Zum Inhalt springen
17.10.2011

Domkapitular Professor Bernhard Mayer verstorben: Hochschullehrer, Priester und Brückenbauer in die Weltkirche

Prof. Dr. Bernhard Mayer, emeritierter Eichstätter Hochschullehrer und Domkapitular, ist am 17. Oktober im Alter von 72 Jahren verstorben.

Prof. Dr. Bernhard Mayer

Eichstätt/Lenting. (pde) – Prof. Dr. Bernhard Mayer, emeritierter Eichstätter Hochschullehrer und Domkapitular, ist am 17. Oktober im Alter von 72 Jahren verstorben. Bernhard Mayer war von 1972 bis 2004 Ordinarius für Neutestamentliche Wissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seit 1989 gehörte er dem Eichstätter Domkapitel an. Besondere Verdienste erwarb sich Mayer um die Pflege internationaler Beziehungen – auf der universitären Ebene und als Bischöflicher Beauftragter für die Angelegenheiten der Weltkirche im Bistum Eichstätt. Zugleich war er ein beliebter Seelsorger, der neben seinen vielfältigen Aufgaben in Wissenschaft, Weltkirche und Diözesanleitung als Priester vor allem in seiner Heimatgemeinde Lenting (Lkrs. Eichstätt) wirkte

Für sein akademisches Wirken und seine Bemühungen um Völkerverständigung und partnerschaftlichen Austausch auf internationaler Ebene wurde Bernhard Mayer mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. So ist er Ehrendoktor der Staatsuniversität Tscheljabinsk (Russland) und der Kirgisisch-Russischen Slavischen Universität Bischkek (Kirgistan). 2006 verlieh ihm Kardinal Jaime Ortega, Havanna (Kuba), die Ehrenmitgliedschaft im „Centro de Estudios de la Arquidiócesis de La Habana“. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke würdigte Mayer bei der Verabschiedung in den Ruhestand im Herbst 2010 als „Brückenbauer“, der für ein weites Spektrum weltkirchlicher Öffnung in der Diözese Eichstätt stehe: von Partnerschaften mit Poona, Burundi und Leitmeritz über die Zusammenarbeit mit den weltkirchlichen Hilfswerken bis zum Collegium Orientale und der internationalen Ausrichtung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die von der Diözese mit Stipendien gefördert wird. Mayer war Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Die Bundesrepublik Deutschland ehrte sein Wirken mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seine Heimatgemeinde Lenting ernannte ihn zum Ehrenbürger.

Bernhard Mayer wurde 1939 in Lenting geboren und 1965 für die Diözese Eichstätt zum Priester geweiht. Nach Einsätzen in der Pfarrseelsorge des Bistums und dem weiterführenden Studium in Würzburg wurde er 1972 zunächst Lehrbeauftragter an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt und noch im gleichen Jahr ordentlicher Professor für Neutestamentliche Wissenschaft. Während seiner rund 33-jährigen Tätigkeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät war Professor Mayer für zwei Amtsperioden deren Dekan. Er gehörte ferner viele Jahre dem Senat der Universität und dem Fachbereichsrat der Fakultät an. Nach seiner Emeritierung 2004 übernahm Mayer noch für zwei weitere Semester die Lehrstuhlvertretung. 1994 übertrug ihm der Bischof zusätzlich die Aufgabe des Bischöflichen Beauftragten für die Angelegenheiten der Weltkirche im Bistum Eichstätt. Mit dem 31. Juli 2010 trat er in dieser Funktion und als Domkapitular in den Ruhestand.

16 Jahre lang war Bernhard Mayer Vorsitzender des Herausgeberausschusses der wissenschaftlichen Reihe „Eichstätter Studien“. 13 Jahre war er Diözesanleiter des Katholischen Bibelwerks und fünf Jahre Geistlicher Beirat der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt. Viele Jahre wirkte er im Diözesanpastoralrat und Priesterrat mit. Seit 2007 betreute er als Bischöflicher Beauftragter die Priester im Weiterstudium. Besonders verbunden war der Verstorbene auch der Katholischen Erwachsenenbildung. Bei Bildungsveranstaltungen und Kongressen war er ein gefragter Referent. An der von der Diözesanarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung im Bistum Eichstätt herausgegebenen Reihe „Begegnung mit der Bibel heute“ – einer in vielen Diözesen verwendeten Arbeitsgrundlage - wirkte er verantwortlich mit.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen ist am Freitag, 21. Oktober, in Lenting. Um 14.00 Uhr beginnt das Requiem, Hauptzelebrant der Eucharistiefeier ist Domdekan Willibald Harrer. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Kirchenfriedhof. Bereits am Mittwoch, 19. Oktober, wird um 17.30 Uhr der Totenrosenkranz im Dom gebetet, am Donnerstag, 20. Oktober, um 18.00 Uhr ist die Totenvesper im Dom. Ebenfalls am Donnerstag, 20. Oktober, findet um 18.30 Uhr ein Totenrosenkranz in Lenting statt.

Radio K1-Beitrag: