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25.04.2003

Krank machende Belastung auf dem Bauernhof

„Durch die sehr enge Verknüpfung von landwirtschaftlichem Betrieb und Familie entstehen oft große Probleme“ betonte Fritz Kroder auf dem landwirtschaftlichen Bildungsabend der Katholischen Landvolkbewegung im Kreis Eichstätt am Dienstag abend in Pietenfeld. Fritz Kroder ist Projektleiter der landwirtschaftlichen Familienberatung in Bamberg und berät auch Notfälle in der Diözese Eichstätt.

Die Belastungen auf den Höfen sind vielfältig. „Mehr als 2/3 der Landwirte lebt von der Substanz der Höfe“ unterstrich Kroder. Die finanziellen Schwierigkeiten entstehen durch immer höher steigende Produktionskosten, sinkende Preise für die erzeugten Produkte und oft durch unverschämte Praxis in den Banken. Zu späte in Wertstellung von Kreditrückzahlungen oder das nicht Anpassen von variablen Zinssätzen erhöhen den Schuldenstand. „Die Kreditnehmer sind für diese Dinge meist zu blauäugig“ mahnt Kroder. „Jeder sollte seine Kontoauszüge immer genau prüfen und sofort reklamieren. Die Bank arbeitet in dieser Zeit mit ihrem Geld.“

Weitere Faktoren die krank machen sind die Doppelbelastung durch eine zusätzliche Arbeitsstelle und das Wachsen um jeden Preis. Dabei wird nicht nur Raubbau am eigenen Körper betreiben, der sich in tiefgreifende Erschöpfungszustände äußert, sondern es steigt auch die Unfallgefahr.

Oft dient die Arbeit auch als Flucht vor notwendigen Veränderungen, Konflikten oder Beziehungen. Dies macht dann psychisch krank genauso wie ein fehlendes Selbstwertgefühl, Versagensängste, fehlende Abgrenzung und Eigenständigkeit. Die daraus resultierenden Schuld und Schamgefühle versagt zu haben, führen in die Isolation.

Fritz Kroder zeigte auch Möglichkeiten auf diesen Belastungen zu begegnen. Es ist wichtig bestehende Probleme oder familiäre Konflikte klar zu erkennen und anzusprechen. Dabei können Freunde und die Familie helfen. „Das Wissen, dass jemand hinter mir steht und ich diesem Vertrauen kann, egal was passiert, hilft weiter,“ verdeutlicht Kroder. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Kommunikation ohne Vorwürfe ohne Zurechtweisungen, ohne Redewendungen wie: „immer“, „du musst...“ oder „wenn du nicht...“. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch den Rahmen, Probleme anzupacken und nach Lösungen zu suchen. Positive gemeinsame Erlebnisse entwickeln eine Triebkraft für Neues. „Auch faires Streiten ist etwas positives“ betont der Referent. „Wichtig ist nur, das es weder Gewinner noch Verlierer gibt.“

Gegenseitige Wertschätzung, Lob, Mut machen, das Selbstvertrauen stärken und Verantwortung teilen sind weitere Schritte. Wenn dann noch der eigene Lebensplan und Vorstellungen klar sind und gelebt werden lösen sich viele Probleme.

Die landwirtschaftliche Familienberatung hilft beim Erkennen der Probleme und unterstützt auf dem Lösungsweg. „Ich kenne niemanden, der keine Probleme hat“ weiß der Berater und deshalb ist es auch wichtig das Angebot der landwirtschaftlichen Familienberatung für jeden, auch in der Diözese

Eichstätt, zugänglich zu machen.

Um dieses Anliegen zu ermöglichen versucht die Katholische Landvolkbewegung in der Diözese schon lange Unterstützer in Kirche und Politik zu finden und bittet alle sich dafür einzusetzen.

Die nächste Veranstaltung der KLB Eichstätt ist die Maiandacht am 12. Mai. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr im Hof der Willibaldsburg.

 



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