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26.06.2020

„Solidarisch Leben“: Bistum Eichstätt will klimaneutral werden

Von links nach rechts (vorne): Oliver Foltin (FEST), Nachhaltigkeitsreferentin Lisa Amon, Bischof Gregor Maria Hanke und Umweltmanagementbeauftragter Richard Ulrich sowie (hinten) Klimaschutzmanager Bernd Grünauer und Volker Teichert (FEST) beim Startschuss zur „Klimaoffensive2030 Plus“. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Eichstätt. (pde) – Als zweite Diözese in Deutschland soll Eichstätt nach Wunsch von Bischof Gregor Maria Hanke klimaneutral werden. Ein Maßnahmenkatalog und einen Zeitplan, um die CO2-Emissionen in Einrichtungen und Kirchengemeinden der Diözese rechnerisch auf Null zu senken, werden zusammen mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) Heidelberg erarbeitet. „Für mich hängt Klimaneutralität zusammen mit einem solidarischen Lebensstil“, sagte Hanke zum Start des Projektes „Klimaoffensive 2030 Plus“. „Wir bekennen uns damit dazu, dass uns diese Erde nicht zur Ausbeutung gegeben ist, sondern ein Garten ist, den es zu pflegen und zu hegen gilt.“

Der weltweite CO2-Austoß bedeute eine Gefährdung der Erde und der Lebensgrundlagen der Menschen. „Unser christlicher Glaube lädt uns ein zu einem solidarischen Lebensstil, zum Maßhalten“, betonte der Bischof. Christen seien gehalten, diesen Lebensstil konsequent einzuüben, auch mit Blick auf künftige Generationen. Von den Maßnahmen der Klimaoffensive erwarte er „sehr viel Leuchtkraft“. Sie sollen die Gläubigen wachrütteln und zur Bewusstseinsänderung einladen, „auch zu einer Umkehr im Lebensstil in unseren Pfarrgemeinden und Familien“. Die Kirche habe in diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion.

Vor Eichstätt hatte das Erzbistum Freiburg angekündigt, die Klimaneutralität anzustreben. Bereits 2011/2012 hatte die Diözese Eichstätt ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellen lassen und sich das Ziel gesetzt, ihre Kohlenstoffdioxid-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2010 zu halbieren. Durch Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der „Klimaoffensive 2030“ konnte das Bistum in den zurückliegenden Jahren seine CO2-Emissionen um rund 20 Prozent senken und somit ein Zwischenziel erreichen. Verringert hat sich der Treibhausgasausstoß hauptsächlich durch Steigerung der Energieeffizienz und durch die Erhöhung des Ökostromanteils von 25 auf über 60 Prozent des Gesamtverbrauchs.

„Nach dieser ersten Umsetzungsphase ist es nun an der Zeit, zu bewerten, was ist gut gelaufen und wo muss nachjustiert werden“, sagt Nachhaltigkeitsreferentin Lisa Amon. „Insbesondere verlangt die Klimakrise nach noch stärkeren Ambitionen, die CO2-Belastung gegen Null zu fahren“.

Gemeinsam mit den FEST-Experten Oliver Foltin und Volker Teichert soll in den kommenden zwölf Monaten die bestehende Klimaoffensive 2030 zur „Klimaoffensive 2030 Plus“ weiterentwickelt werden. Neben der Anpassung der Treibhausgasminderungsziele soll dabei ein ganzheitlicher Blick auf alle Bereiche kirchlichen Handelns gelegt werden. Als Grundlagen dazu dienen die Umweltenzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus und insbesondere die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz. „Es handelt sich um eine große Aufgabe, vor der man durchaus Respekt haben darf, aber sie ist sinnvoll und es gibt für Christen keine Alternative“, sagt Amon.

Das Bischöfliche Ordinariat Eichstätt hat in Zusammenhang mit der Klimaoffensive 2030 ein Umweltmanagementsystem eingeführt und ist seit fünf Jahren EMAS-zertifiziert. Unabhängige Umweltprüfer attestierten ihm bei der erneuten Zertifizierung im vergangenen Mai „eine Vorbildfunktion für andere Einrichtungen des Bistums und darüber hinaus“. Weitere Informationen zum Engagement der Diözese Eichstätt im Bereich Schöpfung und Klimaschutz gibt es unter www.bistum-eichstaett.de/umwelt.



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