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15.05.2015

Lage in Burundi: Weltkirchebeauftragter hofft auf Beruhigung

Eichstätt. (pde) – Die neuen Entwicklungen der Lage in Burundi beschäftigen auch die Menschen in der Diözese Eichstätt. Der Weltkirchebeauftragte des Bistums Eichstätt, Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn, hofft darauf, dass sich die Lage in Burundi so schnell wie möglich beruhigt. Medienberichten zufolge ist ein Putschversuch von Teilen des Militärs im ostafrikanischen Land gegen den amtierenden Präsidenten Pierre Nkurunziza gescheitert. Die Kirche von Burundi, speziell die Erzdiözese Gitega, ist mit dem Bistum Eichstätt seit Jahrzehnten partnerschaftlich verbunden.

Mit dem Putschversuch wollten Teile des Militärs im Land offenbar verhindern, dass der umstrittene Präsident eine dritte Amtszeit anstrebt. Dies ist laut Verfassung nicht zulässig. Nun scheint der Präsident, der sich im Nachbarland Tansania aufhielt, wieder nach Burundi zurückgekehrt zu sein. Nach Medienberichten haben die Aufständischen inzwischen öffentlich ihre Niederlage eingestanden.

Kühn sagte, ein Putsch sei immer ein Rechtsbruch und könne daher nicht gutgeheißen werden, auch weil die Amtszeit des 2010 legitim wiedergewählten Präsidenten noch andauere. „Dennoch muss man sehen, dass dieser Putschversuch in unmittelbarer Nähe zu den angesetzten Wahlen stattfindet – es geht also darum, dem amtierenden Präsidenten zu zeigen, dass er für eine dritte Amtszeit nicht mehr in Frage kommt.“ Kühn äußerte die Sorge, dass eine verfassungswidrige dritte Amtszeit die Demokratie schwächen und diktatoriale Züge annehmen könnte. „ Wir wissen, dass es heute in Burundi viele fähige und gebildete Menschen gibt, die bereit und in der Lage sind, politische Verantwortung zu übernehmen. Zu ihnen gehören auch bekannte katholische Christen. Dennoch ist ein Militärputsch kein legitimes Mittel. Im Land herrscht derzeit eine große Unsicherheit, die Menschen warten ab“, sagte Kühn, der mit verschiedenen Partnern im Land in Verbindung steht.

Die katholische Kirche hofft nun gemeinsam mit den burundischen Bischöfen darauf, dass die Unruhen und das Blutvergießen ein Ende nehmen. Die katholische Bischofskonferenz Burundis mahnte verfassungsgemäße und faire Wahlen ohne Einschüchterungen an. „Wir beten auch in unseren Gottesdiensten darum, dass die Vernunft Einzug hält, damit auch politisch ein guter Weg Burundis in die Zukunft geebnet wird. Die Friedensverträge von Arusha sind dafür eine gute Basis“, sagte Kühn. Die Bevölkerung müsse nun die Chance haben, in freien und fairen Wahlen unter verschiedenen Kandidaten den Präsidenten zu wählen. Die Parlamentswahlen in Burundi sind für Dienstag, 26. Mai, und die Präsidentschaftswahlen für Freitag, 26. Juni, angesetzt.

Partnerschaft der Diözesen Eichstätt und Gitega/Burundi
Blog weitblick: Burundis Gegenwart und Zukunft

Radio-Beitrag aus dem Sonntags-Magazin vom 17.05.2015



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