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30.12.2006

„Sternsinger sollen zum Leuchtzeichen werden“ - Aussendung der Sternsinger im Eichstätter Dom

Eichstätt. (pde) - Etwa 1000 Sternsinger aus dem ganzen Bistum Eichstätt füllten den Dom bis auf den letzten Platz anläßlich der diözesanen Sternsingeraussendung. Bischof Gregor Maria Hanke OSB ermunterte die Kinder und Jugendlichen, „wie Stars zu leuchten“. In einem feierlichen Gottesdienst entsandte der Eichstätter Bischof die „Heiligen Drei Könige“ in die Familien und Häuser des Bistums. Nach einem Besuch beim Landrat und Oberbürgermeister informierten sie sich über die Ziele und Inhalte der diesjährigen Sternsingeraktion, insbesondere die Situation der Kinder in Madagaskar.

Der Bischof rief die Jugendlichen in seiner Predigt dazu auf, „Leuchtzeichen“ zu sein. Ausgehend von der Tradition der Sterndeuter, die dem Stern folgend das neugeborene Christuskind in der Krippe suchten und fanden stellte er fest: „Wer Jesus gefunden hat, wird selbst zum Stern und Leuchtzeichen“. Er fügte hinzu: „Wer Jesus sucht strahlt selbst beginnt zu leuchten.“ Diese weihnachtliche Botschaft sollen die Sternsinger in den nächsten tagen in die Familien und Häuser hineintragen. „Damit die Familie, die ihr besucht, zu leuchten beginnt“.

In einer nicht enden wollenden Prozession zogen die Sternsinger dann zum Residenzplatz, wo sie vom Eichstätter Landrat Dr. Xaver Bittl empfangen wurden. Er dankte den Königen, die sich bei Wind und Wetter auf den Weg machen, um sich mit anderen Kindern solidarisch zu erklären, denen es schlechter ginge. Auch der Eichstätter Oberbürgermeister Arnulf Neumeyer äußerte sich ähnlich, als die bunte Schar von Königen zum Marktplatz zog und vor dem Rathaus Stellung bezog.

In der Aula des Gabrieli-Gymnasiums konnten sich die Kinder dann nicht nur körperlich erholen und aufwärmen, sondern auch über die Inhalte der diesjährigen Sternsingeraktion informieren. Mit Hilfe eines Filmes erzählte ein 13jähriges Mädchen aus Madagaskar von der Situation der Kinder in ihrem Heimatland. Durch die Zerstörung weiter Teile des dortigen Waldes und der dadurch fortschreitenden Erosion sind die Lebensbedingungen der Menschen bedroht. Das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion „Kinder sagen ja zur Schöpfung“ greift diese Problematik auf. Bischof Gregor Maria Hanke kommentierte die Frage, was es bedeute, wenn sich Kinder weltweit für die Schöpfung einsetzen mit den Worten: „Dann haben Kinder Zukunft!“ Als bleibendes Zeichen „pflanzten“ die Sternsinger gemeinsam einen Baum. Aus allen Teilen des Bistums und aus den Partnerbistümern Poona (Indien) und Gitega (Burundi) wurde Erde in den Pflanzkübel eines Baumes gegeben, der dann im Garten des Jugendhauses Schloss Pfünz endgültig seinen Platz finden wird.

Monsignore Winfried Pilz aus Aachen, der Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, erläuterte den Kindern, was mit den gesammelten Geldern passiere. In der letztjährigen Aktion zu Beginn des Jahres 2006 sammelten die Kinder bundesweit etwa 38 Millionen Euro, im Bistum Eichstätt 911.950 Euro. Mit den Erlösen aus der Aktion konnten zuletzt rund 2.900 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. Im Bistum Eichstätt geht das „ersungene Geld“ zu gleichen Teilen in die indische Partnerdiözese Poona und an das Päpstliche Missionswerk der Kinder. Bischof Valerian D´Souza aus Poona der am Schluss der Sternsingeraussendung Grüße aus Indien ausrichten ließ, plant verschiedene Projekte, etwa die Betreuung von körperlich und geistig Behinderten in Poona oder die „Schule auf der Straße“ mit Kindern aus den Slums in Poona. Das Missionswerk möchte aus den Spenden Projekte zur ökologischen Bildung in Madagaskar, Wasserauffangbehälter für Familien im Nordosten Brasilien, Vorschulen für „Müll-Kinder“ in Kambodscha, Gesundes Essen für Kinder in Zamboanga, Philippinen, Hilfe für behinderte Kinder in Bosnien-Herzegowina und HIV/Aids-Prävention für Schüler der Demokratischen Republik Kongo unterstützen.