Zeigehand)
GLORIA LAVDIS RESONET IN ORE OMNIVM PATRI GENITAEQUAE PROLI, SPIRITVI S: PARITER RESVLTET LAVDE PERENNI (Kreuzblume) ANNO 1728
über der Schärfe:
(Zeigehand) NACH DEM ICH SO LANG DAVRT BIS (Kreuzblume) SCHIER DREY HVNDERT IAHR VOR BEY (Kreuzblume) WVRD ICH ZV DINCKELSPIHL (Kreuzblume) VMB GOSSEN AUFF DAS NEII (Kreuzblume) DURCH ALEXANDER ARNOLDT (Kreuzblume) MDCCXXVIII (Engelsköpfchen)

Agathaglocke

Auch die Innenharmonie der Agathaglocke wurde 1980 im Zuge der Geläuteergänzung durch Ausschleifen korrigiert.

Schlagton: ges'
Material: Bronze

Gießer: Nikolaus und Alexander Arnoldt, Dinkelsbühl
Gußjahr: 1728

Durchmesser: 1.043 mm
Gewicht: ca. 650 kg

Inschrift:
auf der Schulter:
(Zeigehand) MENTEM S (Kreuzblume) + (Kreuzblume) SPONTANEAM (Kreuzblume) + HONOREM DEO (Kreuzblume) + (Kreuzblume) ET PATRIAE LIBERATIONEM (Kreuzblume)
(Zeigehand) IGNIS A LAESVRA, PROTEGE NOS AGATHA PIA (Kreuzblume) ANNO (Kreuzblume) 1728 (Kreuzblume; Engelsköpfchen)
auf der Flanke:
NICOLAVS VND ALEXANDER
ARNOLDT GEBRIEDER IN
DINCKELSPHILL ABEN MICH
GEGOSSEN ANNO 1728 (Kreuzblume)

Marienglocke

Die Marienglocke hängt zusammen mit ihren 1980 gegossenen Schwestern im Südturm des Stiftsbasilika.

Schlagton: as'
Material: Bronze

Gießer:Glockengießerei Heidelberg
Gußjahr: 1980

Durchmesser: 974 mm
Gewicht: 635 kg

Inschrift:
+ HEILIGE MARIA MUTTER GOTTES +
+ BITTE FÜR UNS SÜNDER JETZT UND IN DER STUNDE UNSERES TODES +
HERRIEDEN 1980

Zier: Harry MacLean, Heidelberg

Vitusglocke

Für diese Glocke wurde als Patron der heilige Vitus, einer der beiden Kirchenpatrone gewählt.

Schlagton: b'
Material: Bronze

Gießer:Glockengießerei Heidelberg
Gußjahr: 1980

Durchmesser: 819 mm
Gewicht: 382 kg

Inschrift:
+ AUF DIE FÜRBITTE DES HL. VITUS +
+ HERR GIB FRIEDEN DEINEM VOLK +
HERRIEDEN 1980

Zier: Harry MacLean, Heidelberg

Deocarglocke

Auch die Deocarglocke ist einem der beiden Kirchenpatrone geweiht.

Schlagton: des''
Material: Bronze

Gießer:Glockengießerei Heidelberg
Gußjahr: 1980

Durchmesser: 760 mm
Gewicht: 302 kg

Inschrift:
+ SANKT DEOCAR HALT DEINE HAND +
+ FÜRBITTEND ÜBER STADT UND LAND +
HERRIEDEN 1980

Zier: Harry MacLean, Heidelberg