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20.04.2006

Tipps für einen gelungenen Start ins neue Leben - Die Diözese Eichstätt ist auf Hochzeitsmessen präsent

Eichstätt. (pde) – Kaum ein Termin macht Menschen so nervös wie das eigene Hochzeitsfest. Monate vorher wird jedes Detail genau geplant. Es werden Musikkapellen getestet, Wirtshaussäle besichtigt, Gästelisten geschrieben. Der Besuch einer Hochzeitsmesse gehört für viele Brautpaare zum Vorbereitungsparcours. Und zwischen Brautmoden, Floristen und Fotografen stoßen sie auf eine Institution, die keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt: Sie finden den Messestand des Referats Ehe und Familie der Diözese Eichstätt. Gemeinsam mit einem Vertreter der evangelischen Kirche bekommen die Brautleute hier Tipps für einen gelungenen Start ins neue Leben zu zweit.

„Wir müssen da hingehen, wo die Menschen sind“, erklärt Dr. Peter Ulrich, der Leiter des Referats Ehe und Familie der Diözese Eichstätt. Seit 1999 ist die Kirche mit einem eigenen Messestand auf den Hochzeitsschauen der Region vertreten. Zwei Tage Nürnberg, zwei Tage Eichstätt, ein Tag Ingolstadt, ein Tag Beilngries – so sieht der Terminplan für die Monate Januar und Februar aus. Weil die Idee gut ankommt, sind künftig möglicherweise auch Messebesuche im Herbst geplant. „Heiraten, das stellt für viele einen Knotenpunkt des Lebens dar“, erläutert Ulrich. „Heiraten bedeutet das Innehalten auf einer Wegstrecke.“ Die Menschen seien in dieser Lebensphase besonders sensibel und empfänglich für Gespräche, die sie unter anderen Bedingungen vielleicht so nicht führen würden. Das können Gespräche sein über Partnerschaft, Lebensziele, Glaube und Liebe. Junge Paare seien sich der Bedeutung des Schritts durchaus bewusst: „Sie machen es sich nicht leicht.“ Und für die Kirche sei die bevorstehende Hochzeit eine gute Gelegenheit, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die man ansonsten nicht erreicht. „Das ist eine Chance für uns,“ betont Ulrich, der die Präsenz auf den Hochzeitsmessen als unterstützende Maßnahme für die Seelsorge vor Ort, in den Pfarreien, begreift.

Die Kirche arbeitet dabei – wie die anderen Standbetreiber auch - mit professionellen Methoden. Ein übermannsgroßes Plakat „Fit für die Ehe“ wirbt für ihr Anliegen. An einer Pinnwand hängen Zettel mit Trausprüchen – die Besucher können per Strichliste ihren Favoriten wählen. Am Tisch brennt eine Hochzeitskerze, die manchmal abfotografiert wird. Zur Unterstützung hat Ulrich ehrenamtliche Helfer auf den Messen dabei - ohne sie könnte er die Arbeit gar nicht bewältigen. Sie verteilen zum Beispiel einen „Partnertest für Sie und Ihn“. Natürlich sind die Fragebögen getrennt auszufüllen und dürfen erst später ausgetauscht werden.

Nicht selten ergeben sich aus diesen Aktionen Gespräche am Stehtisch, bei denen die Vertreter der Kirche für alle Fragen offen sind. Das kann sein: „Wissen Sie eine kleine, romantische Kirche für uns?“ Oder: „Muss der Trauzeuge katholisch sein?“ Oder: „Mein Partner ist Moslem, können wir trotzdem kirchlich heiraten?“ Alle Fragen werden beantwortet. Wenn es nicht sofort möglich ist, erhalten die Messebesucher eine Visitenkarte mit Telefonnummer. Denn es gilt der Grundsatz: Innerhalb von einer Woche sollte jede Anfrage beantwortet sein – auch die nach einer kleinen Kirche, die man nach einer Recherche unter Ortspfarrern ausfindig gemacht hat.

Übrigens: Ein Trauzeuge sollte mindestens 14 Jahre alt sein. Und Heiraten zwischen Getauften und Ungetauften geht: „Es gibt für diesen Fall spezielle Trauungsrituale“, erläutert Ulrich. „Das ist dann eine Trauung in einer Kirche – aber keine kirchliche Eheschließung.“ Solche Aussagen kommen gut an und die Kirche kann punkten – weniger leicht haben es die Kirchenvertreter, wenn sie die Auffassung der katholischen Kirche zur Ehe mit Geschiedenen vertreten müssen: „Da stößt man dann an seine Grenzen“, gesteht Ulrich.

Natürlich haben die Besucher des Messestands auch die Möglichkeit, sich mit Informationsmaterial einzudecken. Es gibt zum Beispiel die äußerst beliebte Trauungsmappe, die derzeit schon in dritter Auflage nachgedruckt wird. Sie enthält Vorschläge für Trausprüche, Lieder und Fürbitten. Interessierte erfahren Termine für die nächsten Ehevorbereitungskurse, die die Diözese Eichstätt anbietet. Es gibt sie als halbtätige, eintägige oder dreitägige Varianten. Auch sie sind zur Zeit sehr beliebt und teilweise schon ausgebucht.

Wer will bekommt auch praktische Lebenshilfe und Ratschläge für eine gute Ehe mit auf den Weg. Zum Beispiel, dass man auch als Paar nicht allein auf einer Insel wohnt und deswegen Freundschaften nicht vernachlässigen sollte. Wichtig ist auch zu erkennen, dass die Partnerschaft der eigentliche Ort der Beziehung ist – und nicht das frühere Elternhaus. „Man muss einen neuen Umgang mit der Kernfamilie finden“, rät Ulrich. Und das heißt eben auch, Probleme mit der Frau zu besprechen und nicht zuerst mit der Mutter, wie man es vielleicht früher gemacht hat. Nur so kann die neue Lebensphase gelingen.

 



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