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06.12.2018

„Wir sind nahe bei den Menschen“: Radio K1 berichtet über die Seelsorge in der Abschiebehaft für Flüchtlinge

Eichstätt. (pde) – „All to Jesus I surrender – Alles übergebe ich Jesus“ – so erklingt es beim Gottesdienst in der Kapelle der JVA Eichstätt. Alle zwei Wochen feiert Kaplan Johannes Arweck von der Dompfarrei eine Messe in der Einrichtung für Abschiebungshaft. Neun Insassen sind an diesem Freitag gekommen. Sie stammen aus Nigeria, der Elfenbeinküste, Eritrea und Togo. Für sie alle ist Jesus die letzte Hoffnung, denn ihnen droht die Abschiebung. „Ich erlebe hier Menschen, die hungrig sind nach Gottes Wort“, sagt Arweck. „Sie hoffen, dass Gott ihnen eine bessere Zukunft schenken wird.“ Zusammen mit Sr. Claudia von den Maria Ward Schwestern besucht er regelmäßig die Flüchtlinge. Wie sie den Insassen nahe sein können, darüber berichtet Radio K1, der Hörfunk für die Diözese Eichstätt, am kommenden Sonntag ab 12 Uhr über den Regionalsender Radio IN.

„Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht.“ – Dieser biblische Auftrag bildet die Grundlage für die Seelsorge in der Abschiebehaft. Pastoralreferent Eugen Hartleitner ist dafür von der Diözese Eichstätt beauftragt worden. Er koordiniert das Team und ist zugleich Ansprechpartner für die Einrichtung. Immer wieder wird er mit Einzelschicksalen der Insassen konfrontiert: „Sie haben viele Erwartungen an uns, die wir nicht erfüllen können. Das bringt einen persönlich an den Rand, da kann man nur die Ohnmacht mit aushalten, mehr geht nicht.“ In der Reportage kommt auch Dieter Müller vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst aus München zu Wort. Jeden Mittwoch besucht er die insgesamt rund 70 Insassen. Er schaut sich jeden Fall an und gibt Rechtsberatung. Für den Jesuiten ist das eine zutiefst christliche Aufgabe: „Wir definieren Seelsorge als das, was dem Menschen auf der Seele liegt. Das passt auch gut zu unserem Ordensgrundsatz: Wer über den Glauben redet, muss für Gerechtigkeit sorgen.“ Um die Flüchtlinge in der Abschiebehaft zu unterstützen oder ihnen im Falle der Heimreise einen Neuanfang zu ermöglichen, bittet das Seelsorgeteam um Spenden auf das Spendenkonto des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes: IBAN DE88 7509 0300 0202 1736 03, BIC GENODEF1M05. Stichwort: „Abschiebehaft“.

Die Reportage von Radio K1 über die Seelsorge in der Abschiebehaft für Flüchtlinge wird am Sonntag, 9. Dezember, im Magazin „Sonntag um 12“ über Radio IN ausgestrahlt und kann dann über www.radiok1.de im Internet nachgehört werden.