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26.09.2005

„Tourismus zu Völkerverständigung und Dialog zwischen Kulturen nutzen“ - Stellungnahme von Bischof Mixa und Professor Pechlaner zum Welttourismustag

Eichstätt. (pde) - Moderner Tourismus kann nach Auffassung von Bischof Walter Mixa „Motor für den Frieden“ sein. Anlässlich des diesjährigen Welttourismustages am 27. September unterstreicht der Eichstätter Bischof und Katholische Militärbischof in einer gemeinsam mit der Stiftungsprofessur Tourismus der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt herausgegebenen Stellungnahme die Wichtigkeit des Tourismus für Völkerverständigung und den Dialog zwischen den Kulturen.

Tourismus könne in Entwicklungsländern durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze ohne Zweifel zum Kampf gegen die ökonomische Armut beitragen. Dabei müsse aber auch verhindert werden, dass sich Armut in den Beziehungen zwischen Gästen und Gastgebern breit macht, stellen Mixa und Prof. Harald Pechlaner, Inhaber der Stiftungsprofessur Tourismus, in der Erklärung fest: „Mobilität beeinflusst den Umgang zwischen Gast und Gastgebern und fördert die Gastfreundschaft immer wieder aufs Neue“.

Dienstleistungsintensive Branchen wie der Tourismus stehen vor der Herausforderung, dass Kunden, Besucher und Gäste die Professionalität des Gastgebers als Voraussetzung betrachten. Doch erst Gastfreundschaft, welche auf Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Respekt und Wertschätzung aufbaut, könne neben dem professionellen Angebot „jene Zutaten liefern, die einen erfolgreichen Tourismus ermöglichen“. Erholung sei letztlich dann möglich, wenn man mit sich und mit den Beziehungen zu den Mitmenschen zufrieden sei. „Mobilität bedeutet dann nicht nur die Diskussion um moderne Transportmittel, sondern ermöglicht eine geistige Mobilität im Zusammentreffen mit anderen Menschen“, betonen Mixa und Pechlaner in ihrer gemeinsamen Stellungnahme.

„Die Mobilität ermöglicht heute das Zurücklegen großer Distanzen in kurzer Zeit. Trotzdem oder gerade deshalb ist Urlaub und Reisen auch eine Möglichkeit, über sich und die wesentlichen Fragen des Lebens nachzudenken“. Der Besuch von sakralen Orten, von den Tempelstätten der Antike bis zu den Kirchen und Klöstern im näheren Umfeld liefere genügend Hinweise auf das Übernatürliche.

Dass Schiene und Straße einen Tourismus erst ermöglichen, stehe außer Zweifel. Heute stelle die Transportkapazität jedoch den kritischen Faktor schlechthin für die Tourismusentwicklung dar. Weitgehend sei eine wettbewerbsfähige Verkehrs- und Transportinfrastruktur in Zeiten der Globalisierung die Grundvoraussetzung für ein entsprechendes Wachstum. Verkehr ermögliche Mobilität und diese wiederum bringe Menschen zusammen. Während um 1950 ca. 20 Millionen Menschen auf Reisen gingen, waren es im vergangenen Jahr bereits 760 Millionen. Allein in Entwicklungsländern konnten im Jahr 2000 292,6 Millionen internationale Ankünfte gezählt werden - dies bedeutet beinah eine Verdoppelung innerhalb von 10 Jahren.

Jedes Jahr am 27. September ruft die Welttourismusorganisation (WTO, Madrid) den Welttourismustag aus. Bereits seit 1980 wird anlässlich dieses Tages an die Besonderheiten des Tourismus im Rahmen der Begegnung von Menschen in unterschiedlichen Räumen erinnert. Das Motto des diesjährigen Welttourismustages 2005 lautet: „Reisen und Transport: Von der imaginären Welt des Jules Verne zur Realität des 21. Jahrhunderts“.

 



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