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27.07.2015

Sich alten Menschen zuwenden: Caritas-Betreuungskräfte schließen Fortbildung ab

17 Frauen und ein Mann aus Caritas-Seniorenheimen und –sozialstationen im Bistum Eichstätt haben sich zu Betreuungskräften qualifiziert. Den Fortbildungskurs hatte der Diözesan-Caritasverband in Kooperation mit der Katholischen Akademie für Berufe i

17 Frauen und ein Mann aus Caritas-Seniorenheimen und –sozialstationen im Bistum Eichstätt haben sich zu Betreuungskräften qualifiziert. Den Fortbildungskurs hatte der Diözesan-Caritasverband in Kooperation mit der Katholischen Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern sowie dem freiberuflichen Referenten in der Altenhilfe Thomas Distler (Zweiter von rechts) organisiert und durchgeführt. pde-Foto: Caritas/Esser

Eichstätt. (pde) – 17 Frauen und ein Mann aus neun Caritas-Seniorenheimen und drei Sozialstationen im Bistum Eichstätt haben ihre Fortbildung zur Betreuungsassistenz abgeschlossen. Caritasdirektor Franz Mattes gratulierte ihnen im Tagungshaus Schloss Hirschberg. „Betreuungskräfte wie Sie werden immer wichtiger“, sagte er. „Sie werden in ihren Einrichtungen nun Lebensqualität und Wohlbefinden der Menschen fördern.“

Die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel unterstrich, dass sich die Kursteilnehmer intensiv mit dem Krankheitsbild Demenz beschäftigt hätten. Es sei wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, was ein demenzkranker Mensch wolle und dabei auch zu erfahren: „Das Herz wird nicht dement.“

Den fünfmonatigen Fortbildungskurs hatte der Caritasverband Eichstätt in Kooperation mit der Katholischen Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern sowie dem freiberuflichen Referenten in der Altenhilfe Thomas Distler durchgeführt. Die 168 Theoriestunden deckten ein Spektrum von Grundkenntnissen über bedürfnisgerechte Ernährung über Aktivierung und Therapie von Demenzkranken bis hin zur Angehörigenarbeit ab. Hinzu kamen 80 Stunden Praktikum. Außerdem mussten die angehenden Betreuungskräfte eine Biografie über einen alten Menschen in ihren Einrichtungen schreiben und am Abschlusstag vorstellen.

Bei nahezu allen Biografievorstellungen wurde deutlich, wie hilfreich es für die neuen Betreuungskräfte ist, wenn sie die Lebensläufe kennen. Anke Klein aus Gaimersheim erzählte beispielsweise von einer alten demenzkranken Frau, die immer in Küche und Haushalt tätig war. Sie entwickele auch heute noch eine Akribie beim Äpfelschneiden, erzählte Klein. So sei es wichtig, dieser Frau weiterhin einen Tagesrhythmus zu bieten, „der ihr Routinearbeiten mit dem Alltäglichen ermöglicht, aber sie nicht mit Dingen konfrontiert, die sie nicht kennt, um sie nicht zu überfordern“. Aus den Berichten anderer Kursteilnehmer wurde deutlich, dass sie das Schicksal alter vereinsamter Menschen, die kaum noch Besuch von Angehörigen bekommen, emotional berührt. Im Kern gehe es darum, diesen Menschen ein Gefühl zu geben, dass sie geliebt sind und andere lieben können, sagte ein Teilnehmer. Darin sehe er die Grundaufgabe einer Betreuungskraft.

Die Kursteilnehmer haben sich aus unterschiedlichen Gründen für ihre neue Aufgabe qualifiziert. Anke Klein aus Gaimersheim arbeitete bisher als Präsenzkraft, wollte aber in der Betreuung tätig sein. Manuela Stößl aus Eichstätt war zunächst Zahnarzthelferin und dann Bürokauffrau, bevor sie eine längere Familienpause für ihre vier Kinder einlegte. „Jetzt will ich mit Menschen arbeiten“, begründete sie ihre Motivation. Eine Teilnehmerin war bisher in der Pflege tätig. Da ihr diese Aufgabe körperlich zu anstrengend geworden sei, engagiere sie sich nun als Betreuungsassistentin.



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