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25.04.2005

KAB: Eine gute Zukunft haben die Menschen nur gemeinsam - Menschenkette mit mehreren hundert Teilnehmern spannt sich durch Neumarkt

Ingolstadt/Neumarkt, 23. April 2005.

Nach Neumarkt i.d.Opf. hatte am Samstag, den 23. April 2005, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Diözesanverband Eichstätt e.V. (KAB) zu einem Aktionstag für soziale Gerechtigkeit im Rahmen der Bundeskampagne der KAB Deutschlands „Ein Gutes Leben für alle“ eingeladen. Der Aktionstag in Neumarkt war eine von ca. 400 Veranstaltungen die bundesweit für eine sozial gerechtere Politik und die Umsetzung des KAB-Rentenmodell warben.

Neumarkter Bürgerinnen und Bürger begeistert von KAB-Rentenmodell

Ab 10:00 Uhr informierten KAB-Rentenexperten die Besucher der Neumarkter Fußgängerzone über das solidarische, familien- und generationengerechte Rentenmodell der KAB, dem sich auch Kolping, die Katholische Landvolkbewegung, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und der Familienbund der Katholiken angeschlossen haben. Vor allem Familien mit Kindern waren über die wesentlich verbesserten Rentenaussichten für Frauen und Familien begeistert und forderten die KAB auf, die Umsetzung des Rentenmodells voranzutreiben. Die angereisten Nürnberger KAB-Aktivisten servierten den interessierten Neumarktern kostenlosen Capuccino in Anlehnung an die in Fachkreisen wegen seiner drei Stufen für das KAB-Rentenmodell verwendete Bezeichnung „Cappucino-Modell.“

Offizielle Eröffnung des Aktionstages mit rhetorischem Paukenschlag für mehr soziale Gerechtigkeit: „Wer Gott in der europäischen Verfassung vergisst, der hat den Menschen längst aus den Augen verloren.“

Mit dringlichen Forderungen an Landes- und Bundesregierung für mehr soziale Gerechtigkeit insbesondere für Familien zu sorgen, eröffnete der geschäftsführende KAB-Diözesansekretär Ulrich Berber um 13:00 Uhr den Aktionstag. Scharfe Kritik übte Berber an den Großkonzernen: „Wenn Betriebe, die hier schwarze Zahlen schreiben, ins Ausland verlagert werden, um durch dort fehlende Umwelt- und Sozialstandards und Ausbeuterlöhne die Gewinne noch zu maximieren, dann ist das ein Verbrechen an den Menschen hier und dort.“ An die Adresse der bayerischen Staatsregierung gerichtet wiederholte Berber die Forderung, das Büchergeld nicht einzuführen und die Lernmittelfreiheit wiederherzustellen. Im Hinblick auf die jüngsten Diskussionen um Lohn- und Sozialstandards in Europa sagte Berber: „Ein Europa, das nur an den Interessen der Wirtschaft ausgerichtet wird, will ich nicht. Ein Europa, das die sozialen Standards, die sich die Arbeitnehmer in einem zähen Ringen erkämpft haben, einfach wieder beseitigt, in dem der freie Markt über alles gestellt wird, will ich meinen Kindern nicht hinterlassen. Europa braucht eine soziale Marktwirtschaft, braucht gemeinsame Sozialstandards. Es wundert mich nicht: Wer Gott in der europäischen Verfassung vergisst, der hat den Menschen längst aus den Augen verloren.“ Magdalena Bogner, die Präsidentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands unterstrich in einem Interview auf der Bühne, die Bedeutung des KAB-Rentenmodells für eine gerechtere Rentensicherung für Frauen: „Dafür müssen wir Kämpfen. Und das werden wir als Katholische verbände gemeinsam erreichen.“ Anschließend folgte mit der Band 40UP ein buntes Programm auf der Bühne und am Platz vor dem Rathaus mit vielen Angeboten für Kinder und Familien.

Hunderte Teilnehmer demonstrieren mit Menschenkette für eine soziale gerechte Politik

Der Höhepunkt des Aktionstages war die Menschenkette, die von mehreren hundert Teilnehmern vom Seniorenheim St. Johannes quer durch die Stadt bis zum Kinderhort am Hofplan als Zeichen für die notwendige Solidarität zwischen den Generationen gebildet wurde. Die Teilnehmer spannten eine rote Schnur zwischen den beiden Einrichtungen, die symbolisch für soziale Gerechtigkeit als Leitfaden des politischen Handelns steht. Nachdem sich die Menschenkette gebildet hatte, verlasen KAB-Diözesanverantwortliche eine Erklärung, in der es u.a. heißt: „Brüder und Schwestern in der Welt der Arbeit! Lasst uns aufstehen, uns verbinden und eintreten für eine bessere Zukunft. Für mehr Gerechtigkeit und Solidarität. Lasst diese Menschenkette den Anfang sein für ein Gutes Leben für alle.“

Bundespräses Albin Krämer: „Keiner kann für sich allein sein. Jesus weist uns den Weg für ein Gutes Leben für alle.“

Zusammen mit dem KAB-Diözesanpräses Domvikar Michael Konecny, KAB-Kreispräses Dekan Richard Distler zelebrierte Bundespräses Albin Krämer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Neumarkter Hofkirche einen Gottesdienst für soziale Gerechtigkeit. In seiner Predigt wurde die Intention der KAB für ihr soziales Engagement deutlich: „Wenn die KAB aufruft: Menschen verbinden sich für soziale Gerechtigkeit, dann ist unser Wege Jesus. Jesus, der sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Der Maßstab den wir anlegen, ist der Maßstab der Gerechtigkeit des Reiches Gottes.“ Deutlich benannte Krämer auch diejenigen,. um die sich die Gesellschaft besonders kümmern müsse. Die Arbeitslosen, die jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz, die Familien, die Menschen, die zunehmend Angst um ihre Existenz haben.

Strebl und Schösser: KAB-Rentenmodell wird und muss kommen

Einen gelungenen Abschluss des Aktionstages bildete ein politisches „Kamingespräch“ der KAB mit MdB Matthäus Strebl (CSU), Bundesvorsitzender des Christlichen Gewerkschaftsbundes, und MdB Fritz Schösser (SPD), Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, unter Moderation von KAB-Diözesansekretärin Hildegard Remling. Beide bescheinigten der KAB ausgezeichnete Vorarbeit mit dem KAB-Rentenmodell geleistet zu haben. Das KAB-Rentenmodell, das mit Helmut Kuntscher aus Ingolstadt/Etting auch einen Vater aus der Diözese Eichstätt hat, sei so Strebl von der CSA mit Horst Seehofer an der Spitze und auch in der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereits akzeptiert. Es gehe jetzt darum, Details wie die Frage nach der zukünftigen Beamtenversorgung zu regeln. Auch Fritz Schösser lobte das KAB-Rentenmodell wegen seiner solidarischen Wirkung und meinte, die Punkte die noch zwischen KAB und DGB strittig seien, z.B. im Umfang und der Art der integrierten Familienförderung würden den prinzipiellen Ideen nicht im Wege stehen, sondern könnten auch im Kompromisswege eingearbeitet werden.

KAB sieht Erfolg des Aktionstages

Der geschäftsführende KAB-Diözesansekretär Ulrich Berber sieht einen großen Erfolg des KAB-Aktionstages: „Wir haben nicht nur bewiesen, dass die KAB kampagnenfähig ist und einen großen Aktionstag organisieren kann. Wir haben vor allem auch viele Menschen erreicht und der große Zuspruch und auch Beifall für unsere Forderungen zeigen uns, dass wir den Menschen aus den Herzen gesprochen haben. Besonders gefreut hat uns, dass Matthäus Strebl und Fritz Schösser das KAB-Rentenmodell so deutlich unterstützen. Dies ist ein Erfolg der neuen KAB Deutschlands.“

 



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