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27.09.2004

Landvolk pflegt Partnerschaft mit Senegal - Priester aus der Sahelzone besuchten die Diözese

Eichstätt. (pde) – Abbé Mathieu Faye und Abbé Ambroise Tine, zwei Priester aus dem westafrikanischen Senegal, besuchten auf Einladung der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) das Bistum Eichstätt. Zum Auftakt der „Aktion Minibrot“ schilderten die beiden afrikanischen Priester die Situation in ihrem Heimatland. Faye und Tine zeigten sich vom Interesse der Menschen in der Diözese Eichstätt an der Situation im Senegal tief beeindruckt. In Euerwang, Deining, Flotzheim, Nassenfels und Walting (bei Weißenburg) zelebrierten sie Gottesdienste und informierten im Anschluss bei einem Begegnungsabend über das Leben der Menschen in Senegal.

Einen Hauptgrund der Armut in Afrika sehen die Priester in der mangelnden Schulbildung. 45 Prozent der Senegalesen sind Analphabeten. 60 Prozent der Kinder können keine Schule besuchen, weil sie zu weit entfernt wohnen oder die 90 Euro Schulgeld nicht bezahlen können. Katholische Schulen und Schülerpatenschaften von Europäern helfen die Lage zu entspannen. „Im Senegal leben 80 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft und haben keine Versicherung“ erklärte Abbé Tine, der in der Diözese Thies Caritasdirektor ist. In der Sahelzone gibt es nur zwei Jahreszeiten: die dreimonatige Regenzeit, in der Hirse, Erdnüsse und Maniok angebaut werden, und den Rest des Jahres Trockenzeit. Zurzeit sei die Ernte von großen Heuschreckenschwärmen bedroht. Es fehlt an geeignetem Gerät und Insektiziden, um die Plage einzudämmen. Weiteren Handlungsbedarf sieht Abbé Faye in der Unterstützung der von einem Hochwasser verwüsteten Orte Ngenn und Sal und im Bau von Tiefbrunnen, um die Menschen vor Ort mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Die Katholische Landvolkbewegung organisierte ein umfangreiches Besuchsprogramm, um den Gästen aus Senegal die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland zu vermitteln. Die Arbeit in der Landwirtschaft wurde in einem Kartoffelerzeugungsbetrieb, einem Kartoffelverarbeitungsbetrieb, bei einem Mutterkuhhalter und in einem Milchviehbetrieb mit Melkroboter näher gebracht. Die Gäste waren erstaunt, dass so viel Fläche und Tiere nötig sind, um eine Familie zu ernähren. Die Leistungen der Handwerksbetriebe erlebten sie in einem Sägewerk und einer Zimmerei. Die tägliche Arbeit eines Industriearbeiters sahen die Priester beim Automobilhersteller Audi. Im Caritas-Kinderdorf Marienstein besuchten sie auch einen Bereich des sozialen Engagements in Deutschland.

In der „Aktion Minibrot“ werden in den Pfarrgemeinden am Erntedanksonntag (3. Oktober) kleine Brote verkauft und in Solidarität mit den Menschen in der einen Welt gegessen. Die KLB leitet den Erlös dann in die Entwicklungs- und Partnerschaftsarbeit mit der Partnerdiözese Tambacounda nach Senegal. „Bei jedem Euro, der als Spende in den Senegal fließt, werden wir wissen, es ist mühevoll verdientes Geld und werden es auch entsprechend schätzen und sinnvoll verwenden!“, betonte Abbe Ambroise Tine in der Abschlussbesprechung.

 



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