Zum Inhalt springen
22.01.2007

Misereor-Hungertuch vorgestellt - Chinesischer Künstler gestaltete Szenen aus der Bergpredigt

Eichstätt/Feucht. (pde) - Das Misereor-Hungertuch 2007 ist seit Sonntag auch im Bistum Eichstätt unterwegs. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde es im Rahmen eines Gottesdienstes in Feucht. In den nächsten Tagen wird es bei verschiedenen Terminen im gesamten Bistum Eichstätt vorgestellt.

Das Misereor-Hungertuch entstand aus der Tradition der Fasten- oder Hungertücher, die in der katholischen Kirche seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist. In der ursprünglichen Bedeutung verhüllt es während der Fastenzeit das Kreuz oder das Altarbild. Häufig verzierten Künstler das Tuch mit Darstellungen aus der Bibel. Das katholische Hilfswerk Misereor erstellt im Abstand von etwa zwei bis drei Jahren ein Hungertuch zur Begleitung der jeweiligen Fastenaktionen.

Das Misereor-Hungertuch 2007 wurde vom chinesischen Künstler Li Jinyuan gestaltet. Es zeigt Darstellungen aus der Bergpredigt Jesu. Das Hungertuch soll nach der Beschreibung der Veranstalter „leuchten und den Raum mit Licht erfüllen“. Kraftvolles Gelb und Orange, warmes Ocker und Rot heben sich von ernstem Schwarz und Grau ab. Ein Kreuz aus Licht, das sich nach oben zum Himmel hin immer weiter öffnet, findet sein Zentrum in Christus, der auf einem Berg, umringt von zahllosen Menschen, steht und predigt.

Der Geist Gottes schwebt in Gestalt einer Taube auf ihn herab. Eine Szene, die an die Taufe Jesu im Jordan erinnern möchte. Zu Jesu Füßen brennt ein Feuer, darunter leuchtet ein roter Stempel, in den kunstvolle chinesische Schriftzeichen eingeprägt sind: „höchste Güte ist wie das Wasser“ (Laotse, Daudedsching). Nach der Deutung des Künstlers steht das Feuer für das kommende Reich Gottes, das alles neu macht und das alte verbrennt. „Das Wasser“, so Li Jinyuan, „ist wie Christus: es ist gütig, es gibt unterschiedslos allen und nimmt nichts fort.“

In den vier roten Kreisen hat Li Jinyuan vier der Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium szenisch dargestellt: „Selig die arm sind vor Gott“, „Selig die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“, „Selig die Friedensstifter“ und „Selig die Trauernden“.

Professor Li Jinyuan (Jahrgang 1945) lehrt in Chengdu (China) als Professor für chinesische Malerei. Erst 1979 (nach Kulturrevolution, Gefängnis und Umerziehungslager) hat er die Malerei zu seinem Beruf gemacht. Seitdem kennzeichnen zahlreiche Auszeichnungen, Studienaufenthalte im asiatischen und europäischen Ausland und internationale Ausstellungen seinen Weg. Seine Bilder kreisen um das große Thema der Harmonie von Himmel und Erde, Göttlichem und Irdischem, Mensch und Natur.

Das Misereor-Hungertuch wird an folgenden Terminen im Bistum Eichstätt im Rahmen der Vorbereitungstreffen zur Misereor-Fastenaktion vorgestellt:

23.01. Eichstätt/Rebdorf, 19.00 Gottesdienst, 20.00 Uhr Einführung im Festsaal

25.01.Schwabach/St. Peter und Paul, 19.00 Uhr Gottesdienst, 20.00 Uhr Einführung

31.01. Treuchtlingen, 19.00 Uhr Einführung

01.02. Ingolstadt, Münsterpfarrei, 19.00 Uhr Informationsabend im Dr. Eck-Saal

 



Weitere Meldungen

Die Stabsstelle Medien und Öffentlichkeitsarbeit veröffentlicht kontinuierlich aktuelle Nachrichten aus dem Bistum. Zur Übersicht.

Videos

Videos zu Themen aus dem Bistum Eichstätt. Zur Übersicht.

Audios

Audios zu Themen aus dem Bistum Eichstätt. Zur Übersicht.