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25.12.2011

Verantwortung übernehmen für die Welt als Ort der Nähe Gottes: Weihnachtspredigt von Bischof Hanke

Verantwortung übernehmen und die Nähe Gottes bezeugen: Christen sollten nach den Worten des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke diese Konsequenz aus der Botschaft von Weihnachten ziehen.

Eichstätt, 25.12.2011. (pde) – Verantwortung übernehmen und die Nähe Gottes bezeugen: Christen sollten nach den Worten des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke diese Konsequenz aus der Botschaft von Weihnachten ziehen. In seiner Predigt am Weihnachtstag im Eichstätter Dom verwies Bischof Hanke auf das vielfach beklagte fehlende Verantwortungsbewusstsein in der Finanzwelt, in der Wirtschaft, in der Politik, bei der Bewahrung der Schöpfung oder im sozialen Miteinander.

Gerade in dieser Situation seien der Weltdienst und die Verantwortungsbereitschaft der Christen gefordert. „Wenn die Überzeugung vorherrscht, diese Welt habe nichts mit Gott zu tun, Gottes Wort finde sich nicht in ihr, worauf soll der Mensch dann im Blick auf die Welt antworten können und Verantwortung übernehmen?“ Die Geburt Christi hingegen lasse die Welt in einem anderen Licht erscheinen: als Ort der Gegenwart Gottes.

Gegen alle Hoffnungslosigkeit in der Welt brauche es Menschen, die bereit sind, Zeugen der Liebe Gottes zu sein und sein Wort zu deuten. Dabei sollten Jüngerinnen und Jünger Jesu nicht Nachbeter zeitgeistiger Trends und des Mainstreams sein, sondern „Vorleser“ des Wortes Gottes, das in dieser Welt ablesbar und auffindbar sei, „wenn auch nicht immer auf leichte Weise“, sagte Bischof Hanke beim Pontifikalamt im Dom.

Gläubige dürften darauf vertrauen, dass der Weg der Gottsuche kein Irrweg ist, „sondern ein Krippenweg, der zum oft verborgenen und unscheinbar wirkenden Gott führt“. Alle seien aufgerufen, aufzubrechen und Gottes Wort in der Welt und im eigenen Leben nachzuspüren. „Seit Gott im Kind von Betlehem in der dunklen Nacht dieser Erde angekommen ist, dürfen wir in allen Lebenslagen vertrauen: In Betlehem hat auch mir Gott sein Wort gegeben.“

Angefangen bei den Hirten von Betlehem und den Weisen aus dem Morgenland gebe es durch die Jahrhunderte eine unübersehbare Reihe von Menschen, die sich auf die Suche nach Gott und seinem Wort gemacht haben. „Sie haben es immer neu gefunden in den Armen und Kranken, im Gebet, in der Stille und Einsamkeit, in der Bewegtheit des Lebens, im schlichten Grau des Alltags“. Aus dieser Erfahrung – so der Bischof – haben sie die Welt gestaltet und die Gegenwart Gottes bezeugt: „Nun ist die Reihe an uns“.

Das Pontifikalamt zum Hochfest der Geburt des Herrn wurde vom Eichstätter Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß mitgestaltet. Unter anderem erklangen die „Cantus Missae“ von Joseph Rheinberger.